Pubertät. Hilfe?

Hallo ihr da draussen,

wie geht es euch, die ihr Eltern von Kindern zwischen 13, und sagen wir 18 Jahren seid?

Treiben sie euch auch in den Wahnsinn mit immer wiederkehrenden Debatten, Diskussionen die schon 1000 mal geführt wurden, Geschrei, Genörgel, Türenknallen, Heulen, kreischen,
„ALLE anderen in meinem Alter (15) dürfen bis nachts um 2 Uhr wegbleiben!! Nur ich nicht!! Oh MANN!! ALLE dürfen!“ und so geht es Stunden, jeden Tag, jedes Wochenende…
„WAAAAAS?!? ICH soll den Müll rausbringen/das Licht im Bad ausschalten/Die Türe zunmachen/mit dem Hund Gassi gehen… ICH?! IMMER ich!! … heul-jammer-schrei-Türenknall“ ARGH. *L*

Ich dachte Kinder sind schlimm wenn sie im Trotzalter sind, ich dachte Kinder sind anstrengend wenn sie als Babys ganze Nächte durchweinen und schreien aber das ist nichts gegen den Nervenkrieg mit einem Bündel Hormone das ständig Forderungen stellt aber nichts zurückgibt. Ich wusste nicht, dass die schlichte Aufforderung, mal eben den Müll rauszubringen eine etwa 90 minütige Debatte nach sich zieht. Und das täglich.

Wie geht ihr damit um?
Was erlaubt ihr?
Was fordert ihr?
Müssen eure Kinder im Haushalt mithelfen, auch wenn sie arme überforderte geknechtete Gymnasiasten sind?

Gibt es Tipps für Eltern die Pubertät der Kinder einigermassen nervlich gesund zu überstehen?

*Gestresster Gruss*

hallo,

ok, erst mal vorne weg, meine kids sind nicht zwischen 13 und 18, aber auch bei uns gibt es immer wiederkehrende debatten, über die zeitspanne der frei verfügbaren zeit, wegen dem nach hause kommen und etwas beteiligung im haushalt.

natürlich reagieren teens anders und teilweise heftiger und respektloser als es nun meine kids tun würden, aber ich denke als eltern sollte man dies aufmüpfige verhalten weder bei den kleinen noch den großen billigen.

ich weiß nicht in welcher form du schon versucht hast mit deinen kids eine regelung zu finden und wie bei euch diese diskussionen ablaufen, aber mein tip wäre einfach mal alle betroffenen an den runden tisch zu bringen ( er darf natürlich auch eckig sein :smile: und versuchen eure angespannte situation zu klären.

ok, du wirst dir nun sagen, die hat ja gut reden, sie hat ja dieses theater nicht täglich in dieser form wie ich, und das hab ich ja schon alles versucht… dennoch würde ich genau dieses vorschlagen.

ich denke in einer gemütlichen stimmung diskutiert es sich besser, und am besten wenn man vorher gewisse diskussionsregeln ausmacht, an die man sich halten muss ( alles andere wäre total kindisch, das zieht immer). also, nicht laut werden, vernünftige argumente bringen, nicht beleidigt aufstehen und davon rennen. die umgebung würde ich auf gemütlich machen, also nicht das grelle deckenlicht einschalten, sondern eher dimmen oder wenn nicht anders möglich eben ein paar kerzen aufstellen, denn das entspannt. auf jeden fall sollten alle wirklich satt sein, denn ein hungriger magen fördert die entspannung nicht wirklich.

zudem denke ich, dass viele halbwüchsige sich zuwenig gedanken über das jugendschutzgesetz machen, und von daher trotzig reagieren. vielleicht sollte man dort ein paar gedankenstösse geben, warum ihr euch eben daran haltet. was schlimmstenfalls passieren kann, wenn nicht.

ich weiß, es ist eine sehr stressige situation, aber wirklich helfen kann man als außenstehender eh nicht, da muß jede familie ihren eigenen weg finden. nur eines ist sicher knallharte verbote helfen absolut nichts, im gegenteil.

in bezug auf den haushalt würde ich einen haushaltsplan erstellen, in dem jedes familienmitglied, auch die geknechteten gymnasiasten, ihren part übernehmen. ich denke, sie sollten schon lernen, dass man nur etwas bekommt, wenn man im gegenzug auch etwas dafür tut ( so bekommen sie schon mal eine ungefähre vorstellung von der arbeitswelt). und wegen des vergessens des ausschalten der lichter, würde ich einfach mal vorrechnen, welcher mehrbedarf sich daraus ergibt, und da heute jeder mehr oder weniger sparen muss, ankündigen, dass es weniger taschengeld gibt als sonst, da dieser mehrbedarf auch bezahlt werden muss.

Ich dachte Kinder sind schlimm wenn sie im Trotzalter sind,
ich dachte Kinder sind anstrengend wenn sie als Babys ganze
Nächte durchweinen und schreien aber das ist nichts gegen den
Nervenkrieg mit einem Bündel Hormone das ständig Forderungen
stellt aber nichts zurückgibt. Ich wusste nicht, dass die
schlichte Aufforderung, mal eben den Müll rauszubringen eine
etwa 90 minütige Debatte nach sich zieht. Und das täglich.

falsch gedacht…so würde es ja langweilig werden ohne die tägliche herausforderung. nein im ernst, das ist normal, gehört zu einer gesunden entwicklung dazu. ein kleiner trost, ich weiß…

Wie geht ihr damit um?
Was erlaubt ihr?
Was fordert ihr?
Müssen eure Kinder im Haushalt mithelfen, auch wenn sie arme
überforderte geknechtete Gymnasiasten sind?

