Rahmenbedingungen für 1.Arbeit in der 2.Klasse?

Hallo Leute,

weiß vielleicht jemand von euch, ob irgendwo „Rahmenbedingungen“ für Arbeiten in der 2.Klasse (Grundschule, Hessen) festgesetzt sind?
Speziell geht es hier um eine Deutscharbeit die wie folgt aufgebaut war:
1.Teil: Satzzeichen setzen und Groß-/Kleinschreibung korrigieren
2.Teil: Nomen aus einem Text suchen und mit Artikel (der, die, das, …) abschreiben
3.Teil: Lückentext in den die Schüler ca. 20 Wörter einsetzten mussten, die sie diktiert bekamen. (der Text war mit den „Lückenwörtern“ ca. 100 Wörter lang) Die Arbeit war innerhalb von 45min (!!!) zu bewältigen.

Der unterrichtende Lehrer hat, obwohl es die allererste Arbeit war, direkt Noten vergeben. Das Ergebnis dieser Arbeit war ein Klassenschnitt von glatt 4.
Als Kommentar stand dann unter der Arbeit: „Das war leider nichts XY! Du musst viel besser aufpassen! Wo bist du mit deinen Gedanken?“

a) Darf man in der 2.Klasse schon Noten vergeben?
b) Darf die Arbeit schon so umfangreich sein (viele Schüler haben noch Probleme beim lesen und Text erfassen und dann so ein langer Text in so kurzer Zeit)
c) muss die Arbeit nicht wiederholt werden?
d) Ist ein solcher Kommentar (in dieser Situation)nicht absolut unpassend?

Würde mich freuen, wenn ihr mir auch sagen könntet, ob das rechtlich irgendwie festgellegt ist, und wenn ja wo :wink: (Im Schulgesetz wird nur auf die jeweiligen Lehrpläne verwiesen, die mir leider nicht zur Verfügung stehen).

Danke! LG Moe

hallo moe!

meine rein subjektive sicht sagt mir, dass diese ganzen aufgaben für die 1. arbeit in einer 2. klasse doch recht happig sind. 2 davon hättens wohl auch getan.
aus meiner schulzeit kenne ich es so, dass die 1. klasse keine noten erhielt, ab der 2. aber von anfang an noten verteilt und auch gewertet wurden (sachsen).
für uns erwachsene menschen ist es wohl oft schwer einzuschätzen, wofür die kleinen da so lange brauchen, aber ich finde, für die erste arbeit hätte der lehrer die zügel etwas lockerer lassen können.

gruß
yvi

Hallo yvi,

Ich finde die Arbeit auch ziehmlich happig, zumal der text den Schülern vorher nicht bekannt war. Aus der „Nachbar-Schule“ habe ich gehört, dass die 2.Klässler dort 1 Woche zeit haben einen Text von 20-30 Wörtern zu üben und dieser kommt dann in der Arbeit dran. Die Schüler bekommen dann keine Noten nur die Fehler angestrichen und unter die Arbeit geschrieben, was sie noch üben sollten. Konntest du in der 2.Klasse schon einwandfrei unterscheiden, wann welches Wort groß/ klein geschrieben wird, wo Kommata zu setzten sind und welcher Artikel vor welches Wort gehört?

Weißt du vielleicht ob irgendwo rechtlich festgelegt ist, was man den Schülern in diesem Alter zumuten darf? Denn ich finde ein Klassenschnitt bei dieser Arbeit von glatt 4 schon happig, zumal die Arbeit nach der Rückgaben wohl nicht besprochen worden ist, sonder nur der Kommentar kam: „Ihr macht dann zu morgen bitte eine Berichtigung!“

gruß Moe

Hallo moe,
es gibt für alle Fächer und alle Klasenstufen Verordnungen, Richtlinien ezetera peepee - aber ob Du die im Netz findest, weiß ich nicht.
Du kannst es auf der Seite deines Kultusministeriums oder des Landeselterbandes versuchen.
Gruß
gargas

Hallo sumpfhexe,

mein Sohn geht in die 3.Klasse. Beim ersten Elternabend dieses Schuljahres gab uns der Lehrer recht genaue Informationen darüber, was die Kinder in diesem Schuljahr lernen würden und wie sich die Benotung ( Klassenarbeiten, Tests, mündliche Mitarbeit…) gestaltet.

Im letzten Schuljahr ( also 2. Klasse), gab es noch keine Noten in den Tests, dafür aber einen kurzen Satz zur Motivation unter die Arbeit.( Erst zum Ende des Schuljahres hin vergab er auch mal Noten, um den Kinder ein Gefühl dafür zu geben, welcher Note ihre Leistung entspricht.) Ein Halbjahreszeugnis gab es gar nicht, dafür aber ein ca. halbstündiges Gespräch mit den Eltern und das war wirklich aufschlussreich. Erst am Ende des Schuljahres gab es ein richtiges Zeugnis mit Noten in Mathe und Deutsch. Die Leistungen in den Fächern wurden außerdem detailiert ca eine halbe Din A 4 Seite beschrieben.

Gross- und Kleinschreibung ist bei uns Thema Klasse 3.
Satzzeichen ebenfalls. Die Kinder müssen z.Zt. noch keine Kommaregeln lernen, müssen aber wissen, dass am Ende eines Satzes ein Punkt steht. Außerdem beschäftigen sie sich so langsam auch mit den Anführungszeichen zu Beginn und zum Ende der direkten Rede.
( Der Schüler sagt: " Die Lehrerin ist doof." )

Aber wohlgemerkt, das ist bei uns alles Stoff Klasse 3.

Jetzt erinnere ich mich, dass das Wichtigste zu Beginn von Klasse 2 das flüssige Schreiben in Schreibschrift war.

