RAID 1 bzw. RAID 0

Hallo,

hab mir gerade einen PC bei Dell bestellt mit FP SATA 1,5 TB (2 × 750 GB, 7.200 1/min) - Dual HDD-Konfiguration.

Ist das richtig, dass man den so einstellen kann, dass nur max. 750 GB genutzt werden, dafür aber alles, was ich schreibe, gleich simultan auf beiden FP gespeichert wird?

Wenn ja, wäre das eine tolle Sache, weiss nur nicht, ob ich das alleine hinkriege, Dell liefert es mir standardmäßig leider nicht so.

Schönen Gruß
Jörg

Tach

Ist das richtig, dass man den so einstellen kann, dass nur
max. 750 GB genutzt werden, dafür aber alles, was ich
schreibe, gleich simultan auf beiden FP gespeichert wird?

Ja ist richtig, das nennt sich Raid 1. Raid 0 ist in dieser Hinsicht genau das Gegenteil. Allerdings gebe ich vorweg zu bedenken, dass Raid 1 kein Ersatz fuer Datensicherung ist, es sind Szenarien denkbar, bei denen beide Platten sterben, z:b: weil sie ja an der gleichen Stromversorgung haengen oder zusammen mit dem Rechner bei einem Brand oder Diebstahl verlustig gehen.

Gruss
Paul

Ja, richtig, kommt aber drauf an
… ob die Hardware in dem Rechner hardwaremäßig RAID 1 kann. Das können eigentlich fast alle modernen SATA-Controller, aber so pauschal „ja“ würde ich dann doch nicht sagen.
Mit Win7 ab Professional kann man die FPs auch in Software-RAID 1 setzen, falls die Hardware das doch nicht können sollte.

Mit dem Namen des SATA-Kontrollers und dem Begriff „RAID1“ an Google wenden, dann solltest du es selber hinkriegen.

Gruß,
Andreas

weil sie ja an der gleichen Stromversorgung
haengen oder zusammen mit dem Rechner bei einem Brand oder
Diebstahl verlustig gehen.

oder man einfach mal „format C:“ bzw. „del *“ ausführt. Anders gesagt RADI1 schützt in keinsterweise vor Dateisystem-Fehlern, da diese dann auf die zweite Platte kopiert werden.

Hallo,

ich rate Dir dringend von einem Hardware-Raid ab. Bei einem Defekt des Motherboards und darauf folgenden Einsatzes eines anderen Modells kann der neue Raid-Kontroller oftmals nicht auf den RAID zugreifen.

Software-Raid ist sicherlich sinnvoller, wo dies - wie ja bereits richtig ausgeführt - niemals eine Datensicherung ersetzten kann.

mfg, tf

Hallo an alle,

vielen Dank für die wertvollen Hinweise. Ich hab bisher verschwiegen, dass ich auch bei meinem jetzigen Dell (kommt jetzt ins vierte Lebensjahr) schon RAID 1 nutze, was mir immer das beruhigende Gefühl beschert hat, bei einem physischen Kaputtgehen der FP (hat wohl jeder schon mal erlebt) immer noch alle Daten - auch die des laufenden Tages - verfügbar zu haben.

Zur Bemerkung von Paul, es könnten ja trotzdem beide Platten deswegen sterben, weil sie ja an der gleichen Stromversorgung hängen, wüsste ich gerne mehr - ebenso zum (wenn ich es richtig verstanden hab) erst seit kurzem möglichen softwaretechnischen RAID 1: was heißt das, zwei baugleiche Platten brauche ich doch auf jeden Fall, denn wenn eine Platte kaputt ist, ist sie kaputt, also kann die Spiegelung doch nicht nur auf einer anderen Partition ein und derselben Platte erfolgen ?!?

Eine Datensicherung auf einer externen FP mache ich übrigens noch zusätzlich - allerdings nur einmal wöchentlich.

Schönen Gruß
Jörg

Hallo Jörg,

sollte Dein Motherboard den Geist aufgeben und Du Hardware-Raid-On-Board nutzen, wirst Du Probleme haben, wenn - vielleicht zwei oder drei Jahre später - ein Board mit genau diesem Raid-Controller nicht mehr verfügbar ist. Dann kann es sein, daß keine der Platten mehr lesbar ist.