Ich würde generell nur erlauben, was mich nicht in gesetzlichen konflikt bringt, wenn eben disse nur bis 22.00 erlaubt ist, dann geht es eben nur bis 22.00. ich habe zuhause mit meiner schwester einmal erlebt wie sie mit grüner begleitung heimkam, und welchen ärger das dann richtig gab, auch mit behörden.
fordern tu ich das im rahmen mögliche, zumindest von meinen „großen“ ( 5-9), tisch decken, zumindest an den wochenenden, eigene dreckwäsche in die waschküche tragen, müll raustragen, kleinigkeiten einkaufen, hund füttern, etc.

ansonsten solltet ihr eltern euch einig sein, was euch wichtig ist, und diese interessen auch geschlossen vertreten, so merken eure kids, dass ihr eine geschlossene gemeinschaft seid. so wird das gegeneinander ausspielen auch recht schnell unterbunden. gebt euch bescheid, wenn ein elternteil ein verbot ausgesprochen hat, und führt dies dann auch an, wenn das kind am nächsten tag sein glück beim anderen elternteil versucht.

ich wünsch euch viel glück bei euren debatten und kopf hoch, es heißt ja immer die kids wachsen da so schnell wieder raus wie rein.

lg tanya

Hallo,
wirklich helfen kann ich wahrscheinlich nicht, ich habe zwar auch einen kleinen Pubertisten, aber er ist ja gegen deine Schilderung fast ein Engel. Da kommt mal ein „Mann Alter, schon wieder…“, worauf ich mich gar nicht angesprochen fühle. Ich versuche einfach die gelegentlichen „Ausbrüche“ zu ignorieren bzw. mit einem Lächeln zu überspielen.
Aufgaben hat er, sein Zimmer in Ordnung zu halten und mal Wäsche aufhängen/abnehmen u.ä.

Wenn ein Gespräch in Ruhe nichts hilft, hilft vielleicht noch ein „wie du mir, so ich dir“. Dann wird eben die Wäsche des Pubertisten nicht mehr gewaschen, der dreckige Teller vom Frühstück bleibt stehen, Einkaufswünsche werden nicht berücksichtigt usw. - denn letztendlich beruht das Zusammenleben in der Familie auf ein Geben&Nehmen von allen Seiten.

Beatrix

…habe selbst noch nicht das Vergnügen und kann nur auf meine Jugend zurück schauen… da gab es so extreme Auseinandersetzungen nicht, zumindest nicht, wenn es um die Hausarbeit ging. Da gab es klare Regeln und zwar schon im Kindergartenalter (einmal in der Woche das kleine Regal im Wohnzimmer staubwischen und alle 14 Tage die Treppe runter kehren) und da wurde nicht lange drüber diskutiert. Die Diskussionen hatten meine Eltern bereits vor dem Teenealter geführt.

Ansonsten habe ich in meiner Jugendarbeit gelernt mich gar nicht mehr auf jede Diskussion einzulassen. In der Regel reicht einmal ein ganz klare Ansage MIT BEGRÜNDUNG (vielleicht hilft Euch da ja der Runde Tisch)und danach nur noch der Satz: Was hatten wir besprochen? - keine Diskussion!!! Die wissen genau was sie dann zu tun haben. Sicherlich müssen manche Sachen erkämpft und auch durchdiskutiert werden, aber nicht jeder kleine Kram wie die Hausarbeit. Dafür ist die Zeit einfach zu schade.

Dabei geht es hier nicht immer darum, was die lieben Kleinen als fair empfinden, sondern manchmal reicht einfach auch das aus, was ICH WILL! Familie hat nur begrenzt was mit Demokratie und Gleichberechtigung zu tun und die Teenes suchen ja bewußt Grenzen - Also setze diese auch. Schließlich will man als Erwachsener auch lieber alleine in den Urlaub, keine Kindergeburtstage feiern und auch nicht sein hart erarbeitetes Geld in Mofareifen investieren, weil der Junior mit dem Vehikel den dicken Max in der Gruppe macht ;o)

Hallo

Du schriebst über heranwachsende Jugendliche …

Treiben sie euch auch in den Wahnsinn mit immer
wiederkehrenden Debatten, Diskussionen die schon
1000 mal geführt wurden, Geschrei, Genörgel,
Türenknallen, Heulen, kreischen,

Sei doch froh. Das ist doch ganz toll. Das machen
die Kinder, weil sie ihre Eltern ganz doll lieben,
sich ganz doll wohlfühlen und ganz doll sie selbst sind :wink:

Gibt es Tipps für Eltern die Pubertät der Kinder
einigermassen nervlich gesund zu überstehen?

OK, Spass beiseite. Du solltest es wirklich
positiv „umdeuten“, denn laut
http://www.familienhandbuch.de/cms/Familienforschung…
gilt:

 Smetana (1993) konnte zeigen, dass in <u>vollständigen Familien</u> die
<u>Auseinandersetzung</u> zwischen Müttern und Kindern darüber, ob eine 
 Entscheidung eher der elterlichen Verantwortlichkeit oder der 
 Entscheidung des Jugendlichen unterstehe, <u>doppelt so häufig</u> 
 auftritt wie in geschiedenen Familien. 

 Dieses Ergebnis beinhaltet auch das Erscheinungsbild, dass 
 in geschiedenen Familien eine größere Harmonie zwischen Mutter 
 und Kind in dieser Entwicklungsphase beim Übergang zur Jugend 
 vorgefunden wurde als in den vollständigen Familien. 

<u>Auf der anderen Seite</u> aber weisen Fragebogenstudien 
 zum subjektiven Erleben beim Übergang zur Jugend darauf hin, daß
 die Kinder aus Trennungsfamilien ein geringeres Selbstwertgefühl 
 besitzen und gerade beim Beginn der Jugend vermehrt depressive 
 Symptome zeigen (Conger & Chao, 1996).

Also, Du möchtest nicht wirklich „brave“ pubertierende Kinder
haben, oder?

Grüße

CMБ

Hallo,

meine Söhne sind 3 und 7, deshalb kann ich hier eigentlich nicht mitreden, zumindest nicht aus eigener Erfahrung. Trotzdem haben meine Frau und ich uns schon Gedanken gemacht. Ob sich die in der Realität umsetzen lassen, werden wir ja sehen :wink:
Auch ist mir klar, dass ich mit Jungs wohl weniger bzw. andere Probleme haben werde. Jungs ziehen sich normalerweise in der Pubertät eher zurück, während Mädchen eher den Konflikt suchen.

