Put und Call ?!?

Hallo,
ich habe schon im Internet nach den Begriffen gesucht und ich weiß auch ein Bisschen was darüber, aber kann mir vielleicht hier jemand die beiden Begriffe ausführlich und vor allem leicht verständelich erklären? wie läuft es genau ab, wenn man einen put oder call auf den deutschen aktienindex macht?
(die meißten erklärungen dazu sind mir einfach zu schwer)
Für Antworten bedanke ich mich schon mal.

servus,
also ich versuchs mal… allerdings schon mal vorab gesagt, dies sind sehr risikobehaftete anlagegeschäfte… wenn du mit dem gedanken spielst damit zu spekulieren solltest du vorsichtig sein… du kannst sehr schnell sehr viel geld verlieren wenn du dich am aktienmarkt nicht oder nicht genug auskennst…

aber trotzdem mal die erklärung.:

call = kaufoption
put = verkaufsoption

bei einer kaufoption erwirbt der käufer (long call) das recht eine bestimmte menge eines bestimmten gegenstand (z.b. aktie oder index) zu einem vorher vereinbartem kurs (basispreis) innerhalb eines zeitraumes (amerikanische option) oder an einem bestimmten stichtag (europäische option) zu kaufen. für dieses recht ist eine optionsprämie fällig… mit einem long call spekuliert man i.d.R. auf steigende kurse.

der verkäufer der o.g. option (=short call) ist auf der anderen seite verpflichtet bei ausübung der option, die vereinbarte menge an dem gegenstand zu dem vereinbarten kurs (basispreis) innerhalb eines bestimmten zeitraumes oder an einem bestimmten zeitpunkt zu liefern. er erhält dafür die optionsprämie… mit einem short call spekuliert man meist auf gleichbleibende kurse.

der put stellt genau das gegenteil dar. ist allerdings für den nicht-finanzfachmann i.d.R. schwieriger zu verstehen.

long put=käufer des put spekuliert auf fallende kurse. er sichert sich mit der option das recht, eine bestimmte menge eines gegenstandes zu einem vorher vereinbartem kurs (basispreis) an einem bestimmten tag ode r innerhalb eines bestimmten zeitraumes zu verkaufen. er muss für dieses recht die optionsprämie bezahlen…

short put = verkauf eines puts… hier verpflichtet sich der verkäufer (=stillhalter) eine bestimmte menge eines gegenstandes zu einem vorher vereinbartem kurs innerhalb eines zeitraumes oder an einem bestimmten zeitpunkt zu liefern. er bekommt die optionsprämie dafür.

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Hallo zusammen,

ich fand diese Ausführung ziemlich gelungen (daher *).

Ich möchte es allerdings anhand eines Beispiels etwas plastischer Ausdrücken.

Bei jeder Optiongibt es immer einen Käufer und einen der sich Verpflichtet (der Verkäufer des Calls oder Puts).

Also nehmen wir mal an der Käufer K kauft einen Call auf den Dax mit Basis 4000.
Dann hat K das Recht den Dax unabhängig vom tatsächlichen Dax, der nun möglicherweise bei 6000 steht, zu diesem Preis zu kaufen. V muss liefern, falls das Recht in Anspruch genommen wird.
Steht der Dax nur bei 3000, hat er die Optionsprämie (den Preis für das Recht) verdient - denn wer kauft schon zu 4000, wenn er etwas am Markt für 3000 bekommt?

Natürlich kann man keinen Dax wirklich kaufen, aber auch sonst wird meist einfach die Differenz gecleart (als via Geld ausgeglichen)

Beim Put (nehmen wir 4000 wieder als Basis) ist es wie - Erkan schon gesagt hat - anders herum.
Selbst wenn der Dax auf 0 fallen würde, hätte sich K das Recht gekauft den Dax zu 4000 zu verkaufen.

Warum unterscheidet Erkan aber noch zwischen short und long?

Weil es exakt 4 Positionen gibt die man bei diesen Geschäft eingehen kann. Neben der Möglickkeit als Käufer aufzutreten kann man ja auch der Verkäufer der Option sein.

Anmerkung meinerseits. Der Verkäufer einer Option verdient bestenfalls die Optionsprämie und hat hohe Verlustmöglichkeiten.
Der Käufer hat ein Totalverlustrisiko (der Optionsprämie) und letztendlich sehr hohe Gewinnmöglichkeiten.

In über 70% dieser Art von „Wetten“ gewinnt der Verkäufer, da er den Markt besser einschätzen kann.

Gruß Ivo

hallo,
danke für die ausfürhlichen antworten. aber folgendes weiß ich immer noch nicht genau. wieviel muß ich denn einsetzen? sagen wir mal ich mache einen put auf den deutschen aktienindex auf 4000. muß ich dann 4000€ einsetzen? und die können dann nachher entweder ganz weg sein, oder ich habe halt gewonnen und wieviel erhalte ich dann? sagen wir mal der dax ist zum ende auf 4500. bekomme ich dann 4500€?
achja, noch eine frage. kann man bei der diba auch puts und calls machen? ich glaube ja, dass das nicht geht. wo kann ich das dann machen?

Hallo sarah,

ich habe da schon ein Problem wenn ich lese ‚ich „mache“ eine Option‘.

Letztendlich „macht“ (gestaltet) nur einer eine Option und dies ist der Verkäufer.

In der Regel dürftest du nicht der Verkäufer sein, da dies hochklassige Bonitäten erfordert. Es geht bei richtigen Optionen auch um Volumina, die der Normalbürger eher nicht verkraftet. Genaue Größen findest du unter wahrscheinlich unter http://www.eurexchange.com/index.html den Seiten der Eurex.

Was du wahrscheinlich meinst, ist der Kauf oden Optionsscheinen - (Put oder Call). die letztendlich gestückelte verbriefte Optionen sind und für Kunden mit erheblich weniger Vermögen erschwinglich sind.

Egal ob du nun eine Option oder einen Optionsschein kaufst, zahlst du nur eine Optionsprämie. Niemals den Basiswert.

Die Optionsprämie ist von den Detais einer Option abhängig.
Eine ziemlich komplizierte Formel kann man zur Berechnung verwenden - ich habe sie gerade nicht zur Hand und selbst dann wäre es eher etwas für das Mathebrett.

Optionsscheine haben einen Kaufpreis der von den selben Faktoren abhängig ist - zumindest bei der Erstausgabe.
Alles andere wird durch Angebot und Nachfrage geregelt - wie bei einer Aktie. Wobei sich diese Kurse zumeist um den rechnerischen Preis orientieren.

In wie fern du beim Kauf eines OS am Dax partizipierst hängt natürlich von der Ausgestaltung ab. Da der Dax „sehr teuer ist“, gibt es hier oft Bruchstücke in einem Verhältnis (z.B. 1: 10) die hier gehandelt werden.

Genaue Preise für Optionscheine erhälst du auf den entsprechenden Wertpapierseiten - auch über die DIBA.

Sicherlich dürfte es auch von der Diba/ING OS geben, wobei du dort natürlich auch die aller anderer Anbieter kaufen kannst.

Letztendlich hat du aber einen Prämientotalverlust wenn du einen Optionschein hast, der gegen Ende Out-Of-the Money ist. Sprich bei dessen Ausübung du teuerer wie am Markt kaufen würdest. (Bzw. Billiger verkaufen - beim Put).

Gruß Ivo