Hallo!
Also ganz so einfach ist das nicht!
In meinem Stammforum habe ich mal eine Anleitung dazu geschrieben,
ist zwar für einen anderen Fahrzeugtyp, lässt sich aber auf den Renault 1:1 übertragen.
Ich kopiere das mal verbotenerweise hier hinein:
Radlager vorn
Bei unseren ja schon recht alten Corrados geht auch mal ein (oder 2) vorderes Radlager kaputt. Da lässt sich auch mit Heimwerkermitteln etwas machen.
Man merkt das an brummenden Geräuschen, in Kurven verändert sich das Geräusch. Manchmal hat man auch etwas Radlagerspiel ohne Geräusche.
Wer sich nicht sicher ist muss dann einen Profi fahren lassen, solche Leute können das sofort mit Sicherheit sagen.
Festzustellen, ob es links oder rechts ist schon schwieriger. Die alte Regel: wenn es in Linkskurven weg ist, ist es links kaputt… usw. ist nicht immer zuverlässig.
Man kann nur das Auto hochbocken und das Rad mit der Hand drehen und versuchen zu hören, welche Seite kaputt ist.
Manche werden eh alle beide Seite wechseln, darum schreibe ich die Diagnose nicht so ausführlich.
Ganz sicher merkt man das, wenn die Achse ausgebaut ist, dazu später noch was.
Radlager wechseln: Man baut sinnvollerweise den Achskörper zusammen mit dem kompletten Federbein aus. Das hat den Vorteil, dass man nach dem zusammenbauen keine Achsvermessung machen muss, man ändert nichts an der Achsgeometrie.
Also in der Reihenfolge:
Mutter in der Radnabe lösen, Auto sicher hochbocken, Rad + Bremssattel + Bremssattelträger + Bremsscheibe ab, Antriebswelle nachsehen, ob die in der Nabe festgerostet ist, ABS-Kabel abstecken, Spurstangenkopf lösen, Führungsgelenk (unten) lösen, Mutter oben am Stossdämpfer entfernen (von oben, nur immer die oberste Mutter!) Achskörper mit Federbein herausnehmen.
Nun kann man mit der Hand an der Radnabe drehen, wenn es „rauh“ geht und Geräusche macht ist das Radlager sicher kaputt.
Jetzt wird es kompliziert: wem das zu schwierig ist kann das ausgebaute Teil(e) in eine Werkstatt schaffen, die sollen das oder die Lager wechseln. Das geht recht schnell und kostet sicher nicht viel.
Wer es selbst machen will:
Die Nabe von innen nach außen herausschlagen.
Sicherungsringe mit Seegerringzange entfernen. Das alte Lager mit einer Presse herauspressen.
Wer keinen passenden Dorn hat oder es nicht herausbekommt kann einen kleinen Trick anwenden: Die Lagerringe herausnehmen, den Lageraußenring abwischen, mit E- oder MAG- Schweißgerät in der Mitte des Lagerringes ringsum eine Naht aufschweißen. Ist egal wie die Naht aussieht, es kommt nur darauf an dass der Lageraußenring heiß wird. Wenn der wieder abgekühlt ist sitzt er ganz locker und man kann es mit einem kleinen Hammer ganz leicht herausschlagen.
Den Lagersitz von Rost usw. reinigen, leicht einfetten. Das neue Lager mit dem alten Lageraußenring einpressen(den alten Ring vorher außen etwas abschleifen, damit man ihn wieder leicht herausbekommt). Gut aufpassen, nicht abrutschen damit die Dichtung des neuen Lagers nicht beschädigt wird, nicht verkanten. 5 Tonnen Presskraft reichen völlig aus.
Sicherungsringe einsetzen.
Den alten Lagerinnenring von der Nabe entfernen, mit einem Winkelschleifer aufschleifen geht am besten. Nabe prüfen, darf am Lagersitz keine Verschleißerscheinungen haben, im Zweifelsfall eine neue Nabe einbauen.
Nabe einpressen, dabei legt man die Nabe auf den Pressentisch, und presst das Radlager samt Achse von oben auf die Nabe auf. Dabei unbedingt auf den Innenring des Radlagers drücken.
Dann wieder alles zusammenbauen, Radnabe mit 230 Nm anziehen.
Noch paar Hinweise:
Wenn man mit Hammer und Meißel an den alten Radlagerteilen hantiert können Splitter entstehen, die eine "durchdringende " Wirkung haben. Das vermeiden!
Falls das Vorderrad Radlagerspiel hat, ist möglicherweise der Lagersitz der Radnabe verschlissen.
Man kann die Radnabe nicht einzeln wechseln, man braucht da immer ein neues Radlager dazu. Also seht Euch die Naben genau an! Besser gleich eine neue Nabe als die ganze Reparatur ein halbes Jahr später noch einmal.