Treiben sie euch auch in den Wahnsinn mit immer
wiederkehrenden Debatten, Diskussionen die schon 1000 mal
geführt wurden, Geschrei, Genörgel, Türenknallen, Heulen,
kreischen,

kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen…

„ALLE anderen in meinem Alter (15) dürfen bis nachts um 2 Uhr
wegbleiben!! Nur ich nicht!! Oh MANN!! ALLE dürfen!“ und so
geht es Stunden, jeden Tag, jedes Wochenende…
„WAAAAAS?!? ICH soll den Müll rausbringen/das Licht im Bad
ausschalten/Die Türe zunmachen/mit dem Hund Gassi gehen…
ICH?! IMMER ich!! … heul-jammer-schrei-Türenknall“ ARGH. *L*

Ich dachte Kinder sind schlimm wenn sie im Trotzalter sind,
ich dachte Kinder sind anstrengend wenn sie als Babys ganze
Nächte durchweinen und schreien aber das ist nichts gegen den
Nervenkrieg mit einem Bündel Hormone das ständig Forderungen
stellt aber nichts zurückgibt. Ich wusste nicht, dass die
schlichte Aufforderung, mal eben den Müll rauszubringen eine
etwa 90 minütige Debatte nach sich zieht. Und das täglich.

Muss es nicht. Die Kids, sorry, die Jugendlichen probieren es natürlich. Könnte ja sein, dass man dann doch darum rumkommt. Haben wir doch genauso gemacht. Da liegt es an dir als Respektsperson oder auch als Kumpel solche Diskussion nicht aufkommen zu lassen.

Ich denke, das Geheimnis liegt in der Konsequenz. Einmal weich werden und sagen: „OK, is gut, ich machs schon selber!“ reicht und du hast verloren. Die probieren es dann immer wieder, sich zu drücken. Wenn du es einmal erlaubst, dass er/sie bis z.B. 1:00 Uhr weg darf, wird er/sie es immer wieder fordern. Vor allem du und dein Mann (falls vorhanden) müsst am gleichen Strang ziehen. Auch wenn einer mal anderer Meinung wäre, darüber nicht vor den Kids diskutieren. Ihr müsst ihnen zeigen, dass ihr euch einig seit und eine Front darstellt. Hört sich jetzt nach Kriegsführung an, ist es auch in gewisser Weise…

Wie geht ihr damit um?

Erstmal ruhig bleiben. Nicht auf das Niveau begeben und mit rumschreien. Eine Diskussion ist in dem Moment auch falsch, die kann man zu anderer Zeit mit allen Familienmitgliedern besser abhalten. Einfach(jaja) konsequent bleiben.
Wir versuchen auch schon, mit unserem großen vernünftig zu reden und es ihm zu erklären. Zeigt nicht immer die Wirkung, da Kinder generell nicht immer vernünftig sind. Aber doch recht oft. „Wir tun viel für dich, also kannst du doch auch mal was für uns tun, wenn wir dich schon darum bitten!“ sieht er eigentlich schon ein. Ich denke, es kann auch mal hilfreich sein, seine/ihre Bitten auch mal einfach auszuschlagen: „Weisst du noch, als ich dich gebeten habe, den Müll rauszubringen? Hast du nicht gemacht. Jetzt hab ich keine Lust dich irgendwo hinzufahren/dir irgendwas zu kaufen.“ Wobei sich das dann nicht hochschaukeln sollte, hier kann man dann auch mal nachgeben und ihn/sie daran erinnern, das nächste Mal einen Gefallen nicht auszuschlagen.

Was erlaubt ihr?

Auf alle Fälle nur das, was gesetzlich auch erlaubt ist. Ein 15jähriger hat um 2:00 Uhr nichts draussen zu suchen. Wenn die Polizei den aufgreift kriegen nun mal die Eltern mächtig Ärger. Genau den Sachverhalt sollte man den Teens auch klarmachen.

Was fordert ihr?
Müssen eure Kinder im Haushalt mithelfen, auch wenn sie arme
überforderte geknechtete Gymnasiasten sind?

Hm, das ist eine gut Frage. Ich denke, das richtet sich nach den Familienverhältnissen. Eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern ist auf alle Fälle auf die Hilfe ihrerer Kinder angewiesen. Eltern mit einem oder zwei Kindern können den Haushalt evtl. auch alleine schmeissen. Grundsätzlich sollte ein Kind sein Zimmer aufräumen. Ich denke, dass ist zumutbar und auch einzusehen. Ob ein Teen jetzt staubsaugen und -wischen muss, lass ich mal offen. Kann man in der Diskussion auf den Tisch bringen: „Ich kann nicht saubermachen, weil du ja alles rumliegen lässt. Also musst du selber saubermachen.“ Irgendwo kann man ja auch Kompromisse eingehen. Muss ein 15jähriger selber waschen oder bügeln? Ich tendiere eher zu einem Nein.

Grundsätzlich hat die Schule Vorrang. Auch vor den häuslichen Arbeiten. Dazu zähle ich auch eine Erholungsphase nach der Schule, die meiner eigenen Erfahrung nach dringend nötig ist. Je höher die Schule, desto höher auch die Anforderungen und je höher der Aufwand für Hausaufgaben und Lernen. Natürlich übertreiben vielleicht einige Teens und einige grundlegende Dinge kann man schon verlangen. Wenn er/sie in der Küche rumlungert und aufs Essen wartet, kann er/sie auch schnell den Müll raustragen. Wenn er/sie sich eine Stunde schick machen kann, kann er/sie auch mal 5 Minuten das Zimmer in Ordnung bringen.

Wichtig sind, denke ich, klare Regeln. Diese sollte man zusammen an einem Tisch aufstellen. Es wird auch erforderlich sein, dieses Ritual öfter mal zu wiederholen, da sich auch die Anforderungen und die Situationen innerhalb der Familie ändern. Aber diese Regeln, gemeinsam aufgestellt, dürften eine bessere Resonanz haben, als „willkürliche Befehle“ (aus Sicht der Teens) von Mama und Papa.

