Quereinsteiger Technische Dokumentation

Hallo,

Dokumentation ist typischerweise ein Bereich, der in Firmen leicht vernachlässigt wird, bis es dann fast zu spät ist. Nichtsdestotrotz ist das ein wichtiger Bereich und wird in jeder technischen Firma gebraucht.

Ich trage mich mit dem Gedanken, als Nachrichtentechniker (FH) ein Quereinsteiger im Bereich Doku. zu werden. Allerdings habe ich noch nie eine Vorausbildung darin erhalten (z.B. ein Studium). Ich biete aber technischen Background und die Bereitschaft, mich in neue Dinge einzuarbeiten. Wie bislang auch. Ich stand schon häufiger vor der Aufgabe, mich mit Software zu beschäftigen, die man im Studium zwangsläufig nicht kennenlernen konnte, weil sie kundenspezifisch war und „Sonderprogrammierung“.

In einer Stellenanzeige wurde eine Position für technische Doku. beworben, allerdings musste man dafür auch die Ausbildung besitzen und sich mit Adobe Framemaker auskennen. Eine Einarbeitungszeit gab es da nur für die Produkte an sich, die Doku musste derjenige dann selbst erstellen können, ohne in die Programme (also dann Adobe Framemaker) vorher eingearbeitet worden zu sein.

Wie seht Ihr das? Muss es immer ein studierter zertifizierter technischer Dokumentator sein, oder reicht nicht auch ein williger fähiger Quereinsteiger, weil man sich ohnehin mit den Produkten erst vertraut machen muss?

Wie kann man als Quereinsteiger an solche Jobs gelangen, wenn doch in den Stellenanzeigen direkt ersteinmal der Vollzeit-Dokumentator gefragt und gesucht ist?

Danke für Eure Tipps und Hinweise,
Crypto.

Hossa :smile:

Ich trage mich mit dem Gedanken, als Nachrichtentechniker (FH)
ein Quereinsteiger im Bereich Doku. zu werden. Allerdings habe
ich noch nie eine Vorausbildung darin erhalten (z.B. ein
Studium).

Die wenigsten technischen Redakteure sind als solche ausgebildet. In unserer Doku-Abteilung arbeiten 30 Redakteure, von denen ein einziger tatsächlich die Ausbildung zum technischen Redakteur hat. Alles andere sind Quereinsteiger, oft mit FH-Abschluss aber auch Techniker.

In einer Stellenanzeige wurde eine Position für technische
Doku. beworben, allerdings musste man dafür auch die
Ausbildung besitzen und sich mit Adobe Framemaker auskennen.

FrameMaker ist nur eins der vielen Programme, und noch eins von den simplen. Hinzu kommen Grafikprogramme, wie etwa IsoDraw oder Corel. Dokumentation in MS-Word gibt es heute immer weniger. Moderne Dokumentation kommt daher mit: SGML, XML, DITA, IETD, SCORM, S1000D, S2000M, S3000L, S1003X,… Da gibt es nationale und internationale Standards, die eingehalten werden müssen.

Eine Einarbeitungszeit gab es da nur für die Produkte an sich,
die Doku musste derjenige dann selbst erstellen können, ohne
in die Programme (also dann Adobe Framemaker) vorher
eingearbeitet worden zu sein.

Klar. Einem Bäcker muss man ja auch nicht erklären, wie ein Ofen funktioniert. Die Firma sucht offenbar keinen Azubi, sondern einen fertigen technischen Redakteur.

Wie seht Ihr das? Muss es immer ein studierter zertifizierter
technischer Dokumentator sein, oder reicht nicht auch ein
williger fähiger Quereinsteiger, weil man sich ohnehin mit den
Produkten erst vertraut machen muss?

s.o. Unser bester technischer Redaktuer ist jedoch genau derjenige, der diesen Beruf auch richtig gelernt hat [was Zufall sein kann].

Wie kann man als Quereinsteiger an solche Jobs gelangen, wenn
doch in den Stellenanzeigen direkt ersteinmal der
Vollzeit-Dokumentator gefragt und gesucht ist?

Es gibt Firmen, die gezielt für die neuen Technologien (s. Liste oben) frische Mitarbeiter suchen. Die erfahrnen Mitarbeiter sind oft nicht mehr bereit bzw. in der Lage dazu, sich mit „solchen Sachen“ zu beschäftigen.

