Psychoterror am Arbeitsplatz- wer / was hilft?

Hallo zusammen!

Meine beste Freundin wird seit Jahren am Arbeitsplatz terrorisiert und ich weiss gar nicht, wohin ich sie schicken soll, um vielleicht mal Abhilfe zu schaffen? Sie hat einen kontrollsüchtigen Chef, der ständig ihre Kompetenzen überprüft, obwohl sie ausgebildete Fachkraft ist, seit Jahren Vorgänge erklärt,die sowieso immer so ggemacht werden, von jedem Eigeninitiative eingfordert und wenn sie (und auch andere ihrer Kolleginnen) Eigeninitiative-zum Wohle der Firma- ergreifen, wird ständig kritisiert, gemaßregelt und die Intelligenz der Mitarbeiterinnen infrage gestellt. Es wird ständig verlangt, Überstunden zu machen, die dann aber zeitlich nicht ausgeglichen werden, weil zu wenig Personal und auszahlen lassen lohnt sich nicht, weil es dann weniger wäre, als eine Putzfrau bekäme. Kaum aushaltbar- jedoch braucht sie das Geld, als alleinerziehende Mutter, ist aber mittlerweile psychisch so labil, dass sie sich nicht zutraut den Job zu wechseln. Sie leidet unter Schlafstörungen, weint sehr viel, ist unkonzentriert, macht deshalb oft Fehler, ist allgemein sehr erschöpft und irgendwie beisst sich bei denen die Katze in den Schwanz. Hört sich für mich irgendwie nach Mobbing an? Sie hat schon versucht, mit ihrem Chef zu sprechen, aber er sieht es nicht so und ist der Meinung, dass Mitarbeiterinnen den Anweisungen des Chefs Folge zu leisten haben!- Es tut mir sehr leid, sie so fertig zu sehen- auch das Kind weint mittlerweile sehr viel- ich würde ihr gerne helfen, mit einer Anlaufstelle, o-ä. Nur fällt mir nichts brauchbares ein- vielleicht Familienbildungsstätten vor Ort? Zum Psychologen will sie nicht- wenn sie dies öffentlich bei der Krankenkasse machen würde (da gibt es angeblich Berater für soetwas?), hätte sie Angst vor Repressalien, weil diese ein Gespräch mit dem Chef suchen würden. Dann bekäme sie wohl die Kündigung(?) Hat jemand hier eine Idee, was sie in ihrem Fall machen sollte? Ich bin leider wohl nicht kompetent genug dazu ;o((, ausser verständnisvolle Gespräche und Anteilnahme. Danke für brauchbare Hinweise! Gruss, Kirsten

Hi,

ich würde vorschlagen, dass du eine gute Freundin wärst und sie tatkräftig dabei unterstützt, dass sie sich etwas neues suchen sollte. Natürlich sollte sie erst kündigen, wenn sie was angeboten bekommt.
Gibt es sowas evtl. wie einen Betriebsrat, wo man nochmal was machen könnte?

mfg,

Hanzo

Danke für deine Antwort! Du hast recht- ich habe ihr schon lange geraten, etwas neues zu suchen, aber sie ist so derartig erschöpft, auch mental, dass sie gar keine Kraft für ein Vorstellungsgespräch hätte. Wir haben schonmal darüber gesprochen und sie meint, dass es wohl einen schlechten, vielleicht inkompetenten Eindruck macht, wenn sie möglicherweise bei einem Vorstellungsgespräch anfängt zu weinen (?)- hat sie vielleicht recht. Es gibt keinen Betriebsrat, ist eine Arztpraxis, wo sie als MTA arbeitet, ständig überfordert. Ich versuche für meinen Teil, sie erstmal wieder etwas zu erden, bzw. zur Ruhe kommen zu lassen,ihr mal das Kind abnehme, damit sie etwas Zeit für sich hat und vielleicht wieder etwas Kraft schöpft. Nur habe ich selber auch einen Job, einen Mann und eine kranke Mutter zu versorgen, sodass ich selbst für mich sehen muss, bei Kräften zu bleiben. Meine Möglichkeiten sind daher begrenzt, zumal sie zu allem erstmal SELBST BEREIT sein müsste! Ich kann nichts vorschreiben. Gar nicht so einfach!

hallo
das klingt sehr nach hansterrad…es fühlt sich so amn als müßte man immer weiterlaufen, denn wenn man anhalten würde, würde man auf die schnauzze fallen…
es klingt aber auch sehr nach -drohendem- burnout. irgendwann geht dann garnichts mmehr . da ist es besser, etwas zu ändern solange man noch ein fünkchen amn kraft hat.