Gibt es Tipps für Eltern die Pubertät der Kinder einigermassen
nervlich gesund zu überstehen?

Oropax und Schaumstoffknüppel… :wink:

Ich erwarte nicht, mit diesen theoretischen Ansätzen problem- und streitlos durch die Pubertät unserer Kinder zu kommen. Aber ich habe weder vor, den Tyrann noch den nachsichtigen Papi zu spielen. Es gibt gewisse Regeln, die man gemeinsam aufstellen kann, an die sich alle zu halten haben. Ohne Ausnahme. Dass das nicht ohne Diskussion und heruntergezogene Mundwinkel geht, ist mir jetzt natürlich auch klar.

*Gestresster Gruss*

*mitfühlender Gruss zurück*
Jolly

Hallo!
Natürlich kenne ich diese endlosen Diskussionen über den Sinn(aus meiner Sicht) und Unsinn(aus Sicht meiner kids)über Regeln,Ge- und Verbote.
Natürlich dürfen auch hier die „anderen“ länger weg,müssen nie daheim helfen,dürfen generell mehr und kriegen viel mehr Taschen-,Klamotten- und anderes -geld.
Ebenso knallen auch hier Türen,bin ich altmodisch und verstehe prinzipiell nichts.Ahnung vom schweren Teenieleben habe ich sowieso nicht.
Du siehst:deine Schilderung klingt eigentlich ganz normal.
Irgendwann habe ich mit meinen Teenies nicht mehr groß diskutiert.Wozu auch?Ich habe sie einfach 1-2x gebeten ihre Aufgaben zu erfüllen.Ging das nicht…ging bei mir auch nix.Z.B. der Müll…meine Herrschaften haben das immer unauffällig vergessen.Eines Abends standen sie da und wollten Abendessen-aber es gab nix.Mordsaufstand und dann die Frage"warum hast Du nicht gekocht???"Antwort:„Ihr habt euren Müll nicht rausgebracht.Jetzt steht er mir im Weg und ich komm nicht mehr an Herd und Spüle“.Auf die Frage warum ich denn nicht den Müll wegbrachte ging ich nicht ein.Ratzfatz war der Müll dann draußen.Seither flammt diese Diskussion sehr,sehr selten auf.
Gewaschen wird nur,was im Bad in der Dreckwäsche liegt.Alles andere ist nicht dreckig.
Weggehen ist im Rahmen des Jugendschutzgesetzes geregelt.Der Hinweis darauf erspart viel Theater.Ausnahmen mache ich bei privaten Partys.Da können sie auch mal länger wegbleiben.
Ich habe mir angewöhnt bei der Einhaltung von Regeln stur wie ein Esel zu sein;ihre Ausbrüche zu ignorieren;sie möglichst nicht kritisieren(was bei weiblichen Pubis,die mit Schminke und Klamotten experimentieren,nicht immer einfach ist);ihre Ansichten nicht zu be- oder gar verurteilen,ihnen zuzuhören;sie auszubremsen oder anzuspornen;ihnen die Folgen mancher Dinge(z.B.Rollertuning)klarzumachen bevor was passiert.Zudem wissen sie daß ich immer versuche ihnen zu helfen,wenn etwas ist.
Eigentlich sollten wir unter solchen Vorraussetzungen ja prima miteinander klarkommen.Trotzdem kommt es immer mal wieder zu Auseinandersetzungen.
Was mich immer tröstet ist das Wissen,daß sie irgendwann wieder „normal“ werden.Mein Großer ist heute 19.Er hat sich vom pubertären Monster zu einem wirklich netten jungen Mann entwickelt.
Halt durch-es wird wieder besser.
Gruß
Andrea

Gibt es Tipps für Eltern die Pubertät der Kinder einigermassen
nervlich gesund zu überstehen?

ich habe 2 Kinder im Alter von 30 und 22. Natürlich wuchsen beide mit Regeln auf. Aber diese kamen nicht erst im Alter von 13 – 18 sondern von ganz klein an. Da wurde bereits der Müll rausgetragen, da wurde bereits beim Spülen geholfen (auch wenn mal was gutes dabei drauf ging). Da wurde über Taschengeld diskutiert und über Ausgehzeiten. Bei Taschengeld habe ich meinen Massstab angelegt, was ich in der Lage bin zu zahlen; mir war es immer wichtig, dass die Kinder lernen mit Geld umzugehen und dazu muss man Geld haben, lernen einzuteilen, lernen auszugeben und zwar ohne dass es Vorwürfe gibt, wenn’s mal Mitte des Monats weg ist; führt man irgendwann ein Taschengeldbuch ein wo es geblieben ist und daraus könnte sich dann ja ergeben, dass es zu wenig ist oder dass es falsch eingeteilt wird. War bei uns z.B. ein Anreiz und Motivation weil sich daraus Erhöhungen ergaben.
Beim Ausgehen habe ich gebracht und geholt und gelegentlich auch heimlich beobachtet und wenn ich dann merkte, dass ich Vertrauen haben kann, dann geht die Sache viel lockerer und man kann grosszügiger werden. „ich schlafe bei xxx“, dann ist es Bedingung, dass angerufen wird und gute Nacht gesagt wird.

Will man seine Kinder einsperren, ihnen jegliche Entfaltung nehmen? Nein aber man will sie auch nicht vor die Hunde gehen lassen. Also ist „am langen Zügel“ die bessere Methode, dass heisst aber nicht, dass man sich nicht kümmert (siehe heimlich beobachten usw.).

Helfen im Haushalt ist nun auch ganz einfach. Die Aufgaben müssen nur gerecht verteilt werden. Warum müssen Kinder den Müll raustragen ? Sollen sie mal kochen oder einkaufen gehen … regelmässig. Ist am Anfang nicht so einfach mit dem angebrachten was auf den Tisch zu bekommen; irgendwann stellt sich dann aber ganz von alleine die Freiwilligkeit des Abfallruntertragens und Spülens ein.