Dieses Problem umgehst Du mit Software-Raid, welche unter Linux seit langem verfügbar ist. Mit Raid unter W7 kenne ich mich leider nicht aus, würde aber auch keinem Windows Rechner ein Software-Raid anvertrauen. Andere sind da sicher anderer Meinung.

Auch ich habe schon einmal erlebt, wie ein defektes Netzteil zwei Platten „zerschossen“ hat. Allerdings erst einmal, also keine täglicher Vorfall.

Du BRAUCHST - unter Linux - keine zwei BAUGLEICHEN Platten, Du kannst auch Partionen in einen Raid-Verbund mounten. In meinem Rechner z.B. laufen u.a. eine 250 GB und eine 640 GB-Platte, je eine 200GB-Partion ist im RAID-Vernud. Von dieser Lösung wird aber allgemein abgeraten (siehe Link 2).

Vielleicht interessieren dich diese beiden Artikel:

http://www.infodrom.org/~joey/Writing/Linux-Magazin/…

http://www.linuxhomenetworking.com/wiki/index.php/Qu…

mfg, tf

Hallo

das, was Thomas sagt, stimmt aus meiner Erfahrung leider (oder eher gott sei dank) nicht ganz. Bei einem RAID1 ist es oft (meistens/immer?) vollkommen schnuppe, welchen Controller man benutzt, die Platten werden wie schon gesagt gespiegelt. Richtig gespiegelt, 1:1, d.h. man kann die zweite rausziehen und mitnehmen, hat alle Daten drauf und kann auch ohne RAID-Controller wunderbar darauf zugreifen. Zumindest war es bis jetzt bei allen RAID1, die ich gesehen habe, der Fall. Bei RAID0 und RAID5 sieht es sicherlich ganz anders aus.

Zur Bemerkung von Paul, es könnten ja trotzdem beide Platten
deswegen sterben, weil sie ja an der gleichen Stromversorgung
hängen, wüsste ich gerne mehr - ebenso zum (wenn ich es
richtig verstanden hab) erst seit kurzem möglichen
softwaretechnischen RAID 1: was heißt das, zwei baugleiche
Platten brauche ich doch auf jeden Fall, denn wenn eine Platte
kaputt ist, ist sie kaputt, also kann die Spiegelung doch
nicht nur auf einer anderen Partition ein und derselben Platte
erfolgen ?!?

Software RAID ist seit Windows NT 4.0 möglich (allerdings nicht in XP), damals ging es aber (glaube ich) nur mit SCSI Platten. Software RADI5 können AFAIK immernoch nur die Server-Betriebsysteme von MS. Man braucht mindestens zwei physikalische Platten (für RAID0 und 1), die größe ist dabei in der Tat nicht wichtig, man kann aber verständlicherweise nur die kleinste gemeinsame Größe verwenden.

Dass beide Platten gleichzeitig oder zumindest zeitnah sterben kann in der Tat vorkommen. Nicht nur bei Netzteil-Fehlern oder Brand, auch Serienfehler in der Prodktion (wenn beide Platten aus der gleichen Serie sind) können die Ursache sein, dann kann es passieren, dass die zweite Platte auch ausfällt noch bevor man die Daten auf die Ersatzplatte gespiegelt hat :frowning: (ich persönlich hatte den Fall, dass die zweite Platte im RAID1-Verbund zwei Wochen später als die erste gesorben ist, glücklicherweise war zu dem Zeitpunkt schon ein Ersatz für die erste Platte drin)

Eine Datensicherung auf einer externen FP mache ich übrigens
noch zusätzlich - allerdings nur einmal wöchentlich.

Muss man halt immer abwägen, wie schlimm es wäre die Ergebnisse der Woche zu verlieren. Und welche Wahrscheinlichkeit es hat. Wenn man damit leben kann, warum nicht… Aufpassen muss man aber auch dabei: was passiert mit gelöschten Dateien? Wenn du also aus Versehen eine Datei löschst und es eine Woche lang nicht merkst, wird es bei der nächsten wöchetlichen Sicherung auch von der externen Platte gelöscht? Dann ist sie ja für immer weg…

Gruß,
Andreas

Vergiss Software RAID
Hallo,

ich rate Dir dringend von einem Hardware-Raid ab. Bei einem
Defekt des Motherboards und darauf folgenden Einsatzes eines
anderen Modells kann der neue Raid-Kontroller oftmals nicht
auf den RAID zugreifen.

aha. Deswegen laufen auch alle Server und Workstation mit Hardware RAIDs?

