Hallo,wwwler
Also ich bin seit Ende September 2006 wegen Bournout Syndrom,Problemen auf der Arbeit,keiner weiss wann oder ob es noch Lohn gibt-das geht seit 2 Jahren so AG ist eigentlich Pleite-aber Insolvenz-keine Spur.(Familien
Betrieb) Und daraus Resultierender Finanzieller Probleme meinerseits im Krankenstand.
Seit Januar gehe ich einmal die Woche zu einem Psychologen-was das aber bringen soll kann ich bisher nicht Feststellen - nehme auch Tapletten wegen Depressionen(muß das sein?) Durch die Belastung seitens der Arbeit
das die Lohnzahlungen keinen Monat mehr Pünktlich kommen - manchmal wird ein Monat Übersprungen-bin ich mit den Nerven am Ende. Muß Raten für,sHaus Bezahlen,Strom Wasser usw.Ja ich bin auch schon lange dabei mir was anderes zu Suchen-ist aber sehr schwer was zu finden-bin auch schon 49!
Wie soll das weiter gehen? Die Krankenkasse macht dauernd Druck-so schnell wie möglich wieder Arbeiten- aber das ist ja gerade die Ursache weshalb ich so Fertig bin.Ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen,bin seit 27 Jahren in der Firma.Die alten Chefs sind vor 5 Jahren gestorben seitdem „leitet“ der Sohn die Firma-und seitdem gehts steil bergab----was tun???
Hallo Bernd,
dass es Dir in Deiner Situation schlecht geht, kann ich nachvollziehen, allerdings erschließt sich mir der „Schritt“ zum Burnout nicht so ganz - oder ist der finanzielle Burnout gemeint?
In Deiner derzeitigen Situation ist m. E. vorrangig, Dich wieder „auf die Beine“ zu bringen: hast Du bzw. Dein Arzt/Therapeut schon Mal daran gedacht, eine Reha zu beantragen?
Wenn Du nicht fit bist, sind Deine Chancen auf eienn neuen Job noch schlechter und selbst im Erfolgsfall würdest Du bei Deiner Konstitution vermutlich nicht lange die Stelle behalten. Auch auf der alten Stelle kannst Du mit Deiner momentanen gesundheitlichen Konstellation so auf Dauer nicht bleiben.
Vielleicht ist unumgänglich, dass Du besonders unter finanziellen Aspekten jetzt eine Beratung (Gewerkschaft, Rechtsanwalt) in Anspruch nimmst und ggf. den Chef mit diesem Beistand zur Zahlung seiner Verpflichtungen aufforderst (ich weiss, dass das nach so langer Betriebszugehörigkeit in einem Familienbetrieb schwierig ist, aber hier geht es um Dich, Deine Finanzen und in der Folge um Deine Gesundheit).
Sofern Deine psychischen Belastungen auf dem eigenen Anspruch basieren, Familie oder Gattin versorgen zu müssen, versuche Dir einzugestehen, dass auch andere dazu beitragen (können und müssen). Bezüglich der Finanzierung Eures Hauses kann ggf. ein offenes gespräch mit der Bank auch Entlastung bringen. Wenn das nicht den gewünschten Erfolg bringt, lass´ Dir ggf. bei der Schuldnerhilfe odgl. helfen - es ist wichtig, dass Du wieder Boden unter die Füße bekommst und dann eins nach dem anderen abarbeitest. Viel Glück und Erfolg!
Hallo Bernd,
Rückfrage:
Die alten Chefs sind vor 5 Jahren gestorben seitdem „leitet“ der
Sohn die Firma-und seitdem gehts steil bergab----was tun???
auf welchen Teil bezieht sich dieses „was tun“ ?
