Qualität der Übersetzung prüfen

Nachdem auch die Qualität (kostenloser) Übersetzungsprogramme immer besser wird und immer mehr
Sprachen zur Verfügung stehen, kann man sich das Prüfen der Übersetzungsqualität auch ein
bißchen was kosten lassen. Was haltet ihr von folgendem Vorschlag:

Schritt 1. Einen Übersetzer auswählen, der Übersetzung in Muttersprachler-Qualität garantiert
und für den Text geeignet ist.

Schritt 2. Einen repräsentativen Ausschnitt aus dem Text in die Zielsprache übersetzen lassen.

Schritt 3. Einen weiteren Übersetzer auswählen, der diesen Text in eine andere Sprache
übersetzt, die vom Charakter nicht allzu weit von der Zielsprache entfernt ist.

Schritt 4. Noch einen weiteren auswählen, und den bitten, diesen Text in die eigene Sprache zu
übersetzen.

Läßt man sowas von Übersetzungscomputern machen, kommen mitunter recht komische Sachen dabei
heraus. Beispielsweise sowas:

  1. Als der Esel auf’s Eis ging, war ihm so wohl, daß er gar nicht merkte, wie oft er
    ausrutschte und sich blaue Flecken holte.

  2. Quand l’âne est allé auf’s de la glace, il était si probablement lui qu’il n’a pas du tout
    remarqué, comme il a souvent glissé et s’est pris bleus marques.

  3. When the ass went auf’ S of the ice, it was so probably him that it did not notice at all,
    like it slipped often and was caught blue marks.

  4. Als der Esel auf ’ S des Eises ging, war es so vermutlich er, daß es nicht an allen
    beachtete, wie es glitt häufig und war verfangene blaue Markierungen.

Servus,

Schritt 1. Einen Übersetzer auswählen, der Übersetzung in
Muttersprachler-Qualität garantiert
und für den Text geeignet ist.

Ein seriöser Übersetzer übersetzt immer in seine Muttersprache.

Schritt 2 - 4 sind obsolet, weil ein seriöser Übersetzer keinen Text liefert, der nicht gegengelesen wurde. In der Regel (es gibt Ausnahmen) von einem Muttersprachler der Quellsprache.

Fazit:

Schritt 1 - 4 kann man sich sparen, wenn man sich an einen Übersetzer wendet, der im BDÜ oder im ADÜ Nord organisiert ist. Da kommen Amateure erst gar nicht rein, und falsche Fuffziger ganz leicht wieder raus.

Dieses Verfahren kostet etwa 1/4 von dem vorgeschlagenen, und liefert die besseren Ergebnisse, weil sehr viele Dinge für die Qualität einer Übersetzung ausschlaggebend sind, die sich mit dem vorgeschlagenen Verfahren nicht beurteilen lassen. Z.B. die einfache, aber bedeutende Tatsache, dass jemand, der in Anlagenbau und Verfahrenstechnik spezialisiert ist, einen Grundstückskaufvertrag nicht so gut übersetzen kann.

Schöne Grüße

MM

Servus,

Schritt 1. Einen Übersetzer auswählen, der Übersetzung in
Muttersprachler-Qualität garantiert
und für den Text geeignet ist.

Ein seriöser Übersetzer übersetzt immer in seine
Muttersprache.

Aber natürlich, wenn er gut drauf ist. Es geht aber darum, herauszufinden, ob ein Übersetzer
gut übersetzt, nicht ob er seriös ist und zufällig keinen schlechten Tag hat.

Schritt 2 - 4 sind obsolet, weil ein seriöser Übersetzer
keinen Text liefert, der nicht gegengelesen wurde. In der
Regel (es gibt Ausnahmen) von einem Muttersprachler der
Quellsprache.

Fazit:

Schritt 1 - 4 kann man sich sparen, wenn man sich an einen
Übersetzer wendet, der im BDÜ oder im ADÜ Nord organisiert
ist. Da kommen Amateure erst gar nicht rein, und falsche
Fuffziger ganz leicht wieder raus.

Ich wußte nicht, daß man früher nach meinem Vorschlag geprüft hat, ob Übersetzer gut arbeiten

Ich glaube nicht, daß ein guter Übersetzer, der von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, nie
diese goldene Übersetzerregel bricht. Wenn ich „Muttersprachler der Quellsprache“ lese, wird
mir schummrig.

