nein, es geht nicht um einen bekannten Internet-Anbieter
Es kam gestern bei dem Bericht über eine entfernte Bekannte, die sich ihr Leben lang kasteite und jetzt schon seit Jahren bettlägerig mit diversen Krebserkrankungen ist die Frage auf, ob es eigentlich auch Statistiken zur qualitativen Lebenserwartung gibt. Also bis zu welchem Alter Menschen ihr Leben als lebenswert betrachten, bzw. man - so schwer und problematisch dies auch sein mag - anhand objektiver Kriterien ein lebenswertes Leben angenommen hat.
Besagte Dame wäre ein gutes Beispiel dafür, dass das quantitativ bestimmte Lebensalter eben gerade nichts darüber aussagt, ob dieses Leben auch lebenswert gewesen ist. Krasses Gegenbeispiel wäre eine Verwandte meiner Frau, die noch mit 99 ganze Kuchenplatten abräumte und Kaffee kannenweise zu sich nahm, bis sie eines Abends ins Bett ging und friedlich einschlief. Da würde man unter beiden Betrachtungswinkeln zu einem identischen Ergebnis kommen.
ich denke nicht, dass es so eine Statistik gibt, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Die Frage ist: Was ist „qualitativ gut“? Hat ein behinderter Mensch ein qualitativ gutes Leben? Viele mit Sicherheit schon. Nur weil man sich selber ein Leben mit einer Krankheit oder Behinderung nicht als „qualitativ gut“ vorstellen kann, muss es eine betroffene Person nicht auch so sehen.
ich denke nicht, dass es so eine Statistik gibt, lasse mich
aber gerne eines besseren belehren.
Die Frage ist: Was ist „qualitativ gut“? Hat ein behinderter
Mensch ein qualitativ gutes Leben? Viele mit Sicherheit schon.
Nur weil man sich selber ein Leben mit einer Krankheit oder
Behinderung nicht als „qualitativ gut“ vorstellen kann, muss
es eine betroffene Person nicht auch so sehen.
Damit beleuchtest Du aber nur die Seite objektivierter Betrachtung. Wie ich schon geschrieben habe, ist die natürlich extrem problematisch. Andererseits hätte ich kein Problem damit, dass man z.B. bei Menschen die komplett die Kommunikationsfähigkeit verloren haben, und ohne Aussicht auf Besserung im apallischen Syndrom vor sich hin vegetieren von einem für die Betroffenen nicht mehr als positiv empfundenen Leben zu sprechen. Gleiches auch finaler Diagnose, nicht ausreichend therapierbaren Schmerzen mag es zwar für den einzelnen noch ein lebenswertes Leben sein, in der „allgemeinen Verkehrsauffassung“ dürfte man hier wohl trotzdem von einem nicht mehr lebenswerten Leben sprechen dürfen.
Der Punkt ist ja nicht der, hieraus Schlüsse in Richtung z.B. von Euthanasie ziehen zu wollen, sondern eine Verdeutlichung des Unterschiedes zwischen der in allen Statistiken immer wieder gefeierten steigenden Lebenserwartung und der Frage, wieviel Menschen im Vergleich dazu dieses mehr an Lebenszeit wirklich als lebenswert ansehen, und wie hoch der (meiner Vermutung nach steigende) Anteil einer Lebensphase ist, die nicht mehr als erstrebenswert angesehen wird.
Da ich viel zum Thema Patientenverfügungen/Vorsorgevollmachten Vorträge halte und publiziere, wäre dies mal ein interessanter Aspekt, den man da mal am Rande einflechten könnte.