Punktproblem am Satzende

Hallo Sprachlerkollegen, eure Meinung ist gefragt.

Ich möchte mal etwas ansprechen, was ich schon immer irgendwie blöde fand. (Hat nichts mit der neuen oder alten Rechtschreibung zu tun!)
Es gibt ja Abkürzungen, die mit einem Punkt abgekürzt werden. Beispiele:
usw.
u.Ä.
i.V.
a.D.

Wenn ich nun eine solche Abkürzung am Satzende habe, so sagt die Satzzeichenregel (alte wie neue Rechtschreibung!), dass dann der Satzende-Punkt wegfällt.
Beispiel:
Hugos Vater ist Beamter a.D. Er ist schon 70 Jahre alt.

Irgendwie stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch, wenn ich einen Satz beende, und den Satzende-Punkt weglassen soll.
[
Diese Regelung ist m.E. so schwachsinnig, wie die alte (!!) Rechtschreibregel, dass bei 3 gleichen Konsonaten einer wegfällt, aber nur dann, wenn der nächste Laut eine Vokal ist (Eine logische Erklärung für diese alte Regel, vor allem für den ‚aber nur dann, wenn…‘-Zusatz, gab es nie. Und zum Glück ist sie in der neuen Rs. verschwunden.).
]
Insbesondere, wenn nur Majuskeln verwendet werden, ist das Satzende nicht zu erkennen:

HUGOS VATER IST BEAMTER A.D. ER IST SCHON 70 JAHRE ALT.

Ich finde, dass der übliche Satzende-Punkt sinnvoll wäre, da er genau das bewirken würde, was er soll, nämlich ein Satzende zu markieren.
Mir kribbelt es immer in den Finger, da ich gerne schreiben würde(auch wenn es ungewohnt aussieht):

Hugos Vater ist Beamter a.D. . Er ist schon 70 Jahre alt.

Was meint ihr dazu??

Hi Markus!

Wenn ich nun eine solche Abkürzung am Satzende habe, so sagt
die Satzzeichenregel (alte wie neue Rechtschreibung!), dass
dann der Satzende-Punkt wegfällt.

Das ist eine Regelung, die auch mich typographisch nur wenig befriedigt, aber gleichzeitig sehen zwei hintereinander gesetzte Punkte noch gurkiger aus – finde ich. Wenn überhaupt zwei Punkte, dann doch direkt hintereinander, oder?

Hugos Vater ist Beamter a.D… Er ist schon 70 Jahre alt.
vs.
Hugos Vater ist Beamter a.D. . Er ist schon 70 Jahre alt.

Nein, da ist das erste erträglicher als Nr. 2, die aussieht wie ein handfester Tippfehler, und beide nicht viel besser als die bisherige Regelung. Bleibt es also bei dem, was wir haben, zumal der von Dir genannte Fall mit durchgängiger Großschreibung und so einer Abkürzung gerade am Ende des Satzes unwahrscheinlich ist. Halbwegs intelligente Menschen dürften weiterhin erkennen, wo der eine Satz aufhört und der nächste anfängt.

Gruß
Christopher

Das ist eine Regelung, die auch mich typographisch nur wenig
befriedigt, aber gleichzeitig sehen zwei hintereinander
gesetzte Punkte noch gurkiger aus – finde ich.

Das ist reine Gewohnheitssache. Alles was selten ist, wirkt erst auf den ersten Blick gurkig.
Aber es wäre absolut eindeutig:
1 Punkt: Satzende bzw Abkürzung im Satz („Es ist ca. 8 Uhr.“)
2 Punkte: Abkürzung mit Satzende („Er ist o.k… Also mag ich ihn.“)
3 Punkte: auslaufender Satz („Und ich schlief ein…“)

Wenn überhaupt
zwei Punkte, dann doch direkt hintereinander, oder?

Von mir aus.

Bleibt es also bei dem, was wir haben,
zumal der von Dir genannte Fall mit durchgängiger
Großschreibung und so einer Abkürzung gerade am Ende des
Satzes unwahrscheinlich ist.

Aber möglich! Außerdem gibt es auch Beispiele ohne durchgehende Majuskeln:
„Er ist Beamter a.D. 30 Jahre arbeitete er im Amt.“
oder
„Er ist 40. 10 Positionen liegt er hinter Meier.“
Ist hier gemeint:
a) Er ist 40 Jahre alt, und liegt 10 Positionen hinten, oder
b) Er ist der 40., und liegt 10 Positionen hinten, also auf Platz 30??
Alles dies wäre eindeutig und einfach lesbar, wenn der fehlende Satzendepunkt gesetzt würde!

Halbwegs intelligente Menschen
dürften weiterhin erkennen, wo der eine Satz aufhört und der
nächste anfängt.

Auch intelligente Menschen können beim Lesen darüber stolpern.

Hi Markus,
ich gestatte mir ja bekanntlich in manchen Fällen meine eigenen Regeln. In dem von Dir vorgetragenen Fall gehe ich so vor:
Fällt der Punkt einer Abkürzung am Ende eines Satzes in einer laufenden Zeile, lasse ich den Schluss-Punkt weg. Am Absatzende dagegen schreibe ich beide Punkte, damit die Abkürzung nicht „in der Luft“ hängenbleibt.
Gruß,
Anja

Hallo Sprachlerkollegen, eure Meinung ist gefragt.

Hier ist meine: ich finde beides nicht schön, und sorge daher dafür, daß es nicht vorkommt. Sprich: Ich stelle den Satz ggfs. so um, daß keine Abkürzung am Ende steht.

Gruß Kubi

O.k.!
Du meinst, d. man i.d.R. Abk. usw. verm. sollte.
M. E. ist das korr., u. entspr. dem allg. Empf. im dt.-spr. Raum.
Da bin ich gz. deiner Mng.!
I.d.S. u. m.f.G.

M.

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Hi M. !

O.k.!
Du meinst, d. man i.d.R. Abk. usw. verm. sollte.
M. E. ist das korr., u. entspr. dem allg. Empf. im dt.-spr.
Raum.
Da bin ich gz. deiner Mng.!
I.d.S. u. m.f.G.

Ein Sternchen wär unpassend, vielleicht sollte ich bei den w-w-w-Göttern mal anregen, dass man auch „Lacher“ [= :smile:] vergeben darf. Wär mir in Deinem Fall glatt einen wert gewesen. Hab ich gelacht.

M.

LG :smile:)))))
Wolkenstein

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