Heute muß, je mehr denn je, billig gearbeitet werden. Es gibt nicht wenige Übersetzungsbüros,
die mit Übersetzern in der ganzen Welt verbunden sind. Wie sollte ein Verband prüfen, ob die
alle Profis mit guten Qualitäten sind? Schreibt ein Übersetzer in seine HP, daß er im Verband
ist, mag das ein Magnet sein für leichtgläubige Kunden, mehr aber nicht, wenn dann hintenrum
Muttersprachler der ganzen Welt beschäftigt werden.

Dieses Verfahren kostet etwa 1/4 von dem vorgeschlagenen, und
liefert die besseren Ergebnisse, weil sehr viele Dinge für die
Qualität einer Übersetzung ausschlaggebend sind, die sich mit
dem vorgeschlagenen Verfahren nicht beurteilen lassen. Z.B.
die einfache, aber bedeutende Tatsache, dass jemand, der in
Anlagenbau und Verfahrenstechnik spezialisiert ist, einen
Grundstückskaufvertrag nicht so gut übersetzen kann.

Schöne Grüße

Das überzeugt mich nicht, denn wenn ich einen Text abliefere, der über zwei Stationen wieder
an mich zurück geht, werde ich wohl besser feststellen können, ob die Qualität stimmt, als
wenn ich meinen Text in einer anderen Sprache lese, die ich nicht verstehe, und ich auf einige
Merkmale vertrauen muß, die eine gute Übersetzungsqualität sehr wahrscheinlich machen.

Servus Ulf,
Auch ich bin nicht ganz überzeugt von dem was Martin sagt.

Ein seriöser Übersetzer übersetzt immer in seine
Muttersprache.

Zuerst muß man aber sagen was ein Übersetzer ist und was einem ausmacht. Jemand der zweisprachig aufgewachsen ist, mag beide sprachen beherrschen. Das heisst aber noch lange nicht, daß er ein guter Übersetzer wird/ist. (Ich kenne solche zweisprachige Menschen, die aber selber zugeben nie einen Text in die andere Sprache übersetzen zu können.)

Aber natürlich, wenn er gut drauf ist. Es geht aber darum,
herauszufinden, ob ein Übersetzer
gut übersetzt, nicht ob er seriös ist und zufällig keinen
schlechten Tag hat.

Wenn ein Übersetzer einen schlechten Tag hat, dann versucht er an diesen Tag nichts zu machen und dafür den nächsten mehr.

Schritt 2 - 4 sind obsolet, weil ein seriöser Übersetzer
keinen Text liefert, der nicht gegengelesen wurde.

Ich könnte Dir an dieser Stelle mehrere Übersetzer nennen, die zwar erstklassige Arbeit liefern, in die jeweilige Muttersprache übersetzen und trotzdem niemand haben die für sie ihre Arbeit gegenliest.(Zumal ja sehr oft/meistens die Liefertermin mehr als knapp bemessen sind)

Schritt 1 - 4 kann man sich sparen, wenn man sich an einen
Übersetzer wendet, der im BDÜ oder im ADÜ Nord organisiert
ist.

Für mich ist zwar gut und schön einen Übersetzer aus der BDÜ oder ADÜ Nord zu beschäftigen aber idR. ist für mich keine Garantie, daß seine/ihre Arbeit unbedingt gut ist bzw. besser als ein Kollege, der dort nicht gemeldet ist. Auch hierzu könnte ich eine recht umfangreiche Namensliste geben.

Da kommen Amateure erst gar nicht rein, und falsche

Fuffziger ganz leicht wieder raus.

Ich weiß nicht ob diese Vereine überhaupt Qualitätsprüfungen liefern. Und solange die Berufsbezeichnung „ÜbersetzerIn“ nicht geschützt ist, finde ich in diesem Zusammenhang das Wort „Amateur“ zumindest nicht angebracht.

Ich glaube nicht, daß ein guter Übersetzer, der von seinen
Fähigkeiten überzeugt ist, nie
diese goldene Übersetzerregel bricht.

Irgendwie weiß ich nicht von welcher Regel du jetzt redest.