Software-Raid ist sicherlich sinnvoller

Wenn man auf die Daten im Schneckentempo zugreifen will und gleichzeit unnötige CPU Last erzeugen möchte, ist ein Software RAID sicher die bessere Wahl. Auch wenn man den Ausfall einer Platte nicht mitbekommen möchte würde ich eher zu einem solchen greifen.

Gruß

S.J.

Hallo,

sollte Dein Motherboard den Geist aufgeben und Du
Hardware-Raid-On-Board nutzen, wirst Du Probleme haben, wenn -
vielleicht zwei oder drei Jahre später - ein Board mit genau
diesem Raid-Controller nicht mehr verfügbar ist. Dann kann es
sein, daß keine der Platten mehr lesbar ist.

irgendwie widersprichst Du Dir doch selbst. Einerseits sagst Du völlig korrekt, dass ein RAID niemals eine Datensicherung ersetzt, andererseits zeichnest Du hier ein Szenario, welches in dem Fall dann doch zu gar keinem Problem führt.

Dieses Problem umgehst Du mit Software-Raid, welche unter
Linux seit langem verfügbar ist. Mit Raid unter W7 kenne ich
mich leider nicht aus, würde aber auch keinem Windows Rechner
ein Software-Raid anvertrauen. Andere sind da sicher anderer
Meinung.

Ein Software RAID bremst den Computer unnötig aus und schützt lediglich vor Risiken, die durch ein regelmäßiges Backup überhaupt kein Thema sind.

Auch ich habe schon einmal erlebt, wie ein defektes Netzteil
zwei Platten „zerschossen“ hat. Allerdings erst einmal, also
keine täglicher Vorfall.

Da nützt auch ein Software RAID nix.

Du BRAUCHST - unter Linux - keine zwei BAUGLEICHEN Platten, Du
kannst auch Partionen in einen Raid-Verbund mounten. In meinem
Rechner z.B. laufen u.a. eine 250 GB und eine 640 GB-Platte,
je eine 200GB-Partion ist im RAID-Vernud. Von dieser Lösung
wird aber allgemein abgeraten (siehe Link 2).

Das geht auch alles unter Windows. Zu recht wird davon abgeraten.

Gruß

S.J.

Wenn man auf die Daten im Schneckentempo zugreifen will und
gleichzeit unnötige CPU Last erzeugen möchte, ist ein Software
RAID sicher die bessere Wahl. Auch wenn man den Ausfall einer
Platte nicht mitbekommen möchte würde ich eher zu einem
solchen greifen.

Sag mal, sag mal… Wieso sollte Software RAID1 denn sooo viel mehr CPU Last produzieren, dass ein Schnekentempo eintretten wird? Ist die CPU Last, die ein Soft-RAID1 produziert überhaupt messbar?
RAID5 ist selbstverständlich als Software-RAID langsamer, da muss ja auch gerechnet werden. Aber selbst damit kommen moderne CPUs nicht mal annährend ins Schwitzen, was man über billige RAID-Controller nicht sagen kann. Die OnBoad-Controller sind sowieso außenvor, die meisten sind eh Software-RAIDs über den Treiber.

Also, wenn man nur RAID1 möchte, ist man mit einem Software-RAID definitiv besser beraten als mit einem teueren Hardware-Controller.

Ach ja, was mich noch interessieren würde, wie bekommt man denn bei einem Hardware-RAID-Controller in einem Desktop-PC den Ausfall einer Platte mit? Bzw. worin untrscheidet es sich von einem Software-RAID?

Gruß,
Andreas

Hei!

aha. Deswegen laufen auch alle Server und Workstation mit Hardware RAIDs?

Nein, aber deswegen hat der kluge Administrator einen baugleichen Controller auf Reserve in der Schublade liegen . . .

lg, mabuse

Hallo,

Sag mal, sag mal… Wieso sollte Software RAID1 denn sooo viel
mehr CPU Last produzieren, dass ein Schnekentempo eintretten

weil die CPU Aufgaben übernimmt, die sonst die Hardware auf dem Controller hat. Und weil als Cache nur der Arbeitsspeicher genutzt werden kann, was sich natürlich als Flaschenhals darstellt.

wird? Ist die CPU Last, die ein Soft-RAID1 produziert
überhaupt messbar?

