Qualitative Inhaltsanalyse n. Mayring

Hallo,

Ich bin gerade auf der Suche nach Literatur zur induktiven Kategorienbildung, insbesondere zur Beantwortung folgender Fragen:

Ist eine Piloterhebung (Interview) notwendig, um Kategorien zu bilden? bzw.
=> Dürfen die Kategorien direkt aus dem Gesamtmaterial entwickelt werden bzw. aus einem Teil davon?

Ich habe gelesen, dass die Kategorien direkt aus dem Gesamtmaterial gebildet werden dürfen. Leider finde ich die Literaturangabe nicht mehr. Daher meine Fragen an euch: :wink:

-> Ist ein solches Vorgehen erlaubt?
-> Habt ihr einen Literaturtipp, der einen Hinweis darauf gibt?

-> Nach Mayring werden die Kategorien „schrittweise induktiv aus dem Material heraus gebildet“, wobei sie nach 10-50% des Materials erneut revidiert werden. Danach folgt ein „endgültiger Materialdurchgang.“ Inkludiert das nicht, dass die Kategorien an Hand des Gesamtmaterials gebildet werden? Ich verstehe das so: Man arbeitet das Material (Hauptuntersuchung) durch und entwickelt daraus Kategorien. Werden keine neuen Kategorien mehr gefunden, werden damit die entgültigen Kategorien festgelegt. Danach wird das gesamte Material noch einmal durchgearbeitet und entsprechend des zuvor erstellten Kategoriensystems kodiert. Entsprechend meiner Interpretation werden die Kategorien also an Hand des selben Material entwickelt, dass danach auch mittels dieser Kategorien kodiert und ausgewertet wird. Die Literaturangabe, die das spezifischer ausdrückte, finde ich nicht.
-> Mein Betreuer meint aber, dass die Kategorien in einer Pilotphase gebildet werden müssen und vor der eigentlichen Untersuchung schon feststehen müssen d.h. Die Kategorien werden nicht aus dem Material gebildet, dass danach kodiert wird, sondern bereits in einem Probedurchgang.
Was ist nun „richtig“?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Probeinterview von N = max. 8 alle möglichen Kategorien erfasst - insbesondere deshalb nicht, weil ich nach der CIT unter anderem Ereignisse erfasse. Ich will also gerne genaueres darüber finden, ob das nun zulässig ist oder nicht. In Mayring - Qualitative Inhaltsanalyse kann ich es nicht erkennen.

Dankeschön im Voraus für jegliche Hilfe!! :wink:
LG

Oh, verzeiht meine dass/das Fehler in meiner Hektik :wink:

Hi,

das Problem, wie groß und woher der Testdatensatz zur Erstellung von Kategorien stammen darf ist eng verwandt mit Klassifikationsverfahren in der Mustererkennung.
Verwendest du alle Daten hast du alle denkbaren Klassen abgedeckt, aber keine daten mehr übrig die Klassifikation zu überprüfen (weil die Testdaten natürlich „richtig“ klassifiziert werden).
Verwndest du weniger Daten, hast du möglicherweise zu wenig Kategorien, aber dafür kannst du die Klassifikation testen.
Auswege sind (wie dein Betreuer schon meinste) eine Pilotstudie und anschließend eine größere Erhebnung für die eigentlich Klassifikation, das mehrstufige verfahren, wie du es beschrieben hast (was eine gewisse Adaption der Klassifikation erlaubt).
Das zweite ist besser, weil es adaptionen zulässt, man kann sich darin aber auch verfransen.
Grüße,
JPL

Literatur?
Danke für deine Antwort.
Weißt du auch wer ein solches Verfahren beschreibt, wie ich es genannt habe?
Ich glaube Flick hat ein solches in Anlehnung an die Grounded Theory vorgeschlagen, aber das muss ich erst mal wiederfinden…

Danke & Lg

Hi,

ich versuchs mal, da ich aber nicht aus Psycho komme, sind sie evtl etwas mathematisch …
http://winf5.in.tu-clausthal.de/winf/ws0506/seminar/…
http://www.ke.tu-darmstadt.de/lehre/arbeiten/diplom/…
http://books.google.at/books?hl=de&lr=&id=4ZUe8REZ-E…

HTH, Grüße,
JPL