Wenn ich
„Muttersprachler der Quellsprache“ lese, wird mir schummrig.

Jeder Mensch ist Muttersprachler von (mindestens) einer Sprache. Also einen Übersetzer, der so übersetzt muß mich erst überzeugen, daß die Zielsprache ebenfalls als Muttersprachler beherrscht. Sonst ist für mich den wichtigsten Qualitätstandard nicht erfüllt.

Heute muß, je mehr denn je, billig gearbeitet werden. Es gibt
nicht wenige Übersetzungsbüros,
die mit Übersetzern in der ganzen Welt verbunden sind.

Oh ja!! Wie recht Du hast! Es gibt viele Web-Seiten für professionellen Übersetzern.

Wie
sollte ein Verband prüfen, ob die
alle Profis mit guten Qualitäten sind?

Eben!

Schreibt ein Übersetzer
in seine HP, daß er im Verband
ist, mag das ein Magnet sein für leichtgläubige Kunden, mehr
aber nicht,

Ich denke auch so.

wenn dann hintenrum
Muttersprachler der ganzen Welt beschäftigt werden.

Eben! Schließlich weiß der Kunde nicht wer letzendlich die Übersetzung gemacht hat.

Z.B.
die einfache, aber bedeutende Tatsache, dass jemand, der in
Anlagenbau und Verfahrenstechnik spezialisiert ist, einen
Grundstückskaufvertrag nicht so gut übersetzen kann.

Der Meinung bin ich nicht. Weil (jetzt kommt ein Beispiel) Es kann durchaus sein, daß der Übersetzer sich in Technik und anlagenbau spezialisiert hat selber ist er aber auch Rechtsanwalt mit Fachgebiet Verträge.

Das überzeugt mich nicht, denn wenn ich einen Text abliefere,
der über zwei Stationen wieder an mich zurück geht,

Ich glaube letztes Endes scheitert das, in den meisten Fällen an zwei Sachen:

  1. Zeit (meistens haben die Menschen die Übersetzung sehr eilig)
    und
  2. Geld (so ein Verfahren kostet mindestens doppelt so viel und eine gute Übersetzung ist selten bis nie billig)

werde ich wohl besser feststellen können,
ob die Qualität stimmt, als
wenn ich meinen Text in einer anderen Sprache lese, die ich
nicht verstehe, und ich auf einige
Merkmale vertrauen muß, die eine gute Übersetzungsqualität
sehr wahrscheinlich machen.

Ich glaube es ist völlig utopisch selber die qualität einer Übersetzung zu prüfen, deren Sprache du nicht kennst. Egal welche Merkmale Du hier meinst (und diese Merkmale erschliessen sich mir nicht)

Das ist aber nur meine Meinung. Mehr nicht.

Schöne Grüße,
Helena

Ich dachte, du wolltest einen Weg vorschlagen, wie man die Qualität einer Übersetzung überprüfen könnte. Bei dem Vorschlag oben sind jetzt aber gleich 3 verschiedene Übersetzer involviert, von denen alle möglicherweise gut oder schlecht übersetzen. Wie findest du dadurch heraus, ob eine Übersetzung gut ist? Mal abgesehen davon, dass auch ja bei 3 exzellenten Übersetzungen die Übersetzung aus Schritt 4 nicht mit dem Ausgangstext identisch sein muss.

MOD: Überflüssiges Vollzitat gelöscht.

Servus,

Aber natürlich, wenn er gut drauf ist.

Nein, immer. Auch wenn er übellaunig ist oder Sodbrennen oder Schnupfen hat. Ein Rettungssanitäter intubiert auch nicht, wenn er gut drauf ist, sondern wenn es notwendig ist.

Ich wußte nicht, daß man früher nach meinem Vorschlag geprüft
hat, ob Übersetzer gut arbeiten

Nein. Das wäre auch im Vergleich zur aktuellen Praxis viel zu aufwändig und würde wichtige Aspekte gar nicht berücksichtigen, aber ich wiederhole mich. - Natürlich steht am Ende der stillen Post was anderes als am Anfang - identisch sein können allenfalls Inhalt, Stil, Niveau des Vokabulars; nicht der Text 1:1. Das hat damit zu tun, wie Sprachen funktionieren. Hast Du Dich mal mit Fremdsprachen aktiv beschäftigt (gesprochen, geschrieben, gelesen)? Dann wird Dir aufgefallen sein, dass Du in der Fremdsprache formulierst und eben nicht zuerst Deutsch, dann überträgst und am Ende überprüfst, ob Du das gesagt hast, was Du sagen wolltest.

