Radweg rot gekennzeichnet

Ich bin Mitglied der Gemeindevertretung im Ort 24582 Bordesholm.
In Bordesholm soll eine wesentliche innerörtliche, 1,3 km lange Verbindung saniert werden. Dabei wird für die Radfahrer ein beidseitig verlaufender 1,50m breiter Schutzstreifen eingerichtet.
Als GM befassen wir uns zur Verbesserung der Sicherheit mit einer farblichen Absetzung der Schutzstreifen, entweder durchgängig oder zumindest in den Einmündungen der Nebenstraßen.
Die Verwaltung hat nun als Möglichkeit farbige Reibeplastik kalkuliert und vorgestellt.
Kritisches Thema waren sofort Kosten, fragwürdiger Nutzen, die begrenzte Haltbarkeit sowie insbesondere die zusätzliche Freisetzung von Mikroplastik.
Nun meine Anfrage:
Gibt es ihrerseits Erfahrungsberichte bzw. Einschätzungen zu den angesprochenen Kritikpunkten bzw. auch Alternativen zum Farbmaterial?
Wenn ja, wäre es sehr gut, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen könnten.

Vielen Dank vorab!

Hubert Hepp ( [email protected])

Was denn nun, ein Radweg oder ein Schutzstreifen?

1,50 m sind arg eng, bedenke bitte den Mindestabstand zwischen Auto und überholtem Radfahrendem; netto bleibt da was von max um die 90 cm des „Streifens“ übrig.
Wenn rechts des „Streifens“ noch KfZ parken, wird es sogar noch weitaus weniger.
Ich fahre übrigens relativ viel Rad, genau solche Konstrukte nerven mich da immer wieder…

Mit den 25 mm Conti GP4kSII auf dem Renner und einer Geschwindigkeit von >20 km/h kann es bei Regen in Kurven schon mal glatt werden…

Hallo!

Du hast da wohl was missverstanden. Autos dürfen da nur überholen wenn sie den „Überholabstand zum Radler“ einhalten können, das bedeutet, man muss auf die dann freie Gegenfahrbahn. Das ist erwünscht. Wenn er wegen Gegenverkehr nicht überholen kann weil Mindestabstand nicht einzuhalten, dann muss er eben hinter dem Radler hinterherfahren und auf eine Überholgelegenheit warten.

mfG
duck313

Nein, ich habe da nichts missverstanden. Diese Streifen sind nicht ohne, da nämlich idR der Mindestabstand beim vorbeifahren nicht eingehalten wird. Auf einer Straße ohne diese Streifen ist das durchaus besser. Ganz arg wird es dann, wenn rechts noch Autos parken und man wegen öffnender Türen nach rechts eh mindestens 1 m Abstand hält. Da passt zum Teil keine Handbreit zwischen meinen Lenker und den Außenspiegel des von hinten kommenden Autos. Mit solchen Situationen kann nicht jeder um.

Ich fahre übrigens recht viel Rad :wink:

1 Like

Das entspricht auch meiner Erfahrung hinterm Steuer. Ich selbst mache einen großen Bogen um die Radfahrer :smiley:, egal ob mit oder ohne Streifen, aber ich sehe Autos vor mir, die das bei Streifen eher nicht machen.

Hallo!

Aktuell läuft in Berlin ein größerer wissenschaftlich begleiteter Versuch mit farblich (grün !) markierten Radfahrstreifen. Der 1. Zwischenbericht ist gerade veröffentlicht worden, Der Versuch läuft noch bis 2023 ( Start 2018)

Es sind die 2 vorh. und von der BaSt zugelassenen Beschichtungsverfahren (Epoxyharz bzw. Kaltplastik) verwandt worden.
Stichwort Mikroplastik: Beide Verfahren geben beim natürlichen Abrieb Mikroplastik frei was in Kanalisation und Klärwerk gelangt.
je nach dortiger Filtertechnik kann es weitgehend rausgefischt werden. Da müsst ihr euer Klärwerk befragen ob und wie die ausgestattet sind
Laut Fraunhofer Gesellschaft soll ca. 2% des Mikroplastik aus Fahrbahnmarkierungen stammen.

Kostenvergleich beider Beschichtungen über Haltbarkeit und Kosten soll erst 2023 erfolgen.

Vielleicht wäre das Zwischenergebnis auch über die Akzeptanz und die Wirksamkeit der farblichen Markierung gegenüber vorherigem Zustand für Dich oder deinen Gemeinderat interessant.

Geh mal auf die Seite der www. infravelo.de und dort auf Projekte und Aktuelles. Da findest Du die Infos und Zwischenergebnis

MfG
duck313

2 Like

Kann ich auch nur so bestätigen.

Ursprünglich war das auch nur eine Notlösung, falls nicht genug Platz für einen richtigen Fahrradweg geschaffen werden kann. Dabei stellte sich heraus, dass so ganz preiswert viel mehr Fahrradweg in der Statistik ausgewiesen werden kann … und der Radfahrer wird dabei zum „lebender beweglicher Poller“. Ein Tribut an die 1980er Logik, das Auto aus den Städten zu bekommen (hat zwar nie funktioniert, wird aber fleißig weiter praktiziert).

Bei Unternehmen würde das vermutlich in die Kategorie „Greenwasching“ fallen.

Hallo in Baden-Württemberg laufen Modellversuche mit roten Radfahrstreifen


Ich hab welche gesehen bei Rottenburg-Oberndorf

Näheres und Erfahrungen gibt es eventuell beim Verkehrsministerium

Grüße: Uli