Quecksilbervergiftung

Hallo Experten,

ich habe einige Fragen zu Quecksilber und wäre dankbar für qualifizierte Hinweise:

  • Ist es plausibel, dass jemand aufgrund einer unerkannten, wohl mehr als 10 Jahre zurückliegenden akuten Quecksilber-Vergiftung nunmehr mittelschwere, sich innerhalb der letzten acht Jahre verschärfende psychische Probleme entwickelt? Primär sind das Zwangshandlungen (Sauberkeits- und Waschzwang), Angst vor Fremden, Schlafstörungen.

  • Wäre diese Ursache heute zweifelsfrei festzustellen? An wen wendet man sich für sowas?

  • Könnte das noch zielgerichtet behandelt werden, also abweichend vom Standardprogramm bei den genannten psychischen Erscheinungen?

Vielen Dank!

Moin,

  • Ist es plausibel, dass jemand aufgrund einer unerkannten,
    wohl mehr als 10 Jahre zurückliegenden akuten
    Quecksilber-Vergiftung

Frage.
Wenn die Vergiftung unerkannt ist, wie kann man sich denn sicher sein, daß es überhaupt eine war?
Und unbehandelt- wie schwer war sie?
Schwere Hg-Vergiftungen sind gerne mal letal.

nunmehr mittelschwere, sich innerhalb
der letzten acht Jahre verschärfende psychische Probleme
entwickelt?

Das sollte ein spezialisierter Toxokologe sagen können. Es müsste aber wirklich ein Spezialist sein, denn diese Frage ist sehr speziell

  • Wäre diese Ursache heute zweifelsfrei festzustellen? An wen
    wendet man sich für sowas?

Vielleicht.
Hg kann sich in bestimmten Geweben ablagern und dort auch nach Jahren nachgewiesen werden. Besagter Spezialist sollte auc hwissen wie das geht.

  • Könnte das noch zielgerichtet behandelt werden, also
    abweichend vom Standardprogramm bei den genannten psychischen
    Erscheinungen?

Auch hier ist wieder besagter Spezialist gefragt.

Hier http://anchem.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/anc… gibt es einige Informationen und vielleicht kann Dir der Herr Bursch auch weiterhelfen.

Gandalf

http://de.wikipedia.org/wiki/Quecksilbervergiftung

Hallo heimanwender,

  • Ist es plausibel, dass jemand aufgrund einer unerkannten,
    wohl mehr als 10 Jahre zurückliegenden akuten
    Quecksilber-Vergiftung nunmehr mittelschwere, sich innerhalb
    der letzten acht Jahre verschärfende psychische Probleme
    entwickelt? Primär sind das Zwangshandlungen (Sauberkeits- und
    Waschzwang), Angst vor Fremden, Schlafstörungen.

Hier hat Gandalf ja schon an den Toxikologen verwiesen.

  • Wäre diese Ursache heute zweifelsfrei festzustellen?

Nein - eine Vergiftung *könnte* zugrunde liegen, aber beweisen wird man das nicht können.

An wen wendet man sich für sowas?

Primärer Ansprechpartner wäre wohl ein Psychiater - der wird sicherlich auch organische Ursachen mit einbeziehen.

  • Könnte das noch zielgerichtet behandelt werden, also
    abweichend vom Standardprogramm bei den genannten psychischen
    Erscheinungen?

Abgesehen davon, dass es das „Standardprogramm“ so nicht gibt, sondern sich Therapieansätze an den jeweiligen Störungen (und Du listest ja durchaus unterschiedliches auf) orientiert: Eine evtl. zugrundeliegende organische Störung als Folge einer Vergiftung vor > 10 Jahren wird man nicht *kausal* therapieren können. Die Folgen allerdings schon, und zwar sehr gut.

Vielen Dank!

Viele Grüße
niere

Wenn die Vergiftung unerkannt ist, wie kann man sich denn
sicher sein, daß es überhaupt eine war?

Das kann man nicht. Was ich meinte: Die Frage ist nicht direkt auf den generellen Zusammenhang zwischen psychischen Krankheiten und einer festgestellten Quecksilbervergiftung gerichtet, weil eine solche Feststellung ursprünglich nicht getroffen wurde.

Vermutlich verwende ich den Begriff der akuten Vergiftung auch falsch. Es geht um vier bis sechs Situationen, bei denen einmal oder jeweils Quecksilberdampf oder Aerosol eingeatmet worden sein könnte. Die Konzentration für diesen Fall kann ich nicht beurteilen, körperliche Beschwerden haben sich im Nachhinein aber nicht ergeben.

Die Annahme, dass es im fraglichen Zeitraum zum Kontakt mit Quecksilber gekommen sein könnte, beruht auf etwa fünf Jahre alten Erkenntnissen zu den jeweiligen Situationen. Aufgrund des Glaubens, dass vielleicht gar nichts aufgenommen wurde oder dies eben keinen (eigenen) gesundheitlichen Schaden zur Folge gehabt hätte, wurde auch dann nicht in der Richtung untersucht. Mit der betreffenden Psyche geht man halt auch nicht so gern zu Ärzten.
Die psychischen Symptome wurden bis vor zwei Jahren als PTBS (in Bezug auf denselben Ursachenzeitraum, an sich auch dieselben Situationen wie die des möglichen Quecksilberkontakts) behandelt, allerdings ohne Fortschritte. Langfristig gesehen trat eher eine gleichmäßige Verschlechterung unabhängig von der Behandlung ein. Die neue Information, dass Quecksilberaufnahme (allerdings wohl eher chronisch) mit psychischen Störungen in Zusammenhang stehen kann, machte nun hellhörig. Ein Punkt ist auch das Gefühl eines Nachlassens der Konzentrations- und Erinnerungsvermögens, was in dem Fall bei einem Studium zunehmend Probleme bereitet, und vor allem der verbalen Ausdrucksfähigkeit (das mag aber auch an einer Art depressiven Vereinsamung liegen).
Das bewegt mich, zu recherchieren, ob es Sinn hat, der Quecksilbersache nachzugehen, und es einen zielgenaueren Behandlungsansatz verspricht.

Vielen Dank für den Link, ich werde diesen Kontakt behalten.

Servus,

was ich Dir bieten kann (es ist ja eine komplexe Fragestellung), sind die Ergebnisse einer Suche in ‚Google Scholar‘. Für eine Vorauswahl aus den Fundstellen nach den Kriterien relevant>