Bei Agenturen sind zwei Tests üblich: (1) Probeübersetzung eines Textes, der schon vorher bearbeitet worden ist - und wenn ich von „bearbeitet“ spreche, dann meine ich nicht ein paar Philologen, die völlig losgelöst von der Erde im Elfenbeinturm schweben, sondern ich spreche von Übersetzen, mit allem, was dazugehört und allen, die dazu gehören, einschließlich Fachleute des jeweiligen Gebietes, die dabei beiläufig gar nicht zwingend Fremdsprachenkenntnisse benötigen, sondern bloß die richtigen Fragen von der richtigen Person - und (2) Rückübersetzung eines Textes, der vorher in die andere Richtung übertragen worden ist, allerdings ohne dabei in zich anderen Sprachen rumzueiern (was soll das - außer Kosten - bringen?).

Ich glaube nicht, daß ein guter Übersetzer, der von seinen
Fähigkeiten überzeugt ist, nie
diese goldene Übersetzerregel bricht.

Tja, zu Glaubensfragen lässt sich per se nicht argumentieren. Wenn meine Nachbarin sagt: „Ich glaube nicht, dass der Doktor Sowieso besonders viel von den Medikamenten versteht, die er da so aufschreibt“ kann ich ihr nicht gut widersprechen - sie glaubt halt.

Wenn ich
„Muttersprachler der Quellsprache“ lese, wird
mir schummrig.

Warum das nicht bloß Stand der Technik, sondern auch unabhängig davon nützlich ist, erkläre ich Dir jetzt nicht - mir scheint, Du hast Deine Meinung & Deinen Glauben schon vorher ziemlich fest gefügt; da kann man dann viel reden, ohne Ergebnis. - Eventuell kannst Du ja Deinen Schummer ein wenig konkreter formulieren, präzisieren oder gar begründen? Die Aussage „Wenn ich sehe, dass ein Maurer Sand in die Mischmaschine schaufelt, wird mir schummrig“ ist für sich allein wenig geeignet, das Maurerhandwerk in seiner praktizierten Form in Frage zu stellen. Einstürzende Neubauten wären da eher sowas wie ein Argument.

Heute muß, je mehr denn je, billig gearbeitet werden.

Das kann man tun, man muss es aber nicht. Man kann auch gut arbeiten, das hat dann halt seinen Preis. Deutsche Übersetzer können, egal wie gut sie technisch gerüstet sind, mit rumänischen Wortpreisen nicht konkurrieren - wohl aber mit den Ergebnissen, die vom Wettbewerb so geliefert werden.

Es gibt
nicht wenige Übersetzungsbüros,
die mit Übersetzern in der ganzen Welt verbunden sind.

In der Tat. Es gibt auch viele Sprachen auf der Welt.

Wie sollte ein Verband prüfen, ob die
alle Profis mit guten Qualitäten sind?

Stell einfach mal einen Aufnahmeantrag, und schau, was dann passiert.

mag das ein Magnet sein für leichtgläubige Kunden, mehr
aber nicht

Seisdrum - Dein Glaube hat Dir geholfen. Ich weiß nicht genau, was Du möchtest; einen Hinweis darauf, wie man gute Übersetzer finden kann, hast Du bekommen. Darf ich wissen, wie Du dazu kommst, die Auftraggeber von in den genannten Verbänden organisierten Übersetzern in Bausch und Bogen für Deppen zu erklären, und die Methoden, die die genannten Verbände benutzen, um die Spreu auszusieben, für Humbug? Bissel arch forsch, finde ich - und, wie sagt man auf DummNeudeutsch? „nur bedingt zielführend“.

Das überzeugt mich nicht, denn wenn ich einen Text abliefere,
der über zwei Stationen wieder
an mich zurück geht, werde ich wohl besser feststellen können,
ob die Qualität stimmt

Das mag für Dich gelten. Ich will Dich auch von nichts überzeugen, mach ganz einfach was Du willst, wenn Du eine Übersetzung brauchst.