Und noch ein Tipp. Ausdauer bei den Diskussionen Ausdauer, Ausdauer. Erziehung zur sachlichen wenig emotionalen Diskussionen ist durch Vormachen und Methoden zum Dampfrauslassen möglich. Dann diskutieren bis zum Abwinken (auch mal Gewinnen lassen), diskutieren und diskutieren dass es den Kids zum Hals raushängt. Sie hören ganz schnell auf. Man muss sich nur selbst die Zeit nehmen und es ruhig angehen lassen „ok Kind, reden wird drüber“ und irgendwann ergreifen sie die Flucht wenn dieser Satz kommt und rennen wie die Furien zur Mülltonne.

Nichts für ungut.

Hallo,

*Gestresster Gruss*

ohje, das klingt nicht gut. Als Alleinerziehende ist es mit dem gelegentlichen Ausklinken eher schwierig, nehme ich an. Denn meine Damen können so nervig wie lieb sein, so dass ich zwischendurch eine Auszeit brauche, um nicht aus der Haut zu fahren - sprich mein Mann sorgt für eine nötige Distanz bevor Blut fließt :wink:))
Aber ich versuche auch ihren hormonellen Zustand nicht zum Thema zu machen, weil ich dann das aus den Augen verliere, was mir wichtig ist: Gerechte Aufteilung bei der Mithilfe im Haushalt, und dass ich meiner Verantwortung gerecht werde. Dann prallt nämlich ein „wieso immer ich…“ oder „die anderen dürfen aber…“ an mir ab.
Doch grau ist alle Theorie, nämlich ich habe nicht immer den Nerv wegen eines vollen Müllbeutels nach der Grundsatzdiskussion den lauter werdenden Wortwechsel auch noch zu ertragen. Dann trage ich das Teil lieber selbst raus, doch solche Situationen sind eher die Ausnahme.
Wie schon zuvor jemand geschrieben hat, sollte man mit seinen Kindern irgendwann (am besten so früh wie möglich) ihre Mithilfe in Haushaltsdingen nahelegen. Wie das geregelt ist, liegt an jeweiligen Vereinbarungen der Familien. Und ein bisschen Fingerspitzengefühl gehört auch dazu. Wenn ich z.B. zum Kochen anfange, und meine Familie fängt an, es sich in den anderen Räumen gemütlich zu machen, dann kündige ich schon rechtzeitig an, dass gleich alle eingespannt werden. Aufgaben und Zeiträume stehen fest, gegen anschließende Freizeitgestaltung ist nichts einzuwenden. Anderenfalls bleibt die Küche kalt, was immer Wirkung zeigt, weil meine Vorliebe für Käsebrot mit Marmelade bekannt und gefürchtet ist, und ich da ganz konsequent sein kann :wink:))
Ach, mit der Pubertät ist es wie mit der Trotzphase. Da muss man durch, was einem mal gut und mal nicht so gut gelingt. Wie gesagt, eine Auszeit zwischendurch ist sehr zu empfehlen.

viele Grüße
claren

Hallo ihr da draussen,

wie geht es euch, die ihr Eltern von Kindern zwischen 13, und
sagen wir 18 Jahren seid?

Treiben sie euch auch in den Wahnsinn mit immer
wiederkehrenden Debatten, Diskussionen die schon 1000 mal
geführt wurden, Geschrei, Genörgel, Türenknallen, Heulen,
kreischen,

ich bin jetzt echt ehrlich und untertreib nicht. ich knall Türen usw. ganz ganz selten.

„ALLE anderen in meinem Alter (15) dürfen bis nachts um 2 Uhr
wegbleiben!! Nur ich nicht!! Oh MANN!! ALLE dürfen!“ und so
geht es Stunden, jeden Tag, jedes Wochenende…

Ich darf unter der Woche bis 19 Uhr weg, am WE bis 22 Uhr udn dann werden wir sogar abgeholt.

"WAAAAAS?!? ICH soll den Müll rausbringen

Muss ich auch machen

/das Licht im Bad ausschalten

Ist ja normal, Energie zu sparen

Die Türe zunmachen/

Auch normal

mit dem Hund Gassi gehen…

Auch normal. Oder soll er ins Haus pinkeln???
Meine Mom würde den Hund nehmen und ihn ins Tierheim bringen, wenn ihc mich um den Hudn nicht kümmer.

ICH?! IMMER ich!! … heul-jammer-schrei-Türenknall" ARGH. *L*

Also, ganz so schlimm bin ihc nicht. Aber, bei meiner MOm würde sie das wahrscheinlich auch nicht machen.

Ich dachte Kinder sind schlimm wenn sie im Trotzalter sind,
ich dachte Kinder sind anstrengend wenn sie als Babys ganze
Nächte durchweinen und schreien aber das ist nichts gegen den
Nervenkrieg mit einem Bündel Hormone das ständig Forderungen
stellt aber nichts zurückgibt. Ich wusste nicht, dass die
schlichte Aufforderung, mal eben den Müll rauszubringen eine
etwa 90 minütige Debatte nach sich zieht. Und das täglich.

Wie geht ihr damit um?

ICh würde meinen Kindern wahrscheinlich auch mehr erlauben. Aber, meine Mom ist in der Hinsicht sehr sehr streng. Also, da lohnt es sich nicht rumzuzicken, da sonst das Taschengeld gleich mal weg ist oder sonst irgendwas ist, was Dir weniger gut gefällt.

Was erlaubt ihr?

Ich würde mehr erlauben, als es meine Mom macht. Also, ich darf wie gesagt unter der Woche bis 19 Uhr weg, muss um 21 Uhr im Bett liegen am WE darf ich bis 22 Uhr weg und die Bettzeit ist egal.
Außerdem hab ich noch Pflichten im Haushalt: Hund gassi führen, Schildkröte säubern, Aquarium ausputzen und Hasenstall ausputzen. Im Haushalt muss ich jetzt nichts machen ,da wir zum Glück ne Putzfrau haben.

Was fordert ihr?

