Hallo ihr,
ich spiele mit dem Gedanken, mal eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen. Was wird dabei i.d.R. gemacht, bzw wie?
Danke für eure Antworten.
LG,
Miss_Sea
Hallo ihr,
ich spiele mit dem Gedanken, mal eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen. Was wird dabei i.d.R. gemacht, bzw wie?
Danke für eure Antworten.
LG,
Miss_Sea
Servus Miss_Sea,
zunächst muss man wissen, daß in der zahnärztlichen Gebührenordnung der Begriff PZR nicht vorkommt. Auch in den Vertragstexten, die für Kassenpatienten gelten, steht nichts davon. Die PZR ist also ein Bündel aus möglichen Einzelleistungen, das sehr verschieden zusammengesetzt sein kann. Es lohnt sich also, im Gespräch mit ZahnärztInnen den Inhalt des Paketes (und natürlich den Preis dafür) festzulegen und auszuhandeln. Was sollte also bei einer ersten PZR alles dabei sein?
Aufklärung über eigenes vorbeugendes Handeln.
Das heißt:
welche Bürste (manuell, elektrisch, Schall, Ultraschall) ist die richtige?
Wie gehe ich mit Zahnseide um? Welche ist die richtige?
Wie kommt genug Fluorid in meinen Körper (Zahnpaste, Kochsalz)?
Habe ich Plaque? Wo? Gibt es typische Stellen, die ich schlecht erreiche?
Ist mein Zahnfleisch irgendwo entzündet?
Liegen Zahnhälse frei?
Was ist ein Zungenschaber?
Damit dürfte der/die NormalpatientIn für‘s erste sowieso bedient sein. Jetzt kommt dann die häusliche Nachbereitung: ausprobieren, ob man mit den empfohlenen Verhaltensweisen zurechtkommt, herausfinden, wo es Probleme gibt.
In der nächsten Sitzung folgt dann:
Entfernung aller weichen und harten Beläge, über und unter dem Zahnfleisch. Die weitergebildeten Prophylaxe-AssistentInnen von heute machen das meistens mit so leichter Hand, wie es Generationen von Zahnärzten nicht hingekriegt haben. Meist wird mit dem Ultraschall-Instrument jeder Zahn und jeder -zwischenraum saubergemacht, dann mit zierlichen Handinstrumenten nachgegangen.
Es folgt die Politur (meist mit einer fluoridhaltigen Spezialpaste).
Die Zähne fühlen sich jetzt überraschend quietscheglatt und wie neu an. Leichten Schrittes und mit einem Garfield-Grinsen auf dem Gesicht verlassen die Patienten die Praxis – nicht ohne einen ‚Recall‘-Termin vereinbart zu haben. Am Anfang, solange man nicht weiß, ob aus dem Saulus ein kompletter Paulus geworden ist, wird der nächste Termin vielleicht schon in vier Monaten sein. Ist dann das Zahnfleisch samtig und rosa, gehen die PatientInnen routiniert mit den Hilfsmitteln um, wird man vielleciht etwas Zahnstein abkratzen, ein wenig über die Optimierung der Ernährung sprechen und den nächsten Termin so legen, daß er mit der nächsten zahnärztlichen Routineuntersuchung zusammenfällt.
Ideal ist es, wenn die Patienten von sich aus PZR-Sitzungen in Abständen von 12 – 18 Monaten vereinbaren und die Zahnärzte das Nachsehen haben, weil es nichts mehr zu behandeln gibt, denn – ein sauberer Zahn wird nicht krank.
Jetzt muss noch über Geld geredet werden:
da wird es im Weserbergland, im Oderbruch, oder am Starnberger See nicht gleich teuer sein können, da werden auch die zeitaufwändigen ersten Sitzungen mehr kosten müssen, als eine der Folgesitzungen. Ich glaube, daß den PatientInnen ein Preis von 70 – 150 € pro PZR-Episode gerecht vorkommen wird. Ich glaube auch, dass jede/r begreift, dass die geschilderte Vorgehensweise sich deutlich von der antiquierten ‚Zahnsteinentfernung‘ des vorigen Jahrtausends unterscheiden sollte. Meine Erfahrung ist: eine Praxis, die eine wirklich professionelle Zahnreinigung anbietet und durchführt, hat meistens ziemliche Wartezeiten. Die PZR ist eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten.
Gruß - und entschuldige, daß die Antwort so lang geworden ist 
Kai
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