Hallo zusammen,
wie versprochen möchte ich Euch von der Polypen OP meines kleinen Zwerges erzählen, falls sich noch jemand daran erinnern kann.
Vorbereitet hatten wir uns mit ihm mittels Arztköfferchen und Büchern aus dem Kiga.
Für die OP waren noch einige Vorsorgeuntersuchungen notwendig, wie EKG und Blutuntersuchung beim Kinderarzt und erste Untersuchung beim Anästhesisten in der Tagesklinik.
Ein Formular klärte über die Risiken einer Narkose, erforderlichen Medikamente, Art und Dauer der OP auf, und auch organisatorische Fragen, falls es zu einer Nachblutung kommen sollte wurden geklärt.
Auch eine kleine to do Liste, bez. Essen und Trinken am Tag der OP, Bekleidung des Kindes und was mitzubringen ist (Tempos Kuscheltier etc.)
Dann bekamen wir in der Tagesklinik einen Termin zugewiesen.
Gillian wurde vom Anästhesisten noch mal kurz angeschaut und abgehorcht, dann bekam er einen „Zaubersaft“ (Ist wohl das Pendant zu der LMAA Spritze) Dieser Saft bewirkt nicht nur, die Entspannung, sondern auch, dass alles was nach Wirkeintritt geschieht, nachher „vergessen“ wird.
Der Saft begann zu wirken und mein Sohn war richtig „high“…er lachte sich fast schief, als er die lustigen Knubbel der Rauhfasertapete entdeckte…auch die Härchen auf seinem Arm waren auf einmal höchst bemerkenswert.
Dann bekam er einen Zugang gelegt, wobei er sich heftigst wehrte.
An den Zugang wurde dann eine Ringerlösung angehängt.
Er fragte die Schwester, was das denn sei…sie gab ihm als Antwort:“ Das ist Wasser mit ein bisschen Salz drin“, darauf mein Sohn: „Igitt“
Sie erklärte ihm aber, dass das wegen der verlorengegangenen Tränchen wäre, und die würden schließlich auch salzig schmecken.
5 Minuten gab er sich dann damit zufrieden…dann kam die Frage „Ja, aber die läuft ja noch gar nicht“…hmpf…
Dann gings ab in den OP.
Keine 10 Minuten später war er schon wieder draussen und auch schon halbwegs wachs. Klar blutete es noch ein wenig, was mir aber doch ein bisschen Sorgen machte war, dass die Augen- und Nasenpartie sehr verquollen war und ihn anscheinend auch sehr juckte. Der HNO meinte zunächst, dass es sich um eine Pollenallergie handeln könnte, was ich nicht bestätigen konnte, da der Kleine nicht allergisch ist.
(Ihm wurde die Rachenmandel entfernt und zus. Ein Schnitt ins Trommelfell gemacht um besser zu belüften und den Erguss dahinter loszuwerden, Röhrchen habe ich nicht einsetzen lassen)
Wir kamen in ein separates Zimmer in dem Gillian erst mal zu sich kommen könnte…er zog es aber nach einer kurzen Weinzeremonie vor, erst mal zu schlafen. Als er dann wach wurde, wusste er tatsächlich nicht mehr, wie oder warum da eine Kanüle in seinem Handrücken steckte und sah das Teil ganz ungläubig an. Als die Schwester später die Kanüle entfernen wollte, gabs noch mal einen kleinen Tumult, weil er nicht einsah, dass das Teil da auch wieder raus musste. Doch mit vereinten Kräften gelang auch diese letzte Hürde. Gottseidank hatte ich ihm nur rote Klamotten angezogen, so fiel das Blut, dass beim Rausziehen der Kanüle sich in der näheren Umgebung, wegen Gezappel verteilte, nicht weiter auf und als ich sein Händchen zu fassen bekam war die Blutung auch schnell gestoppt.
Alles in allem verlief die OP ohne Komplikationen, die Nachuntersuchung einen Tag später war auch in Ordnung.
Dummerweise muß er sich aber einen Tag vor der OP bei einem vermutlich schon kranken Kind im Kiga einen grippalen Infekt oder Angina oder beides eingefangen haben…Inkubationszeit 3 Tage meinte der HNO nur…er bekam daraufhin Fieber Husten und einen fürchterlichen Schnupfen…der Arme…jetzt sind erst mal wieder Antibiotika, Hustensaft und Fieberzäpfchen fällig gewesen. In der Zwischenzeit befindet er sich aber auf dem Weg der Besserung und kann dann vielleicht erstmals richtig durch die Nase schnaufen.
Viele Grüße Maja
PS eigentlich habe ich im Inet nach Argumenten gegen eine OP gesucht, aber fand ziemlich heftige Folgeerscheinungen bei einer nicht behandeltenb zu großen Rachenmandel und entschied mich deshalb dafür.