Mir gehts nur darum, Deine implizite These, dass Übersetzer Schwindler sind und Ramsch verkaufen, und die explizite, dass Du der erste bist, der drauf gekommen ist, wie man diese Ganoven in ihre Schranken weisen kann, ein wenig in Frage zu stellen. Zum Widerlegen wäre es nett, überhaupt mal eine widerlegbare These - ohne dekoratives Beiwerk und Amalgame - zu lesen.

In diesem Sinne

MM

1 „Gefällt mir“

Hallo Helena,

deinem Beitrag kann ich nicht recht entnehmen, was Du alternativ zu dem ursprünglichen Vorschlag (Übertragung über einige weiteren Sprachen in die Quellsprache zurück) und meinem (Einhaltung von an die Person geknüpften, nachprüfbaren Mindeststandards betreffend Qualifikation und Methodik) vorschlägst?

Sowohl DIN 2345 als auch SAE J 2450 sind sehr stark terminologiebezogen, man kann damit fast nur die Eindeutigkeit der Terminologie in einem technischen, bedingt auch in einem juristischen Text absichern. Ob es sich dabei um geeignete Werkzeuge handelt, hängt vom Anlass und vom Text ab.

Welche Kriterien und/oder Methoden möchtest Du verwenden, um die Qualität einer Übersetzung zu prüfen?

Unabhängig davon frage ich mich, nach welchen Kriterien ein Übersetzer selbst beurteilen will, welche seiner Texte kein Proofreading brauchen. Wenn das seinen Zweck erfüllen soll, muss Proofreading m.E. vollständig und konsequent etabliert sein, oder man lässts ganz bleiben. Sinn des Gegenlesens ist ja grade, Probleme zu identifizieren, die der Bearbeiter nicht als Problem erkannt hat - d.h. er selbst kann nicht beurteilen, ob ein Text ohne Gegenlesen auf die Welt losgelassen werden kann oder nicht.

Mit der im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag banalen Methode des Gegenlesens, und zwar mit oder ohne Schummer durch einen Muttersprachler der jeweils anderen Sprache, ist der mit diesem Vorschlag verfolgte Zweck bereits erfüllt, bloß eben einfacher.

Einen Übersetzungsauftrag würde ich nur in begründeten Ausnahmefällen einem Übersetzer geben, der kein Proofreading garantieren kann - etwa wenn es um eine extrem seltene Sprache geht.

Schöne Grüße

MM

2 „Gefällt mir“

Wenn alle drei Übersetzungen exzellent sind, dürfte der letzte Text mit dem Urtext ziemlich
identisch sein. Sind nicht akzeptable Abweichungen da, würde ich, und das wäre dann sozusagen
Schritt No. 5, das Prozedere den Übersetzern vorlegen mit der Bitte um Analyse, wer welche
Fehler gemacht hat. Reagiert keiner darauf, würde ich andere Übersetzer bemühen.

Klar, könnte etwas viel Aufwand sein, aber vielleicht eine Methode, um das Heer der Übersetzer
zu lichten.

MOD: Überflüssiges Vollzitat gelöscht.

Hallo Helena, danke, daß Du mir (nicht) in den Rücken gefallen bist! :wink:

Mit der „Goldenen Übersetzerregel“ meinte ich die sicherlich heere Absicht seriöser
Übersetzer, ihre Arbeit von einem anderen, einer anderen, gegenlesen zu lassen, wie unser
Vorredner meinte, das wäre üblich.

Ich antworte nur mal da, wo ich anderer Meinung bin als Du:

Das überzeugt mich nicht, denn wenn ich einen Text abliefere,
der über zwei Stationen wieder an mich zurück geht, …

Ich glaube letztes Endes scheitert das, in den meisten Fällen
an zwei Sachen:

  1. Zeit (meistens haben die Menschen die Übersetzung sehr
    eilig)
    und
  2. Geld (so ein Verfahren kostet mindestens doppelt so viel
    und eine gute Übersetzung ist selten bis nie billig)

So viel Aufwand muß man ja nicht generell treiben, und wenn, dann nur zum Ausfindigmachen
guter Übersetzer. Dazu muß man keine langen Texte testen, es reicht ein repräsentativer
Ausschnitt. Per E-Mail sollte das eigentlich recht schnell und einfach gehen.

