Hallo zusammen,
nun hat es uns gleich erwischt:
Mein Sohn ist nach der 4. Klasse gegen Empfehlung auf die Realschule gegangen, ob wohl die Lehrerkonferenz Hauptschule empfahl.
Nun konnte er leider seine Mathenoten nicht wesentlich verbessern und ist wegen einer 5 querversetzt worden und die Hauptschule Klasse 6.
Ich hätte ihn lieber das 5. Schuljahr nochmal wiederholen lassen, aber ich habe keinen Einfluss darauf.
Nun bin ich am hin und her überlegen, ob evtl. eine Waldorfschule das richtige sein könnte - hat jemand Erfahrungen damit?
Besten Dank!
Heike
Mahlzeit,
Nun bin ich am hin und her überlegen, ob evtl. eine
Waldorfschule das richtige sein könnte - hat jemand
Erfahrungen damit?
jede Menge - bin selbst in eine Waldorfschule gegangen, meine Kinder sind dort und fühlen sich pudelwohl.
Was ich mich an deiner Stelle fragen würde ist, was du dir bzw. deinem Sohn von der Waldorfschule versprichst. Er hat offensichtlich eine Matheschwäche, ob real oder aufgrund der ungenügenden Förderung sei mal dahingestellt. Eins ist klar: die wird er auch in einer Waldorfschule haben; hier wird er zusätzliche Betreuung benötigen.
Darüber hinaus wird es aber für ihn eine Riesenumstellung. Er wird sich wesentlich mehr mit musischen Fächern auseinandersetzen (müssen). Er wird ein Musikinstrument lernen müssen, singen, malen, Gedichte rezitieren - alles Dinge, die in einer Regelschule auch vorkommen, aber lange nicht so intensiv. Die Art des Unterrichts ist auch anders, so daß er sich auch hier umstellen müssen wird.
Die Frage ist: wird ihn diese Umstellung nicht überfordern? Wenn er die Schule wegen eines Defizits wechselt, hat er schon genug damit zu tun, dieses auszugleichen. Zumal es durchaus Waldorfschulen gibt, die hohe Ansprüche in Mathe stellen; bei uns in Frankfurt ist es sicher kein Spaß, wenn man den Stoff der letzten Jahre nicht verinnerlicht hat.
Ich würde dir davon abraten. Die Entscheidung für oder wider Waldorfschule ist eine gesamtpädagogische; sie sollte nicht im Hinblick auf die Noten getroffen werden. Der Glaube, Waldorfschüler führten ein lockeres Leben, erweist sich oft genug als irrig. Zudem ist der Quereinstieg bei den meisten Waldorfschulen eher schwierig, da die Klassenverbände meist ohnehin schon gefestigt sind (und oft ehr voll, fast übervoll).
Gruß
Sancho