Ich würde das gleich fordern, wie meine Mom heute. Wenn wir keine Putzfrau hätten, müssten meine Kinder auch mal staub saugen o.ä.

Müssen eure Kinder im Haushalt mithelfen, auch wenn sie arme
überforderte geknechtete Gymnasiasten sind?

Sie müssten es machen, wenn ich später mal keine Putzfrau hab. Ich müsste es auch machen, wenn wir keine hätte. Was aber echt ziemlich doof wäre, weil wir in der schule schon sehr sehr viel zu tun haben.

Gibt es Tipps für Eltern die Pubertät der Kinder einigermassen
nervlich gesund zu überstehen?

Du kannst deine Tochter mal zu uns schicken. Dann wird sie ganz schnell merken, dass sie relativ großzügige Eltern hat.
Meine Mom ist jetzt nicht so nen alter Hausdrachen, aber schon, was Ordnung und so angeht, sehr sehr gründlich. Außerdem legt sie totalen Wert darauf, dass ich das mach, was sie möchte. Sie lässt zwar mit sich reden, dann jedoch sachlich und ohne rumgeschrei usw.
Na ja, so ist das halt mit Müttern und evtl. Vätern. Wobei ja Väter bisschen chilliger drauf sein sollen als Mütter.
Aber, es stimmt schon, dass Pubertät die Zeit ist, in der Eltern anfangen schwierig zu werden *g*

Wobei ich jetzt finde, dass meine Freunde und ich noch relativ lieb sind. Also, vielleicht bin ich so über die schwierige Zeit hinweggeflogen. Oder sie kommt noch?!?!?
Gruß
Fee

Hallo ihr da draussen,

wie geht es euch, die ihr Eltern von Kindern zwischen 13, und
sagen wir 18 Jahren seid?

Ich bin froh, dass ich die beiden ( m16/w14)nicht mehr anziehen muss. *gg*

Treiben sie euch auch in den Wahnsinn mit immer
wiederkehrenden Debatten, Diskussionen die schon 1000 mal
geführt wurden, Geschrei, Genörgel, Türenknallen, Heulen,
kreischen,

Also Geschrei, Geheul und Gekreisch gibt es bei mir gar nicht. Türenknallen, was schon versucht wurde, zieht sofort strenge Verweise nach sich. Genörgel und Diskussionen kenne ich bestens…aber Nörgeln und diskutieren tun auch die Kollegen auf Arbeit…:wink:…wenn das im Rahmen bleibt, bitte schön. Ich nörgle ja auch manchmal…*schäm*

„ALLE anderen in meinem Alter (15) dürfen bis nachts um 2 Uhr
wegbleiben!! Nur ich nicht!! Oh MANN!! ALLE dürfen!“ und so
geht es Stunden, jeden Tag, jedes Wochenende…

Da gibt es die Gegenfrage, was alle anderen denn z.B. nicht dürfen. Jede Familie hat ihre eigenen Regeln und Rosinen rauspieken ist nicht. Das man Anregungen auch mal diskutieren sollte ist selbstverständlich, manchmal denkt man ja doch in eingefahrenen Bahnen. Im direkten Vergleich haben meine Kinder noch immer unsere Art des Zusammenlebens bevorzugt. Allerdings diskutieren wir ab und an über das ‚Warum‘ von Regeln. Ich gebe aber zu, das Glück zu haben, das beide Kinder Freunde haben, in denen die Eltern auch Grenzen ziehen, so dass natürlich auch weniger Anlass für die Kinder besteht, sich zu vergleichen.

„WAAAAAS?!? ICH soll den Müll rausbringen/das Licht im Bad
ausschalten/Die Türe zunmachen/mit dem Hund Gassi gehen…
ICH?! IMMER ich!! … heul-jammer-schrei-Türenknall“ ARGH. *L*

Ja klar, immer DU … wer sonst, wenn es DEINE Aufgabe ist. Allerdings gibt es bei uns die Möglichkeit, Aufgaben zu tauschen, wenn man dafür adäquate andere Dinge übernimmt. Am Ende bringt mein Sohn dann doch immer wieder Müll runter. Aaaber…die Kinder sollen auch nicht den Eindruck bekommen, ihnen würden nur die Ekelaufgaben zugeteilt. Und wenn die Eltern einen Hund haben, dann müssen nicht zwingend die Kinder diesen spazieren führen…dies nur am Rande.

Ich wusste nicht, dass die
schlichte Aufforderung, mal eben den Müll rauszubringen eine
etwa 90 minütige Debatte nach sich zieht. Und das täglich.

Auch pubertierende wollen Grenzen gezogen bekommen. Wenn es von Deienr Seite anderthalb Stunden Diskussionen über sowas gibt, dann ist schon das der Fehler, da wäre mir die Zeit echt zu schade. Statt dessen diskutiere ich mit meinem Sohn über Sokrates und irgendwelche Bibelzitate oder fahre mit meiner Tochter Rollschuhe.

Ich kann einer Vorposterin nur Recht geben…lass einfach deutliche Konsequenzen folgen. Ich stelle meinem Sohn schon mal den Müll einfach ins Zimmer, wenn er den trotz Erinnerung nicht rausbringt…da reg ich mich nicht mal auf.

Meine Schwester hat sich letztens mal mit ihrer Tochter (16)darüber unterhalten, warum ihre Freundinnen alle Stress mit den Eltern haben und sie nicht. Nach einigem Überlegen meinte das Kind…ich glaube ihr habt einfach schon früher alles richtig gemacht, ich wäre ja blöd mit Euch zu streiten, es ist viel schöner, wenn wir Spaß haben.

Und wenn andere Aufgaben nicht erfüllt werden, dann erfülle ich meine auch nicht…natürlich zuerst die, die meine Kinder schätzen, wie einkaufen oder eben essen machen. Ab und an habe ich meinen Kindern aber auch schon erklärt, meine Pflicht wäre nur, sie nicht verhungern zu lassen und ihnen ein Bett zu kaufen…alles andere mache ich, weil ich sie gerne habe. Das regt zum Nachdenken an, wie selbstverständlich man vieles doch nimmt.

