Hallo,
folgende Situation:
Ich war über mehrere Jahre krank. Nichts gefährliches, aber sehr schmerzhaft. In dieser Zeit hatte ich als Therapieversuche diverse Operationen, Reha, medikamentöse Therapien einschl. Schmerztherapie. Ich habe Schmerzmittel ohne Ende geschluckt (auch über die Höchstdosis hinaus) und hatte trotzdem nur wenig Wirkung. Ich war bei drei Psychotherapeuten, zweimal auf eigenen Wunsch, das dritte Mal auf Empfehlung des Schmerztherapeuten. Dazu psychologische Gespräche wg. der Reha. Der erste war mir völlig unsympathisch, da bin ich nie wieder hin. Nr. zwei + drei waren mir von Grund auf sympathisch und ich war jeweils ein paar Stunden dort. Beide haben dann weiter Sitzungen für unnötig gehalten, weil es eine organische Ursache meiner Probleme gab und sie es völlig normal fandenn, dass meine Psyche mitreagiert. Keine wirkliche Therapie also. Die Psychologin in der Reha hat alles mögliche mit mir gemacht (Gespräche, Entspannung, sogar Turnübungen) und hat mir schon geholfen. Dann habe ich mir im letzten Jahr die Gebärmutter entfernen lassen. Seitdem ist von der Seite her alles gut. Die Schmerzen sind komplett verschwunden. Danach war ich noch in der Reha und habe mich allgemein sehr gut erholt.
Kurz nach der Rückkehr aus dieser Reha hatte ich einen relativ schweren Unfall. Wurde zweimal operiert und war insgesamt acht Wochen in Reha. Anfangs ging fast gar nichts. Es hat mich aber nicht sonderlich umgehauen. Da war was passiert, ich hatte zwar Schmerzen, konnte die aber direkt dem Unfallereignis zuordnen und gut. Durch den Unfall habe ich mein schon seit zwei Jahrzehnten ausgeführtes und sehr erfüllendes Hobby aufgegeben. Reine „Vernunftentscheidung“, weil die Unfallgefahr hoch ist und ich schon öfter Verletzungen davon getragen habe. Mein Herz hängt da aber immer noch sehr dran. Ich könnte es im Moment körperlich nicht durchführen und ich denke auch, dass keine sportliche Aktivität besonders gut gelingt, wenn einem Angst im Nacken steht. Und trotzdem vermisse ich es sehr.
Nun bin ich mit der ganzen Situation bis etwa Anfang des Jahres ziemlich gut klar gekommen. Es ging aufwärts und ich habe mich nach neuen Hobbies umgeschaut. Seit ein paar Monaten stagniert aber der Fortschritt in der Genesung. Ich mache regelmässig Übungen, Krafttraining usw. Langweiligt mich total, es gibt aber im Moment keine Alternativen. Aber es passiert nichts. Wenn ich versuche, zu steigern, habe ich gleich die Quittung. Und ohne Steigerung wird es nie besser. Mache ich eine falsche Bewegung, habe ich oft tagelang weitere Schmerzen als Ergebnis. Dazu kommt, wie schon vorher bei der anderen Erkrankung, dass ich mit den Schmerzmitteln scheinbar ein Problem habe. Die wirken nicht. Im letzten Jahr hatte ich Schmerzpflaster, die sehr gut halfen. Aber die stehen jetzt nicht zur Debatte und die möchte ich auch dafür nicht haben. Wären wohl auch zu viel des Guten. Dazu kommt noch, dass die Frage einer weiteren OP zur Metallentfernung im Raum steht. Die ersten Monate habe ich mich gefreut, dass nichts schlimmeres passiert ist. Und nun komme ich mit dem jetzigen Ergebnis nicht klar. Ich kann arbeiten und halt diese blöde Gymnastik machen. Aber bewegungstechnisch kaum Dinge, die mir in irgendeiner Weise Spass machen. Alles was mit Laufen, Springen usw. zu tun hat geht nicht. Alles wo man nicht so kontrolliert bewegt wie z.B. Ballspiele geht nicht. Radfahren geht nur sehr begrenzt. Nach einer dreiviertel STunde zu Fuss gehts nicht mehr. Ich bin einfach unzufrieden.
Und jetzt… schäumt alles über. Ich mag so nicht mehr, bin regelmässig am heulen. Es geht halt nicht mehr vorwärts, ich bin frustriert. Meine Ärzte gehen mir auf den Keks. Der eine, der mir unterstellt, dass ich ja gar nicht trainiere sondern nur an der Bar sitze (er findet das lustig) und die Operateure, die sich nur um die Metallentfernung scheren und sich für die noch bestheenden Probleme gar nicht interessieren. Und jeder sagt was anderes.
Ich bin nun am überlegen, ob mir doch noch mal psychotherapeutische Hilfe gut tun würde. Durch die Erfahrung von früher bin ich mir da nicht so sicher, „ob die mich überhaupt nehmen“.
Was ich gerne wissen möchte: Wenn Ihr Psychotherapie doch für geeignet haltet: Worauf muss ich achten, welche Therapieform ist geeignet? Oder aber: Wie komme ich allein aus diesem Tief heraus, gerade um mich wieder mehr für das Training zu motivieren?
Worauf ich jetzt gar nicht könnte wäre wieder die Aktion ala: „Wir warten monatelang auf einen Termin, erzählen die komplette Geschichte und kriegen dann doch eine Abfuhr“
Vielen Dank fürs Lesen
VG
MOnroe
), der Artikel ist aber nicht mehr online - warum auch immer.