An Deiner Stelle würde ich mich mit anderen Eltern austauschen. Eltern der Parallelklassen oder 3. Klasse. Mit diesen Infos kannst Du Dir ein Bild machen und dann auch das Gespräch mit dem Lehrer suchen.

Ich wünsche Dir viel Glück

Caroline

Hallo yvi,

Ich finde die Arbeit auch ziehmlich happig, zumal der text den
Schülern vorher nicht bekannt war. Aus der „Nachbar-Schule“
habe ich gehört, dass die 2.Klässler dort 1 Woche zeit haben
einen Text von 20-30 Wörtern zu üben und dieser kommt dann in
der Arbeit dran. Die Schüler bekommen dann keine Noten nur die
Fehler angestrichen und unter die Arbeit geschrieben, was sie
noch üben sollten. Konntest du in der 2.Klasse schon
einwandfrei unterscheiden, wann welches Wort groß/ klein
geschrieben wird, wo Kommata zu setzten sind und welcher
Artikel vor welches Wort gehört?

hm…also ich konnte mit 5 jahren mal irgendwann von allein lesen, sagt man mir. und ich hab mich in den ersten beiden schuljahren ziemlich gelangweilt, von daher: ja, ich hab meine dikate mit null fehlern geschrieben…aber das ist wohl eher die ausnahme, dass da ne menge übung dahinter gehört, ist schon klar.
das was du da von der anderen schule beschreibst, klingt auch mir viel angemessener, obwohls auch sein kann, dass meine erfahrungen und vorstellungen mich da grad trügen.

Weißt du vielleicht ob irgendwo rechtlich festgelegt ist, was
man den Schülern in diesem Alter zumuten darf? Denn ich finde
ein Klassenschnitt bei dieser Arbeit von glatt 4 schon happig,
zumal die Arbeit nach der Rückgaben wohl nicht besprochen
worden ist, sonder nur der Kommentar kam: „Ihr macht dann zu
morgen bitte eine Berichtigung!“

also den kommentar finde ich fehl am platz. erstmal ist gar nicht klar, was so eine berichtigung zu umfassen hat. das kann von wort berichtigen bis zu text nochmal komplett neu schreiben alles sein. diesen kommentar kann man in ner 4./5. klasse verwenden, die weiß woran sie ist.
zur rechtlichen seite: kultusministerium? bildungsserver des bundeslandes?

gruß Moe

gruß
yvi

Hallo Caroline,

Danke für deine Antwort. In der ersten Klasse gab es auch noch keine Noten( nur ein schriftliches Zeugnis, wie von dir beschrieben), da aber zum neuen Schuljahr ein Lehrerwechsel statt gefunden hat, weil die eigentliche Klassenlehrerin im Schwangerschaftsurlaub ist, kommt das mit den Noten/ Unterrichtsinhalte/ … sehr plötzlich. Leider gibt es keine Parallelklasse mit der man sich vergleichen könnte und die 3.Klässler mach denselben Stoff nur etwas ausführlicher. Die Schreibschrift wurde ganz „weggelassen“, die Schüler haben nur ein Schreibschrift-Lehrgangs-Arbeitsheft mit der Bemerkung „wenn die Kinder möchten, können sie freiwillig zu Hause die Schreibschrift lernen, er würde es aus dem Unterricht rausnehmen weil die meisten Kinder ab der 5.Klasse wieder Druckschrift schreiben“

Es hat zwar ein Elternaben stattgefunden, an dem sich allerdings nur der „Neue“ vorgestellt hat und wenig zur Klasse sagen konnte.

Moe

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Hallo Moe,

also all das, was Du da so berichtest, finde ich wirklich höchst bedenklich. Die Schreibschrift ist doch nun wirklich das zentrale Thema der 2. Klasse. Das müsste meines Erachtens doch auch im Lehrplan verankert sein, oder?! Gibt es denn hier im Forum keine Grundschullehrer, die dazu definitiv was sagen können?

Bei all der Vorsicht und Diplomatie, die man beim Umgang mit den Lehrern der eigenen Kinder ja walten lässt, ich persönlich würde mir wohl einen Termin beim Rektor holen. ( Ich weiss, wenn´s um meine Kinder geht, bin ich manchmal etwas hitzig, aber bisher hat´s noch nicht geschadet.)

LG
Caroline

Hallo auch,

also all das, was Du da so berichtest, finde ich wirklich
höchst bedenklich. Die Schreibschrift ist doch nun wirklich
das zentrale Thema der 2. Klasse. Das müsste meines Erachtens
doch auch im Lehrplan verankert sein, oder?! Gibt es denn hier
im Forum keine Grundschullehrer, die dazu definitiv was sagen
können?

ich könnte mit dem Lehrplan für Bayern aushelfen, für Hessen hab ich leider nichts da. In diesem Lehrplan steht übrigens unter anderem
„Der Lehrgang einer verbundenen Schrift soll schwerpunktmäßig in der
Jahrgangsstufe 2 erfolgen. Die Einführung richtet sich nach dem Lernstand.“
Das ist in Bayern zur zeit die vereinfachte Ausgangsschrift (hässliche Schreibschrift…)

Den Lehrplan findet ihr hier
http://www.isb.bayern.de/isb/index.asp?MNav=3&QNav=4…

ist seeeeeehr lang und ausführlich.

Tranquilla

Hähä jetzt antwort ich mir schon selber…

Ich habe jetzt auch die Hessischen (verpflichtenden) Lehrpläne gefunden, ist denke ich ganz aufschlussreich, nur leider mal wieder viel zu lange zum posten, drum am besten selbst lesen

http://141.90.2.20:9080/sform/primar/Rahmenplan/Teil…