Hallo Psychologen!
Wer hat Erfahrung in Alltäglichen Situationen das Wissen anwenden?
Hab dutzende entsprechende Bücher gelesen,- viel im Kopf,- aber nur Theorie.
Ich meine sowas wie; ,Äußere nur gute Gedanken", ,Erzähle niemals deine Vorhaben", ,Kritik an anderen in Form eines Scherzes ausüben",…u.s.w.
Kenne die meisten Sachen auswendig, wenn es aber dazukommt, wo ich das life anwenden könnte, vergesse ich alles auf einmal und handele so, wie ich es gewohnt bin,- automatisch, instinktiv.
Mein Wissensstand ist folgender: Ich erkenne die Situation nicht und daher komme auf den entsprechenden richtigen Verhandelsmuster nicht. Wenn mir einer widerspricht, höre ich seine Meinung mir nicht zu ende an, was meistens taktisch klug wäre, sondern widerspreche instiktiv sofort.
Erst danach erkenne ich die Situation und mein Fehlverhalten.
Wo ist der Schalter, wie schätze ich das Geschehene schnell ein und assoziiere es mit meinem Wissen?
Welche Techniken gibt es dafür?
In den Büchern, die ich gelesen habe steht nichts davon.
ODER GEHT ES NUR MIR SO…!?
Danke für die kompetenten Antworten!
Hallo Stefan,
Ich meine sowas wie; ,Äußere nur gute Gedanken", ,Erzähle
niemals deine Vorhaben", ,Kritik an anderen in Form eines
Scherzes ausüben",…u.s.w.
solche Ratschläge nützen Dir nicht viel, weil sozial kompetentes Verhalten - darum geht´s wieder einmal - situations-, gruppen- und kulturabhängig ist. Siehe dazu:
FAQ:1079
und
http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychotherapie…
Auch Tipps zu anderen Bereichen wie „Immer positiv denken“ sind zu oberflächlich, als daß sie pauschal empfohlen werden können. Oder ist es immer sinnvoll, einem Trauernden zu sagen, er solle „positiv denken“ über den Tod eines lieben Menschen? Ich denke, oft ist es das nicht.
Kenne die meisten Sachen auswendig, wenn es aber dazukommt, wo
ich das life anwenden könnte, vergesse ich alles auf einmal
und handele so, wie ich es gewohnt bin,- automatisch,
instinktiv.
Ja, man muß üben, üben, üben.
Welche Techniken gibt es dafür?
Üben, üben, üben (siehe FAQ oder Internetlink).
Grüße,
Oliver Walter
Wenn man diese Leitgedanken anwenden kann, wird man viel Unbill vermeiden können. Es sind sehr gute Gedanken.
Wenn Du spürst, daß Du in der Praxis völlig gegensätzlich handelst, ist das ein Zeichen von Unbewußtheit. Hier gilt also im Gespräch sich nicht von der Regung anderer anstecken zu lassen, sondern im Eigenen Bewußtsein zu verharren und aus dieser Position heraus zu handeln.
Mache, bevor Du losschnatterst
- innerlich einen Schritt zurück und antworte erst dann. Das erfordert Übung, wie unten richtig gesagt wurde.
gruß
rolf
Hallo Oliver
danke für die Auseinandersetzung,
solche Ratschläge nützen Dir nicht viel, weil sozial
kompetentes Verhalten - darum geht´s wieder einmal -
situations-, gruppen- und kulturabhängig ist.
Auch Tipps zu anderen Bereichen wie „Immer positiv denken“
sind zu oberflächlich, als daß sie pauschal empfohlen werden
können. Oder ist es immer sinnvoll, einem Trauernden zu sagen,
er solle „positiv denken“ über den Tod eines lieben Menschen?
Ich denke, oft ist es das nicht.
Es ist ja völlig klar, dass es immer auf die Situation ankommt. Man kann nicht wie ein vorprogrammierter Roboter durch das Leben laufen und in jeder Situation immer nach dem entsprechenden Muster handeln.
Meiner Meinung nach ähnelt eine Kommunikation einem Schachspiel, wo man die ganze Konstellazion im Auge hat, Reaktionsalternativen durchdenkt, ahnt wohin was führen würde, anschließend der bestmöglichen Variante nachgeht.
Was ich meinte ist, wie ich die Situation erst richtig erkenne, um mein Wissen überhaupt anwenden zu können. Natürlich würde ich dann immer situationsbedingt und angemessen agieren. Natürlich würde ich einem schwerverletzten Unfallopfer nicht sagen, dass alles was uns nicht umbringt uns härter mache.
Wie ich es aus dem, von Ihnen gegebenen FAQ, verstanden habe, spielen Sie mit jedem einzelnen EINE BESTIMMTE Situation durch, wobei einer aus der Gruppe die Rolle eines entsprechenden Opponenten spielt. Ist dann ja auch dem Tränierenden zu zutrauen, dass er die Situation später ,live" wiedererkennt und gleich das durchgespielte Muster aufrufen kann. Ist es ihm aber zu zutrauen, dass er z.B. in allen ähnlichen (aber auch kränkenden) Situationen unter anderen Umständen, mit anderen Menschen genau so ,spielend" und träniert reagiert?