Ich bin mir nicht sicher, ob Du es so gemeint hast, es liest sich jedenfalls so, als suchest Du zunächst eher nach einer Lösung für die Firma, als für Dich selbst. Nun sind knapp 30 Jahre eine ziemlich lange Zeit, die auch für eine enge Verbundenheit sorgen- schließlich gehört man fast zum Inventar und Erfolg und Misserfolg der Firma haben etwas „Persönliches“ (unabhängig von der Frage, ob man persönlich tatsächlich beteiligt ist). Ein Gefühl gewisser Verantwortlichkeit trifft es vielleicht am ehesten.
(a) Verantwortung ist in der richtigen Dosis etwas sehr Positives-
es stärkt z.B. das Selbstvertrauen
zumindest so lang wir selbt meinen, die Anforderungen bewältigen zu können, Anerkennung für bewältigte Aufgaben finden etc.
(b) Verantwortung kann einen aber auch erschlagen und geradezu handlungsunfähig machen. Wir sind überfordert und gehen davon aus, dass das nie klappen wird, was uns auferlegt wurde- in diesem Tunnelblick übersehen wir relevante Dinge dann auch gerne, so dass wir häufig die self-fullfilling-prophecy-Situation haben. Es leidet die Aufgabe und vor allem wir selbst. Die psychische und physische Substanz leidet beträchtlich.
Und dann gibt es noch die dritte Variante ©-
Das Gefühl von Verantwortung teibt uns dazu, stets weiter zu machen; Theoretisch können wir die Anforderungen bewältigen- das haben wir all die Jahre davor auch gekonnt, es ist nichts Neues, eher Alltag und wir haben die nötigen Fähigkeiten.
Allerdings ist der Energie-Akku leer, so dass die Praxis anders aussieht. Uns passieren z.B. Fehler, die uns nicht passieren sollten (weil wir es eigentlich besser wissen und die Aufgabe u.U. diese Fehler nur schwer verzeiht). Damit das nicht passiert hängen wir uns noch mehr rein und das Gefühl von Verantwortung wird immer größer. Das klappt eine Weile, bis sich das soziale Umfeld meldet und Ansprüche stellt (zB. die Kids, die von ihren Eltern auch noch gern was hätten)-
und weil es uns immer weiter treibt, versuchen wir weiter all den Dingen gerecht zu werden…(*) bis schlechtestenfalls das System zusammenbricht und schlussendlich Situation (b) eintritt.
Die dritte Situation entspricht dem Burn-out.
Eigentlich ist nicht so ganz klar, weshalb genau man sich so „leer gelutscht“ fühlt, schließlich müsste man die Aufgaben einzeln alle bewältigen können- aber es macht halt die Fülle.
Um die Situation bis (*) halbwegs positiv abzuwenden, müssen Handlungsschemata geändert werden, denn irgendwas läuft schief. Allerdings hat man in der Regel keine Ahnung was genau.
Denn irgendwer muss ja das Geld in der Familie verdienen und die Umstände sind nun mal ungünstig, den Kindern steht ein Stück Mama/ Papa zu, dem Partner der Partner, dann sind da noch Freunde, weitere Familie und soziale Gepflogenheiten, Verbindlichkeiten usw. usf.
Wo also Abstriche machen?
Theoretisch und Praktisch nirgends.
Hat ja auch jahrelang irgendwie funktioniert und es ist alles wichtig.
Seit Januar gehe ich einmal die Woche zu einem Psychologen-was
das aber bringen soll kann ich bisher nicht Feststellen -
Manchmal wird von uns erwartet, dass wir zb. bei einer Arbeit „110% geben“. Das geht auch- zumindest für kurze Phasen. Wir stellen andere Bedürfnisse hinten an, knien uns rein und wenn der Auftrag erledigt ist sind wir erschöpft, matt, müde wogegen wir in den Urlaub fahren oder eine Weile kürzer treten usw.
Wer 5 Jahre lang 102% statt 100% gibt wird logischerweise zusehens schwächer. Weil aber alle gewohnt sind, dass es 102% gibt, wird vom Umfeld dies auch erwartet. Es entsteht so etwas wie permanenter „Leistungsdruck“ was die Situation immer schlimmer macht.
