Quantitätsgleichung

Die Quantitätsgleichung besagt M x V = P x Y. Die Geldmenge liegt in diesem Jahr bei ca. 8,9% (Weiß jemand, ob diese Zahl stimmt? Wie hoch ist denn die Geldmenge in % und als absolute Zahl?) Heisst das, dass wir uns Gedanken um die Inflation machen müssen?

Die Quantitätsgleichung besagt M x V = P x Y. Die Geldmenge
liegt in diesem Jahr bei ca. 8,9% (Weiß jemand, ob diese Zahl
stimmt? Wie hoch ist denn die Geldmenge in % und als absolute
Zahl?) Heisst das, dass wir uns Gedanken um die Inflation
machen müssen?

Die Geldmenge liegt ganz sicher nicht bei 8,9%, weil sie eine absolute und keine relative Zahl ist und somit in Mrd. Euro gemessen wird. Die Geldmenge M3 (ich hoffe, Du kennst die Definitionen) in Der Euro-Zone lag im August 2003 bei rd. 6 Mrd. Euro.

Zur Quantitätsgleichung: Fisher stellt hier die „Güterwelt“ und die Geldwelt gegeneinander. Rechts das zu aktuellen Preisen bewertete BIP, links Geldmenge mal Umlaufgeschwindigkeit.

Üblich ist auch die Betrachtung der relativen Veränderungen, also
Geldmengenwachstum * Veränderung der Umlaufgeschwindigkeit = Veränderung des Inlandsproduktes * Inflation

Damit es nicht zu einer Inflation kommt, muß also einem Geldmengenwachstum ein entsprechender Anstieg der Inlandsproduktes oder ein Rückgang der Umlaufgeschwindigkeit gegenüberstehen.

Das Problem ist aber, daß die Geldmenge M3 weder das gesamte u.U. kaufkraftwirksame Vermögen der Haushalte umfaßt, und genau dieses müßte man dem BIP gegenüberstellen, noch an sich eine geeignete Größe darstellt, weil sie am oberen Ende der Geldmengenskala liegt, um es mal so zu formulieren.

Beispiel: Wenn ausgabeaufschlagfreie Rentenfonds verkauft werden und der Verkaufserlös in Geldmarktfonds angelegt wird, rutscht dieser Betrag in M3, obwohl sich von der Sache her nicht viel geändert hat.

Hinzu kommt, daß m.E. die Umlaufgeschwindigkeit in Bezug auf M3 in der letzten Zeit ruckläufig ist, weil die Menschen aufgrund der Unsicherheit der zukünftigen Entwicklung (Steuerdiskussion, Wirtschaftslage) tendenziell von M1-Vermögen in M2- oder M3-Vermögen umschichten. Zahlen hab ich dazu jetzt aber nicht.

Alles in allem kann die Quantitätsgleichung, so schön sie auch ist, aufgrund der Unzulänglichkeiten des Meldewesens nicht herangezogen werden. Von einer Geldmengenausweitung von 8,9 % kann man jedenfalls nicht auf eine Inflationsrate von 8,9% schließen.

Gruß,
Christian

Hallo Susi,
nicht die Geldmenge liegt bei 8,9% sondern maximal kann es eine Geldmengenerhöhung um diesen Prozentsatz geben, wobei er mir der aber ziemlich hoch erscheint. Soweit ich weiß liegt der aktuelle Geldmengenkorridor bei 1,8 Prozent Schwankungsbreite. Und dieser Wert ist eben vergleichsweise geringt gewählt, um eine Inflation zu vermeiden. Y als Maß für das BIP würde als Wachstumsrate ja bei ca. 0 Prozent liegten, da im Moment eine Stagnation der deutschen Wirtschaft zu beobachten ist. Der Verhaltenskoeffizient für die Kassenhaltung ist vermutlich ziemlich niedrig, da zur Zeit Geld nur langsam im Umlauf unterwegs ist. Die Menschen geben wenig aus etc. Um eine Inflation brauchen wir uns daher keine Sorgen zu machen. Der Verbraucherpreisindex für die Lebenshaltungskosten leigt bei 1,2%, was letztlich auch für eine geringe Variation der Geldmenge sprechen würde.

Gruß Susanne

Die Quantitätsgleichung besagt M x V = P x Y. Die Geldmenge
liegt in diesem Jahr bei ca. 8,9% (Weiß jemand, ob diese Zahl
stimmt? Wie hoch ist denn die Geldmenge in % und als absolute
Zahl?) Heisst das, dass wir uns Gedanken um die Inflation
machen müssen?

Hallo,

nicht die Geldmenge liegt bei 8,9% sondern maximal kann es
eine Geldmengenerhöhung um diesen Prozentsatz geben, wobei er
mir der aber ziemlich hoch erscheint. Soweit ich weiß liegt
der aktuelle Geldmengenkorridor bei 1,8 Prozent
Schwankungsbreite.

was das Wort Schwankungsbreite in diesem Zusammenhang bedeuten soll, ist mir nicht ganz klar, aber Tatsache ist, daß die Geldmenge in diesem Jahr um den genannten Prozentsatz gestiegen ist.

Und dieser Wert ist eben vergleichsweise
geringt gewählt, um eine Inflation zu vermeiden. Y als Maß für
das BIP würde als Wachstumsrate ja bei ca. 0 Prozent liegten,
da im Moment eine Stagnation der deutschen Wirtschaft zu
beobachten ist. Der Verhaltenskoeffizient für die
Kassenhaltung ist vermutlich ziemlich niedrig, da zur Zeit
Geld nur langsam im Umlauf unterwegs ist. Die Menschen geben
wenig aus etc. Um eine Inflation brauchen wir uns daher keine
Sorgen zu machen. Der Verbraucherpreisindex für die
Lebenshaltungskosten leigt bei 1,2%, was letztlich auch für
eine geringe Variation der Geldmenge sprechen würde.

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß hier Ursache und Wirkung verwechselt werden. Auch die Aussage zur Umlaufgeschwindigkeit bringt mich auf den Gedanken, daß Du Deinen Beitrag nicht unbedingt Deinem Chef zeigen solltest, so als wissencshaftliche Mitarbeiterin und so.

Gruß,
Christian