Quietschende Züge

Hallo!

Ich finde es immer furchtbar, wenn die Züge der DB so arg quietschen beim Bremsen. Da stellt sich doch die Frage, ob man nicht Bremsen erfinden kann, die nicht quietschen, aber trotzdem den Zug zum Halten bringen.
Ein Freund erzählte mir, daß das Quietschen daher kommt, daß Bremsbacken und Reifen aus dem gleichen Material bestehn stimmt das?

Vielen Dank für Eure Antwort …

Sebastian

Hi,

Ich finde es immer furchtbar, wenn die Züge der DB so arg
quietschen beim Bremsen. Da stellt sich doch die Frage, ob man
nicht Bremsen erfinden kann, die nicht quietschen, aber
trotzdem den Zug zum Halten bringen.

klar, da gibt es einige physikalische Konzepte, zum Beispiel welche mit „Sägeblättern“ aus Aluminium und ein paar Spulen… Sehr leistungsstark (man hat damit mal Versuche in LKWs gemacht, aber die Dinger bremsten so stark, daß Auffahrunfälle provziert wurden); das Dumme ist nur, wenn der Strom ausfällt, kann der Zug nicht mehr bremsen.

Ein Freund erzählte mir, daß das Quietschen daher kommt, daß
Bremsbacken und Reifen aus dem gleichen Material bestehn
stimmt das?

Nun, dann sind meine Finger und mein Tisch auch aus dem gleichen Material :smile:

Cheatah

.

klar, da gibt es einige physikalische Konzepte, zum Beispiel
welche mit „Sägeblättern“ aus Aluminium und ein paar Spulen…
Sehr leistungsstark (man hat damit mal Versuche in LKWs
gemacht, aber die Dinger bremsten so stark, daß Auffahrunfälle
provziert wurden); das Dumme ist nur, wenn der Strom ausfällt,
kann der Zug nicht mehr bremsen.

Hallo,
Du meinst doch wohl nicht etwa Retarder, die nach der Wirbelstromtechnik arbeiten…?
Die im LKW Standard sind und auch andere Anwendungen finden (Leistungsprüftechnik)…?
Die nicht mehr wegzudenken wären und nicht mit Strom gespeist werden müssen…? (http://www.telma.com/)
Falls doch, die kann man nur bei etwas höheren Geschwindigkeiten einsetzen, da sonst der Wirbelstromefferkt zusammenbricht.
Ich kenne mich mit Zügen nicht aus, aber ich vermute, dass retardergebremst und bei langsamer Geschw. dann gerieben wird.
So denn,
MfG
Michael Zettler

Du meinst doch wohl nicht etwa Retarder, die nach der
Wirbelstromtechnik arbeiten…?
Die im LKW Standard sind und auch andere Anwendungen finden
(Leistungsprüftechnik)…?

Ich habe mir Deine Seite angeschaut, werde aber nicht ganz schlau aus den Erklärungen. Welche Kraft bremst da?

Sebastian

Hallo Sebastian,

Ich finde es immer furchtbar, wenn die Züge der DB so arg
quietschen beim Bremsen. Da stellt sich doch die Frage, ob man
nicht Bremsen erfinden kann, die nicht quietschen, aber
trotzdem den Zug zum Halten bringen.

Natürlich kann man! Das ist nur viel teurer! Die Nerven der Leute kosten nichts … ich weiss wovon ich rede! Da werden durch das „Unternehmen Zukunft“ uralte Techniken eingesetzt (hat Mehdorn im Fernsehen vor kurzem selbst gesagt!) und damit ganze Ortschaften mit einem elenden Lärmteppich überzogen.
Ob man da gleich Wirbelstrombremsen oder ähnliches einsetzen muss, um das leiser zu kriegen, glaube ich nicht, andere Bremsbeläge würden da auch helfen.
Strassenbahnen haben’s da einfacher: Sie nutzen den Motor als Generator und vernichten die Energie über Widerstände auf dem Dach. Da können sie auch bei sehr langsamer Fahrt noch recht gut mit bremsen. Bei einem Güterzug ist das wohl nicht ohne weiteres möglich (Bremseffekt zu gering).
Gruss, Stucki

Man braucht die Bremsen doch nur zu ölen.

na gut, ich versuche es mal…
Ein sich bewegender Leiter in einem durch Spulen erzeugten Magnetfeld erhält eine durch das Magnetfeld induzierte Spannung. Aufgrund der Leitfähigkeit dieses Teiles (eine Scheibe…) fließt Strom im Sinne eines Kurzschlusses. Dieser sehr hohe Strom erzeugt seinerseits ein Magnetfeld, und dieses wirkt dem Erregerfeld entgegen. Dadurch wird die Bewegung der Scheibe im Feld gebremst, die Energie in Wärme umgewandelt. Natürlich arbeitet die W. verschleißfrei.
Bei kleiner werdender Drehzahl verringert sich der Effekt.
So, verstanden…?
MfG
Michael Zettler + Mistress of Tension

