Liebe/-r Experte/-in,
Bei mir im Haus wurden Abflussrohre aus PVC Braun eingefärbt als Regenablaufrohre verwendet.
Meiner Meinung nach sind diese Rohre dazu nicht geeignet.
- Temperaturwechsel von - 20 °C bis + 30 °c
- Nicht UV stabilisiert
- Nicht termisch stabilisiert
- Die Rohre sind mit 12 m Länge nicht fest genug um den Eigendruck auszuhalten.
Wer kann mir eine kompetente Analyse dazu zu diesem Fehleinstatz geben. Warum falsch, was falsch etc.
Normal wären Zinkrohre für die oben angeführten Anforderungen nicht zutreffen.
Pvc in diesem Bereich ist meiner Meinung nach nicht geeignet. Die Rohre werden schrumpfen und spröde werden. Eine muffe ist schon beschädigt.
Sehr geehrter Herr Hauer
Woraus schließen Sie, daß PVC für diese Anwendung nicht geeignet ist. Ich weiß, daß PVC seit Jahren für Regenrinnen und Zubehör eingesetzt wird. Allerdings sollte schlagfest ausgerüstetes PVC eingesetzt werden. Ich bin allerdings zu diesem Thema kein Experte und schlage Ihnen vor, sich in der Anwendungstechnischen Abteilung der Fa Vinnolit/Burghausen eine detailietere Auskunft von einem Experten zu holen.
Mit freundlichem Gruß
Brandrup
PVC Rohre sind eigentlich hierfür doch geeignet. Länge 12m falsch, max. 2-3m Länge.
Wenn ein nicht geeigneter Weichmacher incl. Stabilisator verwendet wird - meistens billigprodukte aus dem Baumarkt, treten Schrumpf, Verfärbung, Kreidung und Rissbildung rasch ein.
Benutze ein Markenrohr aus Wunstorf/Hannover Firma darf man ja nicht nennen. Fängt jedenfalls mit M an.
Hallo,
sorry für die späte Antwort.
PVC in der Bautechnik ist weit verbreitet und probat. Fenster, Türen, Gardena-Wassersysteme etc. Da sie keine Details angeben kann ich nur vermuten, daß es sich um Produkte für die Dachentwässerung handelt. Dann sind die Teile sicher UV-stabilisiert. Thermische Stabilisierung sollte nicht unbedingt notwendig sein. Wenn schon handelt es sich ja nur um eine Thermooxidative Stabilisierung; so wie es sich auch bei der UV-Stabilisierung um eine Photooxidative handelt. Also immer die Verhinderung der Sauerstoffschädigung was zur Sprödigkeit führt. Eine echte Erhöhung der Gebrauchstemperatur wäre nur durch Vernetzung erreichbar. Wie dies bei Bodenheizungsrohren, vernetztes PP, üblich ist. Normalerweise werden Fallrohre etwas flexibilisiert, damit diese bei niedrigen Temperaturen zB -40°C nicht wie Glas zerbrechen.
Die Länge ist nicht ausschlaggebend für Druckfestigkeit. Es muß die Wandstärke richtig dimensioniert sein. Bei Fallrohren ist der Innendruck eher gering. 0,1bar per Höhenmeter.
Kunststoffrohre schrumpfen nur wenn diese einen Fertigungsfehler aufweisen. Spannungen eingefroren sind. Auf jeden Fall kein normales Auftreten auch nicht nach vielen Jahren.
Ob Kupfer, verzinkte Wickelfalzrohre oder Kunststoff ist meiner Meinung nach eher Geschmacksache. Verzinkte Rohre sind schwer zu streichen und Zinkfarbe ist nicht unbedingt jedermanns Sache.
Herzlichen Dank für die umfangreiche Antwort.
Unter Druckfestigkeit ist nicht die Festigkeit in radialer Richtung wichtig sondern in axialer Richtung von Bedeutung. Insbesondere an den Muffen führt das zu Überbelastungen.
Es gibt wohl Rohre aus PVC die für die Anwenddung geignet sind - Marley-. Diese Rohre haben dann mehr Stoßmuffen weniger als Steckmuffen wie bei den Kanalrohren.
Wahrscheinlich muss ich mit dieser Fehlanwendung auskommen
und kann wenig dagegen ausrichten.
So schnell würde ich nicht aufgeben.
Ich bin mit Haustechnik weniger beweandert, da gibt es andere Fachlaute aber soviel sagt einem doch der gesunde Hausverstand, daß man einen Mangel, hier eine nicht fachgerechte Ausführung, reklamieren kann. Falls Abwasserrohre verbaut wurden anstatt Abwasserrohre dann würde ich mir bestätigen lassen, daß diese dafür geeignet sind. Notfalls den Rohrhersteller danach fragen. Das schaut ja echt nicht gut aus Abwasserrohre an der Hauswand verlegt zu haben. English style.
Deine Ausführung mit axialer Druckbelastung verstehe ich nicht. Rohre sind am Ende doch offen. Wie kann die Rohrwand dann axial belastet werden?