Ja. Hängt natürlich von der Gesamtperformance ab. Ich hatte kürzlich einen 2008er Server in den Fingern, auf dem ein Software RAID lief. Obwohl das Teil über eine recht fixe CPU verfügte, ging die CPU Last bei heftigem Platten I/O auf fast 100%, so dass fast das ganze Netz stand. Nach langer Suche konnte das Software RAID als Ursache ausgemacht werden.

RAID5 ist selbstverständlich als Software-RAID langsamer, da
muss ja auch gerechnet werden. Aber selbst damit kommen
moderne CPUs nicht mal annährend ins Schwitzen, was man über
billige RAID-Controller nicht sagen kann. Die
OnBoad-Controller sind sowieso außenvor, die meisten sind eh
Software-RAIDs über den Treiber.

Und deswegen unterstützen die billigen Onboard Controller gar kein RAID 5, weil die Kiste sonst vollständig in die Knie gehen würde.

Die Qualität eines Onboard Controller kommt sicher auf das Board an. Dell ist da etwas fortschrittlicher und um einen Dell geht es hier ja.

Also, wenn man nur RAID1 möchte, ist man mit einem
Software-RAID definitiv besser beraten als mit einem teueren
Hardware-Controller.

Zum einen kosten die Dinger nicht sehr viel, zum anderen bremst Software RAID definitiv die Performance.

Das sehe nicht nur ich so:
http://de.wikipedia.org/wiki/RAID#Software-RAID
http://www.tecchannel.de/storage/extra/401665/raid_s…

„Billig“ und „Datensicherheit“ passen übrigens auch nicht unbedingt so gut zusammen. Aber wer es „billig“ mag, für den ist Software RAID eine Alternative.

Ach ja, was mich noch interessieren würde, wie bekommt man
denn bei einem Hardware-RAID-Controller in einem Desktop-PC
den Ausfall einer Platte mit?

Man verwendet einen Controller mit Management Funktionen. Ein RAID, bei dem ein Ausfall der Platte nicht ohne weiteres erkennbar ist, kann man nämlich gepflegt vergessen.

Mir ging es in erster Linie um die gemachte Aussage „ich rate Dir dringend von einem Hardware-Raid ab“. Das ist natürlich Unsinn. Erst recht, wenn überhaupt nicht bekannt ist, was für ein RAID Controller vorhanden ist, man auf Grund des Herstellers „Dell“ sogar eher von einem „richtigen“ Controller ausgehen kann. Wenn man ein RAID aufsetzt, dann richtig und nicht so einen halben Kram wie Software RAID. Und wenn schon ein guter RAID Controller da ist, setzt man mit Sicherheit kein Software RAID ein.

By the way: Weder XP noch Vista unterstützen ein RAID mit Redundanz. Mann kann XP und Co. zwar entsprechend modifizieren, aber ob das nun zur Datensicherheit beiträgt… Zudem kann man das Software RAID erst nach der Windows Installation, also nicht für das Boot Volumen, einrichten. Das zumindest geht mit den billigsten onboard Controllern.

Und ein Software RAID, welches Hot-Plug unterstützt, ist mir auch noch nicht untergekommen.

Gruß

S.J.

Hallo,

das sind jetzt zwei sich widersprechende Meinung: einer sagt, „auf den Controller kommt es an“, der andere „ein Controller ist Wurscht und Schnuppe“.

Allerdings scheint eine Sache doch so langsam einen Sinn zu ergeben: Ich wundere mich nämlich, warum Dell die beiden Festplatten nicht von sich aus als RAID 1 formatieren will und meint, das „ginge“ nur bei teureren Geräten ab 1.500 Euro. Die formatieren also als RAID 0 und ich muss hier zu Hause das nagelneue Gerät erst mal umformatieren vor dem ersten Einsatz. Kann doch nur heißen, dass eben kein RAID Controller drin ist (und Dell eben deswegen auch keine weitere Verantwortung übernehmen will), oder?

Schönen Gruß
Jörg

Hallo,

Allerdings scheint eine Sache doch so langsam einen Sinn zu
ergeben: Ich wundere mich nämlich, warum Dell die beiden
Festplatten nicht von sich aus als RAID 1 formatieren will und
meint, das „ginge“ nur bei teureren Geräten ab 1.500 Euro.

Solange wir nicht wissen, um welches Modell es sich handelt, wäre jede weitere Aussage dazu Kaffeesatzleserei.

Gruß

S.J.