MFG
Stefan
Hallo, Stefan,
Wie ich es aus dem, von Ihnen gegebenen FAQ, verstanden habe,
spielen Sie mit jedem einzelnen EINE BESTIMMTE Situation
durch, wobei einer aus der Gruppe die Rolle eines
entsprechenden Opponenten spielt.
ja, richtig. Allerdings ist es manchmal erforderlich, diese Situation mehrmals durchzuspielen. Zudem können auch mehrere Situationen pro Person geübt werden. Und: Im Gruppentraining lernen selbst diejenigen, die in einer Rollenspielaktion nicht aktiv mitmachen, sondern „nur“ zusehen.
Ist dann ja auch dem
Tränierenden zu zutrauen, dass er die Situation später ,live"
wiedererkennt und gleich das durchgespielte Muster aufrufen
kann.
Der Transfer auf den Alltag ist sehr wichtig. Deshalb sollten im Training Situationen geübt werden, die im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Nach jeder Übungsstunde gibt es Aufgaben, das Gelernte in konkreten Situationen im Alltag anzuwenden. Das ist eine entscheidende Bedingung für den Erfolg eines solchen Trainings.
Ist es ihm aber zu zutrauen, dass er z.B. in allen
ähnlichen (aber auch kränkenden) Situationen unter anderen
Umständen, mit anderen Menschen genau so ,spielend" und
träniert reagiert?
Es geht nicht um meisterliches Verhalten in allen Situationen unter allen Umständen. Es geht darum, Kompetenzen zu erlernen bzw. auszubauen, um sich in solchen oder ähnlichen Situationen sozial kompetenter als vorher zu verhalten. Übung macht in dieser Hinsicht den Meister. Niemand soll denken, daß ein Kurs von - sagen wir - 6-8 Wochen mit einer Übungsstunde wöchentlich ihn zum Meister macht. Allerdings können in diesen Wochen Grundsteine gelegt werden, die - bei kontinuierlicher Übung - zu beachtlichen Erfolgen führen. Und das schon während dieser 6-8 Wochen. Die Erfolge sind zum Teil erstaunlich, gewinnen doch manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einsichten in problematische Bedingungen ihres Sozialverhaltens, die ihnen vorher vollkommen unklar waren.
Beste Grüße,
Oliver Walter
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Besten Dank
Mein Fazzit also, ich soll mir angewöhnen mich ab und zu zufragen um welche Situation es sich im Moment handelt bis es zu Automatismus kommt.
Danach soll ich mir antrenieren, das entsprechende Verhältnismuster schnell aufzurufen, solange, bis es zu meiner Eigenschaft wird.
Ich ahne,was für eine Riesenarbeit vor mir steht.
Das wird es sich aber rechnen, denn kenne eine Person die sozial sehr kompetent ist und allseitige Akzeptanz und Annerkennung geniest.
Bin der Meinung, dass diese Kompetenz im Berufs- und im alltäglichen Leben mehr bringt als jede andere.
MFG
Stefan
Psychotricks sind nicht viel wert
Wo ist der Schalter, wie schätze ich das Geschehene schnell
ein und assoziiere es mit meinem Wissen?
Es gibt keinen Schalter.
Welche Techniken gibt es dafür?
Vergiss die „Techniken“. Selbsterfahrung ist ein ernsthafterer Prozess, der jenseits von Tricks und Techniken liegt.
Gruß, Branden
Hallo,
ich habe die Erfahrung gemacht daß „Psychotricks“ vor allem im Umgang miteinander im Berufsleben angewandt werden. In manchen beruflichen Bereichen muß man ständig aufpassen was man sagt. Hier wird auch am häufigsten manipuliert.
Im privaten Bereich halte ich so etwas für unangebracht denn man braucht ein Refugium wo man „ich selbst“ sein kann, alleine um keine „psychischen Schäden“ zu nehmen.
Leider gibt es zu viele Menschen die ihr Verhalten vom Berufsleben aufs Privatleben transferieren.
Grüße,
Ralf
Hallo Ralf,
ich habe die Erfahrung gemacht daß „Psychotricks“ vor allem im
Umgang miteinander im Berufsleben angewandt werden. In manchen
beruflichen Bereichen muß man ständig aufpassen was man sagt.
Hier wird auch am häufigsten manipuliert.
Stimmt.
Tatsache. Und das prinzipiell zu ignorieren heißt für mich altmodisch zusein und ist auf jeden fall mit Verlusten verbunden, schlechtere Karten haben und und und …
Im privaten Bereich halte ich so etwas für unangebracht denn
man braucht ein Refugium wo man „ich selbst“ sein kann,
alleine um keine „psychischen Schäden“ zu nehmen.
Einspruch!
Tue nicht denken, dass wenn ich meine Freundin ausreden lasse (wenn auch Unsinn) ich darunter später psychisch leiden würde.
Leider gibt es zu viele Menschen die ihr Verhalten vom
Berufsleben aufs Privatleben transferieren.
Die Psychotricks scheinen unpersönlich, hinterhältig und unfähr nur dann zu sein, wenn man die Vorgehensweise nicht verfolgen kann, ihrer Wirkung aber bewusst ist und nur verspührt manipuliert zu werden.
Setze Dich aber damit auseinander, so bemerkst du, dass der Mensch sich nur mühe gemacht hat dir zuzuhören, dir gegenüber freundlich war und du dadurch offener seinen Wünschen gegenüber aufgetreten bist.
So manch logischer ,Trick" wird nach der Auflösung auch menschlicher. 
Und die Zaubertricks verlieren nach ihrer Auflösung gar an Wichtigkeit und Bewunderung.
Grüße,
Stefan