Liebe ExpertInnen,
Quittenmus zu kochen heißt 40 Minuten am Herd zu stehen und zu rühren, damit nichts anbrennt, wobei trotz größter Sorgfalt der „Blubb“ schon mal bis zur Decke spritzt. Was passiert bei diesem Aufkochen? Verdampft da nur das Wasser oder warum wird die Masse zäh? Ich grüble, ob da auch ein Karamelisieren (Mus:Zucker 1:1) stattfindet. Gestern blieb der Baaz weich, heute kommt die zweite Portion dran, und ich frage mich, ob möglicherweise ein Batzen Karamel („drambeldiers Riesen“) im Topf stehenbleiben könnte, wenn ich nicht aufpasse. Wer weiß was?
Gruß Ralf
Lieber Ralf,
Quittenmus zu kochen heißt 40 Minuten am Herd zu stehen und zu
rühren, damit nichts anbrennt, wobei trotz größter Sorgfalt
der „Blubb“ schon mal bis zur Decke spritzt. Was passiert bei
diesem Aufkochen? Verdampft da nur das Wasser oder warum wird
die Masse zäh?
Das Zauberwort heißt in diesem Fall Pektin. Fragst Du am besten einen Chemiker (Gandalf?) warum …
Ich grüble, ob da auch ein Karamelisieren
(Mus:Zucker 1:1) stattfindet.
nein. Zucker karamellisiert ab ca 180°. Die Temperatur schaffst Du mit all dem Wasser in den Quitten niemals. Außer, Du lässt es anbrennen. Dann schmeckts auch so.
Gestern blieb der Baaz weich,
heute kommt die zweite Portion dran, und ich frage mich, ob
möglicherweise ein Batzen Karamel („drambeldiers Riesen“) im
Topf stehenbleiben könnte, wenn ich nicht aufpasse. Wer weiß
was?
siehe oben - nein. Meine Erfahrung bisher.
viele Grüße
Geli
@ Drambeldier: machst Du ‚Quittenbrot‘?
Hallo Drambeldier!
Ist Quittenspeck dasselbe wie Quittenbrot?
Also eine Art Fruchtkonfekt aus dem Fruchtmark?
Meine Großmutter hat das immer zubereitet, und es war einfach nur köstlich!!!
Ich habe hier noch 15 Kg Quitten, die ich zu Gelee verarbeiten wollte.
Verrätst Du mir Dein Rezept?
Mein Gelee koche ich auf alte Art, in einem blechernen Dampf-Entsafter der bestimmt 40 - 50 Jahre alt ist.
Danke,
Angelika
Hi Angelika,
nichts leichter als das: Was vom Geleekochen übrigbleibt, durch ein Haarsieb treiben (das allerdings ist eine Plackerei), gleiche Menge Zucker abwiegen, Zimt nach Geschmack, einkochen, bis die Pampe steif wird, 1 cm dick aufs Blech Backpapier streichen und 3 Wochen warten. Dann in Rauten schneiden, in Staubzucker wälzen, sonst kleben sie zusammen, und in einer Dose aufbewahren. Na ja, Dose suchen lohnt sich fast nicht
))
Das Rezept ist aus den Tiefen des Web, aber so einfach, dass ich es erstens behalten und zweitens nichts falsch machen kann. Google einfach mal nach Quittenbrot, da gibt es Varianten mit Vanille, Schnaps und wasweißich.
Gruß Ralf
Hallo Ralf!
Vielen Dank für Deine Rezeptvariante.
Das Durchrühren mit der flotten Lotte ist in der Tat eine Fronarbeit, und ich habe bisher nach dem Einkochen mit Zucker die Pampe im Backofen getrocknet.
Vielleicht war das der Fehler, dass sie nicht so fruchtig schmeckte wie bei meiner Großmutter.
In diesem Jahr werde ich Dein Rezept probieren und mich hoffentlich über den Winter mit Quittenbrot retten können.
Und ich habe nun einen Fleischwolf, der das Durchtreiben für mich übernimmt.
Übrigens noch älter als der Dampfentsafter, aus dem Jahr 1952 von Alexanderwerk.
Angelika
Hi!
Noch ein Tip aus Omas Kochbuch:
Angeblich kann man auf die selbe Weise „Apfelbrot“ herstellen, indem man die Quitten durch Äpfel ersetzt.
Hab ich aber noch nicht ausprobiert, also keine Garantie für Gelingen.
Vermutlich sind wie für’s Apfelgelee auch unreife Äpfel besser geeignet, da sie besser gelieren.
Grüßle
Regina