Burn-out ist so etwas wie die „Konsequenz“ eines jahrelangen Verhaltens, dass sich nicht in 4 Wochen „gerade biegen“ lässt.
Es gilt also zu sortieren was wichtig und was sehr wichtig ist und zu ergründen, wo Energie in vielen kleinen Portionen „verpulvert“ wurde, die anderswo jetzt dringend gebraucht würde, um zukünftig solche Energie-Engpässe zu verhindern.
Das klingt eigentlich ganz einfach- ist es aber nicht, sonst hätten wir es ja von Beginn an so gemacht und hätten jetzt nicht den Eindruck nirgends wirklich „kürzen“ zu können.
Uns fällt es als außenstehende Dritte stets leichter, die Probleme anderer „zu lösen“, als die Eigenen- denn wir schauen auf das Problem mit einer gewissen Distanz. Nachteilig ist dabei, dass wir nicht dabei waren und uns zunächst die (über Jahre entstandene Situation) schildern lassen müssen.
Die Psychotherapie muss diese vielen kleinen „Fehler“ finden,
(Ein einzelner Großer wäre lediglich eine Überforderung und kein Burn-out) und eine Strategie gegen sie entwicklen- das kostet Zeit.
nehme auch Tapletten wegen Depressionen(muß das sein?)
Mit dem Auffinden von kleinen Fehlern kann man zwar die zukünftigen Energie-Engpässe verringern/verhindern-
das aktuelle Tief ändert das jedoch nicht.
Das ist vielleicht DER entscheidende Grund, weshalb sich ein Burn-out nicht durch ein Gespräch mit einem guten Freund besiegen lässt.
Die Medikation in der Psychologie dient dazu den schlechten Zustand zu verbessern. Das passiert nicht sofort, denn die Medikamente brauchen stets eine Weile um zu wirken und nicht jedes Medikament ist für jeden gut, weshalb u.U. auch ein wenig ausprobiert werden muss (was nichts mit fachlicher Inkompetenz sondern mit unserer Individualität zu tun hat)- hier ist etwas Geduld von Nöten.
Ob das sein muss oder nicht hängt von 2 Faktoren ab-
zum einen stellt sich die Frage, ob der Zustand ohne adäquat ist
und zum anderen, ob eine Medikation für die Therapie sinnvoll ist.
Ich kann z.B. logischerweise mit niemandem ergründen, warum er stets so Antriebslos ist, wenn er nicht über die nötige Motivation verfügt, sich mit mir zu unterhalten.
Ob es in Deinem (oder jedem anderen) speziellen Fall notwendig ist, muss der jeweils behandelnde Arzt vor Ort unterscheiden und kein anderer kann sich dazu äußern (schon gar nicht im Inet).
Du hast aber jederzeit die Möglichkeit, wenn Du Deinem Therapeuten/ Arzt nicht hinreichend vertraust weitere Meinungen einzuziehen oder einen Wechsel anzustreben.
All die anderen Punkte, die Du ansprachst- zb. den Druck durch die Krankenkasse oder Deine Ungeduld (dir selbst und der Therapie gegenüber)- gehören in die Therapie.
Sprich mit Deinem Therapeuten darüber.
frosch
Hallo Frosch,
tolle Darstellung, fast schon lexikalisch,
bin sprachlos, und das will was heissen.
Vielleicht noch als Anmerkung eines vormals Outgeburnten:
- Prioriäten neu überdenken
- den Stolz auf Leistungsfähigkeit runterschrauben
- die Sucht nach Anerkennung löschen
- andere machen lassen und Freude daran haben
- Abstriche vom Programm machen, am besten allmählich reduzieren
- Vielweiberei reduzieren
- von Altruismus auf extremen Egoismus zu schalten versuchen
Das mag den Ratschlägen einer prof. Therapie widersprechen,
meine Selbsttherapie jedenfalls war nützlich,
für mich und alle meine Lieben.
mfg:stuck_out_tongue:it
[cool]