Auch schöne Grüße!

Hallo Weissbisselwas,

Wenn alle drei Übersetzungen exzellent sind, dürfte der letzte
Text mit dem Urtext ziemlich
identisch sein.

Nein. Das kann nur jemand schreiben, der keine Ahnung von Übersetzungsarbeit hat. Es gibt keine 1:1 Übersetzung, es gibt immer nur angenäherte Übersetzungen. Und genau deshalb hat deine Methode keinen praktischen Wert. Ich gehe mich helena konform: es gibt keine Möglichkeit eine Übersetzung zu prüfen, bei der man eine der beiden Sprachen nicht selbst sehr gut spricht.

Gruß
eklastic

1 „Gefällt mir“

Hi Ekel :wink:

Das sehe ich auch so. Siehe meine Kommentare weiter unten- Absence makes the heart grow fonder…

Liebe Grüße
Siân

Hätte ich geschrieben, mit der von mir angedachten Prüfungsmethode wären Übersetzungen 1:1
möglich, was übrigens in bestimmten Fällen tatsächlich möglich ist (!), würde ich Dir jetzt
recht geben. Ich habe aber geschrieben, daß das Prüfungsergebnis ziemlich identisch sein müßte
mit dem Ausgangstext! Jedenfalls kann man sehen, wie daneben die Übersetzungen liegen, weil
man ja etwas bekommt, was man mit seiner Sprache wahrnehmen und verstehen kann. Verstehen
jedenfalls, wenn nicht totale Schlamper am Werk waren, die es ja auch geben soll in einer
Branche ohne einfache Prüfungsmöglichkeiten …

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Hätte ich geschrieben, mit der von mir angedachten
Prüfungsmethode wären Übersetzungen 1:1
möglich, was übrigens in bestimmten Fällen tatsächlich möglich
ist (!),

Beispiel?
Selbst bei alleinstehenden Worten ist das so gut wie unmöglich. Sobald ein Satz existiert, ist es unmöglich.

Im Übrigen sind „fast richtige“ Übersetzungen unter Umständen wesenlich gefährlicher als total falsche.

Gruß
eklastic

Sind nicht akzeptable Abweichungen da, würde

ich, und das wäre dann sozusagen
Schritt No. 5, das Prozedere den Übersetzern vorlegen mit der
Bitte um Analyse, wer welche
Fehler gemacht hat. Reagiert keiner darauf, würde ich andere
Übersetzer bemühen.

Wahrscheinlich wird dann jeder Übersetzer argumentieren, was die jeweils anderen Übersetzer falsch gemacht hätten, und du bist keinen Schritt weiter. Woran willst du erkennen, wer oder welche der 3 gute Übersetzer sind?

Klar, könnte etwas viel Aufwand sein, aber vielleicht eine
Methode, um das Heer der Übersetzer
zu lichten.

Glaube ich nicht.

Hallo Martin,
als erstes entschuldige bitte, daß die Antwort erst jetzt kommt. Ich wollte nicht so zwischen Tür und Angel antworten und deshalb erst jetzt.

Und nun zum Thema:

deinem Beitrag kann ich nicht recht entnehmen, was Du
alternativ zu dem ursprünglichen Vorschlag (Übertragung über
einige weiteren Sprachen in die Quellsprache zurück)

An sich die Idee ist nicht schlecht. Aber ich glaube es ist viel zu theoretisch, wenn ich mich so ausdrücken darf. D.h. so etwas scheitert in den allermeisten Fällen entweder an Geld (so etwas ist teuer) oder an Zeit (meistens ist eine Übersetzung eilig), oder an beides. Ausserdem bei der Übersetzung zurück kannst du auch nicht wissen ob derjenige vielleicht sogar schlechter ist als der der die erste Übersetzung gemacht hat. Will heissen, es ist eine völlig neue Übersetzung und keine Garntie für die Qualität der ersten Text. (Uff, ich hoffe es ist verständlich was ich geschrieben habe…)

und
meinem (Einhaltung von an die Person geknüpften, nachprüfbaren
Mindeststandards betreffend Qualifikation und Methodik)