Geh am besten mal auf eine Messe in deiner Nähe. Es gibt z.B. in Wiesbaden die Messe „tekom“ (technische kommunikation) oder in Köln die „DMS Expo“. Dort stellen sich Firmen aus der Branche vor und dort gibt es auch immer eine Jobbörse.

Viele Grüße

Hase

Hi,

ich würde sagen das liegt beim Arbeitgeber. Pauschal gibt es kein Ja oder Nein, wenn eine Firma dich mit deinen Kenntnissen einstellen will, dann tut sie das auch. Einfach immer bewerben und Initiative zeigen. Ich wurde bei meiner Firma auch fest angestellt obwohl ich nur etwas ähnliches gelernt habe. Man muss sich gut verkaufen und den Eindruck erwecken (man sollte ihn dann auch erfüllen :smile: man schafft alles . :stuck_out_tongue:

Grüße vom Hasen

Hallo,

der technische Background ist natürlich sehr hilfreich, aber schreiben solltest du auch können. Wenn du da bisher nichts vorzuweisen hast, ist zumindest eine Fortbildung in dem Bereich anzuraten. Wie jemand weiter unten schrieb, sind Technische Redakteure oft Quereinsteiger, aber ich hab jetzt noch nicht gehört dass dann nicht auch wenigstens eine Schreibprobe oder so verlangt wurde.

Grüße

Grob gesagt
Guten Tag,

die anderen haben ja schon das Meiste gesagt. Mein Eindruck ist, wenn es um Unterlagen für den privaten Endverbraucher geht, ist der tech. Red. ohne tiefere Fachkenntnis der richtige Autor.

Wenn es wie bei mir um Industrieelektronik und Kommunikationsprotokolle geht, ist jeder dessen Kenntnisstand vor RS232 aufhört fehl am Platze.

Ich bin zwar noch kein Mitglied, aber das wäre der Fachverband: http://tekom.de

Gruß

Stefan

Meine Erfahrung
Hallo,

wenn du das betreffende technische Gebiet gut kennst und du Sachverhalte erklären und auf den Punkt bringen kannst sowie in Wort und Schrift gut bist, dann sind das optimale Voraussetzungen.

Einem ansonsten geeigneten Techniker bringt man die Redakteurspezifischen Dinge schneller bei als einem Redakteur das technische Gebiet.
Das gilt umso mehr, je komplizierter das Gebiet ist.

Branchenspezifische Software und andere Tools sind Beiwerk, die man schnell lernen kann.

Gruss,
TR

Hallo Crypto,

Ich trage mich mit dem Gedanken, als Nachrichtentechniker (FH)
ein Quereinsteiger im Bereich Doku. zu werden.

schon mal ein guter Gedanke, falls es Dir wirklich liegt, Informationen an den Mann oder die Frau zu bringen.

Allerdings habe
ich noch nie eine Vorausbildung darin erhalten (z.B. ein
Studium). Ich biete aber technischen Background und die
Bereitschaft, mich in neue Dinge einzuarbeiten. Wie bislang
auch. Ich stand schon häufiger vor der Aufgabe, mich mit
Software zu beschäftigen, die man im Studium zwangsläufig
nicht kennenlernen konnte, weil sie kundenspezifisch war und
„Sonderprogrammierung“.

Nun, das ist ja schon mal ein Anfang. Aber, das was wir als technische Redakteure uns erarbeitet haben, das will ja dann auch fachgerecht weiter vermittelt werden.

Wie seht Ihr das? Muss es immer ein studierter zertifizierter
technischer Dokumentator sein, oder reicht nicht auch ein
williger fähiger Quereinsteiger, weil man sich ohnehin mit den
Produkten erst vertraut machen muss?

Mit den Produkten muss man in einer Firma wohl in jeder Position erst mal vertraut werden.

Wie kann man als Quereinsteiger an solche Jobs gelangen, wenn
doch in den Stellenanzeigen direkt ersteinmal der
Vollzeit-Dokumentator gefragt und gesucht ist?

Da bieten sich berufsbegleitende Studien an, z.B. wie sie unter http://www.tekom.de/index_neu.jsp?15-D-de_Beruf_&_Bi… seitlich (Link bei „Studiengänge und Weiterbildungsangebote“ (da wird dann eine PDF angeboten) zu finden sind.

Gruß, Karin