Quantenmedizin

Tag,
eine meiner Patientinnen hat sich sozusagen spaßeshalber quantenmedizinisch scannen lassen.
Jetzt hat sie folgende Diagnosen:

  • supergesund, weil viele Neubildungen von Zellen
  • Chrommangel
    und vor allem:
  • Befall mit Opisthorchis Felineus - dem Katzenleberegel, der zwar bei ihr schon so massiv vorhanden sein soll, das sie demnächst (?) Probleme mit ihrer Aorta und ihrem Hörnerv bekommt, auf der anderen Seite bei einem vor kurzem erstellten Blutbild keinerlei Eosinophilie und/oder IgE-Erhöhung gemacht hat.
    (Alles was ich über das Vieh weiß, ist, dass der in die Leber und Galle geht - kann der auch andere Gewebe? Nee, nich!?)
    Ich hab auch ihre anonymisierten Scans und könnte die hochladen, falls sich jemand in der Lage sieht die zu interpretieren. Allerdings sind das nur bunte geometrische Figuren auf Köerperinnerem.

Mein Gefühl und im Grunde ihres auch: Killefit!
Aber natürlich verunsichert es einen, wenn man von so etwas wie dem Wurmbefall hört.
Bei GWUP hab ich kurz geguckt und kein Kapitel Quantenmedizin gefunden.
Im Netz mit der Kugel zunächst mal nur Lobgehudel.

Ich würde mich über fundiert kritische Stimmen freuen.

Lieben Gruß und Danke
Kerstin

Hallo,

ich kenne „Quantenmedizin“ nicht. Es sei jetzt mal dahingestellt, ob da was dran ist oder ob das mehr dem Geldverdienen denn der Diagnose dient. Wenn deine Patientin einen wodurch auch immer begründeten Verdacht auf einen Befall mit einem bestimmten Parasiten hat, kann man das doch gezielt untersuchen. Die Metacercarien müssten sich in Leber, Galle und Pankreasgängen finden lassen (vielleicht gibt es Bildgebende Verfahren, die das visualisieren können), außerdem sollte man die Eier im Kot finden (hier gibt es molekularbiol. Techniken, mit denen das problemlos geht).

An Unikliniken gibt es Institute für Mikrobiologie und Parasitologie, die wohl ganz gut helfen können. Ansonsten sollten sich aber auch Internisten mit diesen Themen, den Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten auskennen. Spezielle Fachärzte für Parasitologie gibt es leider nicht (bzw. „nur“ Tierärzte, allerdings kann es da auch durchaus Fachleute geben, die effektive weiterhelfen können).

Eine mit einem zweifelhaften Verfahren erstellte Diagnose sollte NICHT mit dem SELBEN Verfahren überprüft werden (stattdessen: andere Technik benutzen). Eine Diagnose aufgrund zweifelhaften Datenmaterials sollte nicht anhand des selben Datenmaterials überprüft werden (stattdessen: neue Messung machen). Da ich an der Validität der Technik zweifele, würde ich mich hier für eine Überprüfung mit einer anderen Technik entscheiden. Und bis zur evtl. Bestätigung dem jetzigen Befund keine weitere Bedeutung beimessen.

LG
Jochen

Hallo Jochen!

Die Metacercarien müssten sich in Leber, Galle

und Pankreasgängen finden lassen (vielleicht gibt es
Bildgebende Verfahren, die das visualisieren können), außerdem
sollte man die Eier im Kot finden (hier gibt es molekularbiol.
Techniken, mit denen das problemlos geht).

Zumindest für manche Parasiten sei der visuelle Kotscreen aber deutlich sensitiver als Molekularbiologie, meinte unsere Parasitologin. Der Kot schade der PCR vielleicht, meinte sie. Keine Ahnung ber, wie das bezüglich des Katzenleberegels ist.

Gruß, Stefan