Familienleben ist Nehmen UND Geben, besteht aus Rechten UND Pflichten…wer sich nicht beteiligt ist raus. Ich denke, das verstehen 14 jährige schon gut.

Gruß Maid :smile:

Hallo!

Die Pubertät ist eine natürliche Sache. In dieser Zeit lösen sich die Kinder von den Eltern, und das ist ein äußerst schmerzhafter Prozess - für beide Seiten.

Das Kind, das seine Mutter liebt, bekommt auf einmal Anwandlungen von Hass und Verachtung, und für diese Gefühle schämt es sich dann wieder. Ein Pubertierender hat es sehr schwer. Er hat den Drang, alles, was die Erwachsenen sagen, für blöd zu erklären, dabei hat er seine Eltern aber doch immer noch so lieb! Das führt zu einer immensen inneren Zerrissenheit.

Diese „Hassgefühle“ sind wichtig, um aus dem Kind einen eigenständigen Menschen zu machen. Er muss lernen, nicht einfach brav alles zu machen, was die „Altvorderen“ anschaffen, er muss seinen eigenen Weg finden.

Klar, dass Du den richtigen Weg schon kennst; ein Kind muss ihn aber selbst finden, und zu diesem Zweck muss es mal alles ganz anders machen als vorgeschrieben. Erst dann gewinnt es die Erkenntnis, dass Deine Methode ja doch die bessere war.

Gib Deinem Kind Zeit, diese schmerzhafte Prozedur durchzustehen. Ich habe mich in solchen Zeiten nicht auf Diskussionen eingelassen, die wären eh fruchtlos geblieben, weil ein Pubertierender logischen Argumenten nicht aufgeschlossen ist. Er MUSS ja widersprechen, um sich zu lösen.

Ich habe dann immer mit einem verständnisheischenden Blick gesagt: „Najaaa, ich versteh dich ja, aber der Müll muss ja trotzdem runtergebracht werden …“ Für derlei Pflichten haben sie bis zum Ende des Tages Zeit. Ich bestehe nicht auf sofortigen Gehorsam. Damit gebe ich dem Kind die Möglichkeit, „ungehorsam“ zu sein, wenigstens für ein paar Stunden. Das tut ihm gut, denn es MUSS sich ja gegen die Eltern sträuben, und so kann es das in stressarmer Weise. Es hat das Gefühl, sich wenigstens ein bisschen gegen mich durchgesetzt zu haben, und dieses Gefühl lasse ich ihm nur allzu gerne. Die Pubertät mit den Wechselbädern von Gefühlen ist für den Jugendlichen anstrengend genug, da muss ich ihm nicht noch zusätzlich Stress machen.

Hab ein bisschen Mitleid mit Deinem Kind und schaff ihm Möglichkeiten, sich wenigstens ansatzweise und ein klitzekleines Bisschen gegen Dich durchsetzen zu können.

Ausnahme:
Ausgehzeiten werden bei uns vom Jugendschutzgesetz geregelt; die Kids brauchen nicht früher da zu sein, dürfen aber auch nicht später heimkommen.
Darüber wird nicht diskutiert. Ich sag meinen Kindern, ich bin nicht bereit, Strafe zu zahlen oder ins Gefängnis zu gehen, weil sie sich nicht an die Gesetze halten wollen.

Mithilfe im Haushalt ist an sich Pflicht, meiner Pubertierenden biete ich aber beispielsweise Hilfe beim Wochenendputz an (jedes Kind muss am Wochenende einen Raum putzen: Küche, Esszimmer, Büro und Bad stehen in kindlicher Verantwortung). Das ist auch ein Kompromiss: Das Kind hat sich „durchgesetzt“ gegen mich, indem es nicht die volle Aufgabe macht. Und ich bekomme den Raum geputzt (wenngleich ich mithelfen muss) und habe außderdem meinem Kind klargemacht, dass ich seinen Zustand der Loslösung akzeptiere.

Das haben übrigens alle meiner Kinder, die die Pubertät bereits hinter sich gebracht haben, sehr geschätzt.
Von ihren Freunden haben sie berichtet, dass es täglich Streit gibt in der Familie; und meine Kids waren sehr froh, dass sie das nicht durchmachen mussten.

Hanna,
die gerade drei Kinder zwischen 13 und 18 durch die Pubertät lotst …

Liebe Hanna,

wie immer ist Dein Artikel zum Thema Kindererziehung toll und liebevoll geschrieben. Nur hier habe ich meine Zweifel:

Klar, dass Du den richtigen Weg schon kennst;

Ich halte den Menschen, der glaubt, zu irgendeiner Zeit seines Lebens den richtigen Weg schon zu kennen, für dumm oder überheblich. Ich selber habe mich mit meinen 52 Jahren gerade mal damit abgefunden, dass eine Restunsicherheit einfach immer bestehen wird.

Lieben Gruß, Karin

1 „Gefällt mir“

Hallo Karin!

Zunächst: Danke für das Lob!

Ich halte den Menschen, der glaubt, zu irgendeiner Zeit seines
Lebens den richtigen Weg schon zu kennen, für dumm oder
überheblich.

Ja, da hast Du natürlich absolut recht.

Als ich dies schrieb, war mir eine Begebenheit aus meiner eigenen Pubertät in Erinnerung:

Meine Mutter verlangte, wenn wir Geschirr wuschen, dass wir die Töpfe zunächst einweichen sollten.
Ich fand das VÖLLIG uncool und habe es absichtlich nicht gemacht.
Als ich dann selbst einen Haushalt hatte und mich eines Tages einem stark eingetrocknenten Kochtopf gegenübersah, an dem ich irre lang reiben und schrubben musste, erkannte ich, dass meine Mutter ja doch nicht so blöd war wie ich gedacht gehabt hatte.

DAS meinte ich mit dem richtigen Weg. Dinge, die man praktischer Weise auf eine gewisse Art handhabt (und wo die Kinder erst draufkommen müssen, dass dies die bessere Methode ist).

