Nachdem sich das Thema Pubertät häufiger hier auftat wurde es Bestandteil eines Gespräches mit einer guten Freundin. Diese berichtete von einer Psychotherapeutin, die wiederum erzählte, dass es als wissenschaftlich erwiesen gelte, dass Mädchen in der Pubertät schwieriger, anstrengender seien als Jungs.
Ist dem tatsächlich so? Ist dies geschlechtsabhängig?
Ich könnte aus Verwandten - oder Bekanntenkreisen ebenso viele Beispiele für Jungs und Mädchen aufzählen, die „auffällig, anstrengend“ gewesen sind wie Beispiele für Jungs und Mädchen, die alles andere als schwierig gewesen sind in der Pubertät.
dass es als wissenschaftlich erwiesen gelte, dass Mädchen in der Pubertät schwieriger, anstrengender seien als Jungs.
Einen solchen Nachweis stelle ich mir problematisch vor. Wie definiert man „schwierig“ oder „anstrengend“? Es werden sich kaum übereinstimmende Aussagen dazu finden lassen, welches Verhalten diese Bezeichnungen verdient. Geht es überhaupt um Verhaltensweisen? Oder geht es viel mehr um die jeweilige Wahrnehmung der Beteiligten?
Anhand einer so unklaren Ausgangslage eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen zu wollen, halte ich doch für recht gewagt.
Ist dem tatsächlich so? Ist dies geschlechtsabhängig?
Was genau heißt „schlimmer“ und „anstrengender“? Anstrengend können Mädchen und Frauen sein, wenn man sagt, sie reden zu viel. Allerdings sind Jungs und Männer nicht anstrengend mit ihrer Tollpatschigkeit und brachialen Art im emotionalen Bereich???
Schlimmer ist echt subjektiv. Ich kenne Studien, da sind vor allem frühentwickelte Mädchen und spätentwickelte Jungs Hauptgaranten für deviantes Verhalten. Von daher sehe ich da keinen Unterschied. Mädchen sprechen sogar häufiger mit anderen als Jungs. Ich frage mich, worauf sich die Psychotherapeutin bezogen hat.