Also, ich versuch’s auch mal…
Also, in einem Magnetfeld
wird ein sogenannter Gegenstrom induziert, wenn dieser über Metall bewegt wird. Dieser Strom ( man spricht hier auch von Wirbeltströmen)wirbelt dann in dem Magneten herum und erzeugt ein Magnetfeld ungeheuerer Art, jedoch nur so lange das System in Bewegung ist.
Dieses Magnetfeld bremst dann die Bahn ab,
Bahn deshalb, weil dieses Prinzip der Wirbelstrombremse
realisiert wurde, naemlich z.B. in allen deutschen Strassen-
bahnen. Wenn ihr mal in die etwas untere gegend einer Strassen-
Bahn schaut, seht ihr in der Nähe der Räder jeweils zur
Wagenmitte hin rechteckige Dinger, die etwa 3-4 cm über den Schienen hängen ( in Berlin zumindest ). Wenn die Bahn dann
bremsen möchte, senkt sie einfach den Klotz über die Schienen auf eine Höhe von ca.1 cm. Und schwupps bremst die Bahn ab…

Es gilt allgemein, das die kinetische Energie des Systems
(der Bahn) in elektrische Energie (mit Hilfe der elektomagnetischen Induktion )umgewandelt wird.
Theoretisch kann man den so gewonnene Energie wieder ins
Netz einspeisen, leider wird sie nur geerdet.
allgemein gilt:
Magnetische Feldstärke…B
Strom…I
Kraft…F
Zeit…t
F
B=--------
I * t

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hab vergessen zu sagen, dass die Masse der Züge der deutschen Bahn zu viel Masse haben, und deshalb dieses Prinzip dort
nicht anwendbar ist.

nicht ernstgemeinter Hinweis
Ölen!

Die Mutter eines Bekannten schlug ernsthaft vor, die quietschenden Bremsen eines Neuwagens zu ölen.

Gruß
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

… die Züge der deutschen
Bahn zu viel Masse haben, und deshalb dieses Prinzip dort
nicht anwendbar ist.

Hallo, Tovak!
Wäre es da nicht möglich jeden Wagen mit einer (oder mehreren) solche® Bremse(n) auszustatten, wie es ja auch bei den Straßenbahntriebwagen der Fall ist?
So wie ich es betrachte, wird ja auch bei der jetzt üblichen Bremse jedes Rad einzeln gebremst. Und ich denke, dass durch die Reibung der Bremsbacken an den Laufflächen auch ein erheblicher Verschleiß auftritt. Die Absenkung der Wirbelstrombremse auf Bremsabstand könnte ja durchaus auch weiterhin durch Luftdruck bewirkt werden. So groß könnte doch die Investition nicht sein!
Gruß
Eckard

Hi Tovak,

also as far as I know sind diese über den Schienen hängenden Dinger keine Wirbelstrombremsen. Von den Straßenbahnen in Freiburg weiß ich, daß es sich dabei um konventionelle Schienenbremsenhandelt, die sich einfach mit ihrer gesamten Fläche auf die Schiene stemmen, um im Notfall einen superkurzen Bremsweg zu erreichen. In den älteren Bahnen in Freiburg gibt es sogar noch einen Extra-Bremshebel, bei dem man neben anderen Funktionen auch diese Schienenbremse gesondert anwählen kann. Bei jedem Fahrerwechsel ist auch ein Bremscheck obligatorisch, dabei kann man (bei stehendem Fzg.) die Funktionsweise der Schienenbremse gut sehen, hören und im Fzg. auch fühlen!

Bei unseren Straßenbahnen wie auch ICE (schon ab der ersten Generation) werden Induktivbremsen mit einer der Wirbelstrombremse ähnlichen Wirkungsweise. Allerdings läßt sich hier die Bewegungsenergie in größtenteils in el. Energie wandeln und ins Leitungsnetz zurückspeisen. Die genaue Funktionsweise ist mir leider unbekannt.

Grüße
R o b.

Ölen!

Die Mutter eines Bekannten schlug ernsthaft vor, die
quietschenden Bremsen eines Neuwagens zu ölen.

Gruß
Christian

Also das hat meine Mami auch schon mal gesagt :

" Die Bremsen quietschen aber, kannst du die nicht mal ölen!"

FUT - Frauen und Technik… (nicht alle!)

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