Ich selbser bin keine Verfechterin der Zeugnissen. Und nach all den Jahren die ich schon in die Bundesrepublik weile bin ich der festen Meinung daß ich hier eine große Ausnahme bin. Will heissen: Daß ich ein Zeugnis habe, heisst noch lange nicht, daß ich das kann, was auf dem Zettel steht. Ich könnte Dir darüber viele Beispiele geben, aber ich beschränke mich nur auf eins: Als ich das Abitur hinter mir hatte, sprach ich wirklich gut Französisch. Und nicht nur das sondern ich konnte auch bestens lesen, hören und verstehen, ohne weiteres. Daraufhin machte ich ein paar Prüfungen. Und so, kraft diese Zeugnissen darf ich Französisch unterrichten und zwar bis zu Abiturklasse. So weit so gut. Jetzt -das hast Du viell. hier auch bemerkt- habe ich fast alles vergessen und mir tut es leid der Mensch, der von mir JETZT Französisch unterricht kriegt.
Nein, für mich sind Zeugnissen, wenn überhaupt, 2 Jahren gültig. Dann sind sie allerhöchstens ein Beweis dafür, was derjenige IRGENDWANN MAL gekannt hat. Mehr aber auch nicht.

Sowohl DIN 2345 als auch SAE J 2450 sind sehr stark
terminologiebezogen, man kann damit fast nur die Eindeutigkeit
der Terminologie in einem technischen, bedingt auch in einem
juristischen Text absichern. Ob es sich dabei um geeignete
Werkzeuge handelt, hängt vom Anlass und vom Text ab.

Ich gehe jede Wette ein, daß 99% der Spanier (als Beispiel) mit dieser Richtlinie nichts anfangen kann. Und da in einer Übersetzung unbedingt um zwei Sprachen, (mindestens) um zwei Menschen, zwei Mentalitäten und nicht zuletzt, zwei Kulturen.
Ausserdem meiner persönlichen Meinung nach, eine Terminologie kann man mit anderen Mitteln beurteilen, als mit einer deutschen Norm.

Welche Kriterien und/oder Methoden möchtest Du verwenden, um
die Qualität einer Übersetzung zu prüfen?

Das ist imho die 1 Mio. Frage schlechthin. Ich glaube, je nach Fachgebiet, in dem man den (End-)Kunden fragt, was er verstanden hat. Ich weiß, daß dies nicht unbedingt immer zufriedenstellend ist, aber wie gesagt, schwer ist es allemal.

Unabhängig davon frage ich mich, nach welchen Kriterien ein
Übersetzer selbst beurteilen will, welche seiner Texte kein
Proofreading brauchen.

MMn. ein Text barucht immer ein proofreading. Der erste schon von ih selbst.

Wenn das seinen Zweck erfüllen soll,
muss Proofreading m.E. vollständig und konsequent etabliert
sein, oder man lässts ganz bleiben.

S.o.

Sinn des Gegenlesens ist
ja grade, Probleme zu identifizieren, die der Bearbeiter nicht
als Problem erkannt hat - d.h. er selbst kann nicht
beurteilen, ob ein Text ohne Gegenlesen auf die Welt
losgelassen werden kann oder nicht.

Wenn man übersetzt übersieht man manchmal ein paar Sachen, die man ganz leicht erkennt, wenn man das alles nochmal durchliest. Ein Beispiel?: Wortwiederholungen, was ja in bestimmten Bereichen an der Tagesordnung ist.

Mit der im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag banalen
Methode des Gegenlesens, und zwar mit oder ohne Schummer durch
einen Muttersprachler der jeweils anderen Sprache, ist der mit
diesem Vorschlag verfolgte Zweck bereits erfüllt, bloß eben
einfacher.

Dann verstehe ich nicht was Du gemeint hast mit dieser Norme, die Du oben genannt hast.

Einen Übersetzungsauftrag würde ich nur in begründeten
Ausnahmefällen einem Übersetzer geben, der kein Proofreading
garantieren kann - etwa wenn es um eine extrem seltene Sprache
geht.

Vermutlich alle Menschen dieser Welt auch. Nur, wie ich schon sagte es ist eine Frage der Zeit und des Preises.

Liebe Grüße und nochmals sorry für die Verspätung,
Helena