Hallo,
ich weiß, daß das Thema Quereinsteiger für viele Lehrer ein rotes Tuch ist. Trotzdem würde ich gern mal Eure Meinung dazu hören, bzw, was Ihr darüber wißt, wie das läuft (insb. RLP). Dabei meine ich jetzt nicht Quereinsteiger ins REferendariat, sondern direkt in den leherberuf.
Kurz zu meiner PErson und auch warum ich frage. Ich hab Bio und Chemie für LA an Gymnasien studiert und das erste Staatsexamen gemacht. Parallel dazu auch Dipl in Biologie und bin momentan an der Promotion. Damit sollte ich anfang bis mitte nächsten Jahres fertig sein. Dann steht die Berufsentscheidung an, ob ich an eine Schule gehe, oder doch in die Industrie (wo ich auch versuchen würde, in den innerbetrieblichen Lehrbereich zu kommen).
Wenn Schule - könnte ich natürlich auf dem klassischen WEg Referendariat machen, oder (evtl) auch über Quereinsteiger reinkommen. Ich nehme an, das würde einen schnelleren Berufseinstieg bringen und sich auch finanziell rechnen. Hört sich zwar blöd an, aber nach dem Hungerlohn in der Promotion wären ein paar Euro mehr auf dem Konto auch mal ganz nett.
Für alle Antworten (auch kritische Antworten bin ich dankbar)
Liebe Grüße, Diana
Hallo Diana
ist dieses Thema wirklich ein rotes Tuch für meine Zunft??
Bisher ist mir das noch nicht begegnet, vielleicht rede ich aber auch mit den falschen Leuten…
Schau mal hier nach, da geht es speziell um RLP,
http://www.mbfj.rlp.de/bildung/lehrberuf.html
Ich persönlich kenne einen Musiklehrer, der jetzt per Seiteneinsteigerprogramm am Gymnasium unterrichtet. Das ist ganz schön stressig für ihn, da er zu Blockseminaren immer wieder weg muss und dann in der Schule nicht verfügbar ist.Vielleicht löst so etwas ja den von dir erwähnten Unmut aus.
In RLP ist das Seiteneinsteigerprogramm gestartet worden, um einen Fehler aus der Vergangenheit wieder wett zu machen: Es wurden in bestimmten Fächern jahrelang keine LehrerInnen ausgebildet(verschiedenste Gründe: Unattraktivität des jobs im Vergleich zu anderen z. B.), die sind jetzt Mangelware: Physik, Kunst an Gymnasien, …etc.
Dass du auf den Euro schaust ist durchaus vertretbar, allerdings halte ich ein Referendariat, bzw eine praktische Ausbildung für LehrerInnen für unverzichtbar. Die Inhalte des Studiums befähigen nicht automatisch zum Unterrichten! Ein noch so gutes erstes Staatsexamen ist keine Garantie für ein erfolgreiches Arbeiten an der Schule. Meiner Meinung nach müssten Praxis und Theorie bereits viel früher, insbesondere bei den Sek1 und Sek2 Lehramtsstudiengängen, miteinander verzahnt werden. Auch zum Schutz der Studierenden, die bereits viel früher erkennen müssen, ob dieser Beruf Freude macht…Ich kenne zu viele LehrerInnen , die nicht für den Beruf geeignet, unglücklich und überfordert sind…Wer bereits 5-6 Jahre in die Ausbildung investiert hat, wagt selten einen Rückschritt bzw. einen Neuanfang in einem anderen Bereich, sondern zieht das dann eben durch und schürt schnell und erfolgreich das schlechte Ansehen von Lehrern!
Gruß „Simone“
Hallo Diana.
Da du ja schon ein erstes Staatsexamen hast: Warum kannst du nicht ganz normal Referendariat machen? Dem steht doch nichts im Wege! So schlecht ist die Bezahlung da auch nicht, wenn auch nicht dem Lehrergehalt entsprechend. Immerhin regelmäßig *fg* Aber dann hast du auf jeden Fall das gesamte Handwerkszeug des Lehrers und die Praxis uner Aufsicht eines Mentors ist imho sehr wichtig, wenn nicht unverzichtbar.
Grüße
R
Hallo „Simone“,
danke für Deine nette und ausführliche Antwort. Zum Thema „rotes Tuch“ hab ich z.B. hier was gelesen:
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,…
Den Link hatte ich auch schon und hab da auch irgendwo gelesen, daß man 1/4 der Zeit für die Päd. Ausbildung freigestellt wird. ich dachte allerdings eher, daß man dann pro Woche weniger Stunden hat. Das mit den Blockseminaren hört sich eher an, als ob man volle Stunden hat und zwischendrin auf Weiterbildung muß!? Das ist ja eigentlich ziemlcih blödsinnig, vor allem für die Schüler und Schulen.
Ich bin durchaus auch der Meinung, daß man Leute nicht ohne entsprechende Ausbildung auf die Schüler loslassen sollte. Allerdings muß ich auch andererseits sagen, daß ich das, was man im Referendariat macht (kenne einige, die es gerade machen bzw. hinter sich haben) auch nicht immer das Richtige finde. Aber darüber kann man sicher streiten und es hängt auch vom Seminar ab.
Ich bin auch absolut Deiner Meinung, daß man viel früher im Studium viel mehr Praxis haben sollte, auch wegen der Berufswahl.
Das ist auch eigentlich genau ein Grund, warum ich hier frage. Wie dieses Quereinsteiger-Programm eben aussieht. WEnn es so wäre, daß man direkt etwas voller einsteigt, auch etwas mehr verdient, und parallel die Weiterbildung macht, würde sich das ja gar nicht soo schlecht anhören.
Naja, ich versuch halt im Moment mal, mich zu informieren,
Liebe Grüße und vielen Dank nochmal,
Diana
Kommt darauf an…
…ob du später arbeiten, oder faulenzen willst!
Willst du einen Halbtagsjob mit über 3 Monaten Urlaub (Ferien), werde Lehrer. Willst du gutes Geld verdienen und Anerkennung ernten, dann geh´ in die Industrie.
Als Lehrer gehört man nämlich heute schon zu einer nicht besonders gut angesehenen Randgruppe!
Jedi
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]