Nö…
Hallo Angie,
ich denke auch, dass es erstmal ganz gut ist mit der Fachärztin zu sprechen.(Ob die in der Psychotraumatologie bewandert ist, wäre natürlich auch noch interessant.)
In der Trauma-Therapie gibt es(bzw. sollte es wünschenswerterweise geben!)soviele Ansätze, Methoden und Möglichkeiten wie Menschen, die davon betroffen sind.
Ich und meine PtBS
)) gehen nur zu ambulanten Therapeuten, da ich ebenso wie du eine Krankenhausphobie habe und es außerdem(traumabedingt) für meine Stabilität/Funktionalität brauche, jederzeit aus Situationen rausgehen zu können und sie weitesgehend eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten.
Ich habe aber auch seit Jahren ein stabiles soziales Umfeld, habe Beziehungen, die sicher, tragfähig und gesund sind und bin voll „alltagstauglich“.
Traumatherapie besteht zu einem Großteil aus Stabilisierung(Stabilisierung und nochmal Stabilisierung!), Lernen mit den flashs, der Panik und den daraus resultierenden Vermeidungsstrategien umzugehen, Lernen, sich eine gute sichere Umgebung zu schaffen, Wiederholungstendenzen erkennen/vermeiden, selbstschädigendes Verhalten(wie z.b. Essstörungen)in den Griff bekommen etc.
Das kann jahrelang(oder überhaupt)das Einzige sein, was ansteht.
Mit dem Erinnern allein ist nichts bewältigt und auch ohne Erinnerung ist eine Bewältigung möglich.
Wo, wie und vor allem mit WEM du das machst hängt ganz allein von dir ab, du allein weißt, was gut, sicher und richtig für dich ist.
Für viele bedeutet Klinik Schutzraum in dem sie sich, ohne vom Alltagsgeschehen destabilisiert zu werden, voll auf die Traumaarbeit einlassen können. Das sind u.A.Menschen, die in „ungesunden“, ungünstigen, belastenden Umständen leben und/oder das Trauma immer wieder reinszenieren.
Für MICH ist Krankenhaus(und Ärzte) ein Megatrigger und Alltag das, was mir die Stabilität und Lebensfreude bringt, die ich brauche, um die Schrecken zu verarbeiten.
Die Möglichkeit das traumatische Ereignis unbeschadet anzusehen, ergibt sich meistens erst nach jahrelanger Stabilisierung(manchmal auch nie!)
Für die Methoden gilt Ähnliches, für manche sind Imaginationsverfahren mit sicherem Ort suchen, Tresorübungen für belastende Sachen u.s.w. total klasse, andere drehen dabei erstmal durch.
Für manche sind Entspannungsübungen und Atemtechniken hilfreich, anderen reicht ein tiefer Atemzug, das Gefühl nachlassender Kontrolle um voll ins Traumageschehen reinzurauschen und überflutet zu werden.
Einigen reicht es einmal die Woche Gesprächstherapie zu machen, andere brauchen höhere Frequenzen, manche machen Kunsttherapie oder körperorientierte Sachen, was für andere wiederum hochgradig belastend/retraumatisierend sein kann.
Und das alles kann sich auch immer wieder mal ändern.
Was mal undenkbar/schädigend/kontraindiziert war, kann plötzlich unter veränderten Bedingungen hilfreich und heilsam sein.
Um zu erkennen was passend ist, finde ich es wichtig einen Therapeuten zu finden, der qualifiziert, empatisch und flexibel ist oder der erstmal METHODENOFFEN berät(was aber vielleicht nicht so einfach ist, weil natürlich jeder Therapeut seine Methode favorisiert)oder selbst schon vorher abzuchecken, was stimmig ist und was gar nicht geht.
Emdr wird meines Wissens auch ambulant gemacht, braucht aber wohl eine absolut tragfähige Therapeutenbeziehung UND ein sicheres Umfeld zum Auffangen.
Laienhaft würde ich jetzt mal sagen, wenn du durch die Umstände der Geburt retraumatisiert wurdest, musst du erstmal wieder runterkommen(psychisch und physisch).
Um das Trauma ANZUGUCKEN brauchst du meiner Meinung nach Stabilität und eine tragfähige Beziehung zu einem Therapeuten, eine sicheres Umfeld und Strategien dich selbst zu stabilisieren.
Wenn du dir absolut sicher bist, dass alleine die Tatsache eines Klinikaufenthaltes dich in Panik versetzt, bzw. durch die Art deines Traumas(Unfall + Krankenhaus)retraumatisierend wirkt, würde ich dir empfehlen lieber andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Die gibt es.
Alles Gute
Anna