Dass das Leben aus Lernen besteht und man NIE von sich behaupten kann, alles zu wissen, ist selbstverständlich. :smile:))

Viele Grüße

Hanna

1 „Gefällt mir“

Ich halte den Menschen, der glaubt, zu irgendeiner Zeit seines
Lebens den richtigen Weg schon zu kennen, für dumm oder
überheblich.

Na, dass ist ja ne Aussage.

Wer andere Menschen für dumm und arrogant hält sollte mal vor der eigenen Tür kehren.

Die Aussage war ein Urteil über die persönlichen Erfahrungen eines anderen Menschen. Natürlich weiss dieser andere Mensch welcher Weg der richtige ist aber natürlich gibt es nicht nur einen richtigen Weg aber es gibt offensichtlich falsche Wege.

Viele Weg führen nach Rom, andere ins Nirvana.

Richtig steht hier als Gegensatz zu dem Begriff Falsch.

Was ist Restunsicherheit in der Betrachtung eines Lebensweges ? Jeder Weg ist richtig (oder besser gut), der einen Menschen glücklich durchs Leben führt und glücklich ist man in der Seele und nicht auf dem Bankkonto.

Und jemand der glücklich ist, kennt den richtigen Weg und ist weder überheblich noch dumm allenfalls sind das diejenigen, die ihn dafür halten.

Nichts für ungut
und lieben Gruss

1 „Gefällt mir“

Dass das Leben aus Lernen besteht und man NIE von sich
behaupten kann, alles zu wissen, ist selbstverständlich. :smile:))

richtig Lernen ist eine Teilmenge des Lebens. Trotzdem kann man
den richtigen Weg kennen zumindest bis man an eine Kreuzung kommt.

Vielleicht kann man es auf einen Nenner bringen; man sagt,
dass je mehr man lernt desto dümmer wird man :smile:.

Lieben Gruss von mir

Hallo Herr ohne Anrede,

Vielleicht kann man es auf einen Nenner bringen; man sagt,
dass je mehr man lernt desto dümmer wird man :smile:.

äh, ist diese Aussage jetzt besser, als wenn ein anderer nicht damit einverstanden ist, dass der richtige Weg (unausgesprochen, aber im Kontext klar, mit dem Zusatz: für alle) ihm oder ihr bekannt sei, ein Zeichen der oben in meinem Posting beschriebenen Eigenschaften sei.

Ich kann für mich nur sagen, dass ich meinen Weg gefunden habe. Der „richtige Weg“ hat für mich wie schon erwähnt den Beigeschmack von „der einzig mögliche Weg zu leben“.

Karin

habe. Der „richtige Weg“ hat für mich wie schon erwähnt den
Beigeschmack von „der einzig mögliche Weg zu leben“.

Du gehst also einen Weg bei dem Du nicht weißt ob richtig oder falsch. Du vermutest aber, dass er richtig ist oder ? Ob er richtig ist weiss man nur wenn Du angekommen bist.
Die Aussage um die es hier ging war doch aus der Erkenntnis gekommen, dass der Weg den die Person gegangen war richtig war oder ? Sie war der Pubertät schon längere Zeit entkommen und hatte keinen Schaden erlitten einverstanden ?

Dann der Part, mit der Restunsicherheit. Wenn man nicht weiss ob der Weg richtig oder falsch ist, dann ist er Unsicher und zwar komplett und nicht nur ein Rest : - ).

Deine Einschätzung, dass es nur einen richtige Weg gibt ist falsch wie man leicht an der Vielzahl der Menschen, die anders leben sehen kann oder ?

lieben Gruss von
Roger

Hallo,

bitte lies doch mal mein Posting vollständig, oder lass das Kommentieren sein:
Zitat:
Der „richtige Weg“ hat für mich wie schon erwähnt den Beigeschmack von „der einzig mögliche Weg zu leben“.
Zitatende.

Gtu, ich vergaß zu schreiben, Der Ausdruck „richtige Weg“. Zweitens: Ist Dir der Ausdruck „Beigeschmack“ ein Begriff? Wenn nein, frag doch mal im Brett „Deutsche Sprache“ danach.

Du gehst also einen Weg bei dem Du nicht weißt ob richtig oder
falsch. Du vermutest aber, dass er richtig ist oder ?

Ich vermute nicht, sondern ich beschließe, dass ich so weiter leben möchte.

Ob er richtig ist weiss man nur wenn Du angekommen bist.

Bitte: weiß ich erst… Jemand anderes (besonders hier im Forum, Ausnahme die, die sich das schon selber denken können) braucht über meinen Lebensweg nicht zu befinden.

Die Aussage um die es hier ging war doch aus der Erkenntnis
gekommen, dass der Weg den die Person gegangen war richtig war
oder ?

Seltsamerweise hat mich die angesprochene Person verstanden. Ich hingegen habe eine diffuse Assoziation aus dem Brett Generatio 50plus, und finde eine Erkärung für Aussagen, die ich mir dort nicht erklären konnte.

Gruß, Karin

Hallo,

es gibt ein Buch, eigentlich wohl schon ein Klassiker, der meines Erachtens alle Erziehungsfragen einleuchtend erklärt und von jemandem geschrieben wurde, der offenbar sehr viel Verständnis für Kinder und Eltern hatte. Es heißt „Grosse Hand führt kleine Hand“ von Dr. Benjamin Spock. Ist leider nur noch antiquarisch zu bekommen (zwischen € 3,00 - € 6,00 bei Amazon), aber ich halte es für einen ECHTEN Geheimtip.

Vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenwerden sind alle Kindheitsstationen angerissen (Schlafprobleme, Eifersucht unter Geschwistern, Teenager, die beknackte Popstars anschmachten, Ladendiebstahl, etc). Als Eltern bekommt man dadurch zwar keine Bedienungsanleitung, aber einen kleinen Schubs in die richtige Richtung (Stichwort: eigene Autorität bewahren, Respekt der Kinder gegenüber den Eltern und umgekehrt).

Viel Erfolg
Gruß
Saskia