-gibt es eine alleinerziehendengruppe (diakonie-caritas)

  • habt ihr mal an eine mutter-kind-kur gedacht ? (gibt es die noch?)

für heute erst mal diese info
lg iq13

Krankschreiben lassen, Abstand gewinnen und sich erholen, da wird sie sich schnell fragen, warum sie das solange mitgemacht hat und da auch nicht wieder zurückwollen. Er wird sich bestimmt nicht ändern.

Hallo,

das was Du über deine Freundin geschrieben hast, kommt mit sehr bekannt vor. Als ich in der Ausbildung war bzw. auch danach hatte ich einen wahren Despoten als Chef. Für ihn gab es nur zwei Kategorien an MA. Die, die man schikanieren konnte und die Anderen, die er eindeutig bevorzugt hat. Ich gehörte lange Zeit zu den Ersteren. Alles, was ich bearbeitet hatte, wurde genauestens von ihm überprüft. Da ich damals einen riesigen Respekt vor ihm hatte, machte ich immer mehr Fehler und wurde immer unsicherer. Sein Hobby war es, meine Fehler zu finden. So unsicher wie ich damals war, führte es unweigerlich zu immer mehr Fehlern. Ein sehr schwerzhafter Kreislauf.
Einen vor versammelter Belegschaft zusammenzufalten gehörte zu seinen Lieblingseigenschaften. Auch das gehörte für mich zum Tagesprogramm.
Ich bin jeden Tag mit „Bauchschmerzen“ zur Arbeit gegangen. Als ich schwanger wurde, wurde ich i-wie innerlich stärker. Er hat, nachdem ich ihn ein paar Mal richtig kontra gegeben hatte, seine Krallen gegen mich eingefahren. Die Zusammenarbeit war dann nicht gerade harmonisch, aber durchaus tragbar.

Deine Freundin muß sich eine andere Arbeitsstelle suchen! Das ist sie sich, ihrer Gesundheit und vor allen Dingen ihrer Tochter schuldig! Ein Kind hat ein Anrecht auf ein fröhliches Leben und darf nicht von der eigenen Mutter so runtergezogen werden.

Vllt. sollte sie sich erst einmal krankschreiben lassen und sich anderweitig noch Hilfe suchen, damit sie mental wieder aufgebaut wird.
Das Problem mit dem Chef wird allerdings mit Sicherheit nach der Krankschreibung immer noch bestehen.

So ein Chef ändert sich garantiert nicht, man muss sich selber ändern…

Auch nach über 20 Jahren bekomm ich immer noch Gänsehaut, wenn ich an diese Zeit denke. Anderseits ärgere ich mich auch über mich selbst, das ich mir das damals alles habe gefallen lassen.

LG
H.

Danke euch allen, für die sehr einfühlsamen Antworten!
Denke, dass Mutter-Kind-Kur als nächstes beantragt werden sollte.
Werde ihr dabei helfen.
LG, Kirsten

Da würd ich sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Heimlich schlau machen, nach einem neuen Arbeitsplatz. Vorübergehende Arbeitslosigkeit mit einberechnen, Vater Staat lässt sie schon nicht hängen, besonders nicht, wenn Kinder im Spiel sind. Sie kann auch jetzt schon präventiv zur Arge gehen und denen diese unzumutbaren Zustände dieser Firma schildern. Man sollte dann auch gern Namen nennen. Vorher dem Chef damit „drohen“ höflich aber bestimmt. Hat sie sich denn mal gerade gemacht, gesagt „HALTSTOP,BIS HIERHIN UND NICHT WEITER!“?? Argumentieren:"BIN nicht immer gut gewesen, hab ich sie jemals enttäuscht…? Dabei dem Chef VOLL in die Augen schauen!Stramme Körperhaltung dabei!! Wenn sie diesen Job behalten will, sollte es der Chef nicht merken. Unter dem gedanklichen Motto "„Phü dann geh ich eben woaders hin, wenn sie solch eine gute Fachkraft wie mich nicht haben wollen“!
Viel Glück für Deine Freundin, die packt das schon:wink: