Hallo liebe Forumsteilnehmer,
ich bin Rasen/Garten-Anfänger, habe mich aber im Internet
schon gut über einige Sachen informiert.
… und tust es soeben wieder
Gestern habe ich mit einer Elektrohacke eine Rasenfläche von
ca. 50qm spatentief umgegraben. Der Rasen war kaputt und das
Unkraut hatte dominiert. Dem Unkraut habe ich schon vor zwei
Wochen mit einem Vernichtungsmittel den Kampf angesagt.
tapfer! Ich sage es Dir lieber gleich: wer Unkrautfreien Rasen will, hat sich eine Lebensaufgabe gestellt. Du kannst Beikräuter vernichten, aber Du musst künftig alle 6-8 Wochen wieder spritzen und mindestens 3x pro Woche mit einem Mulchmäher mähen.
Dann hast Du Golfrasen.
Für Kinder, Haus- oder sonstige Tiere, sowie nackte Menschenhaut ist solcher Rasen jedoch nichts. Du solltest bei Spritzen unbedingt Gummistiefel und lange Hosen, lange Ärmel tragen. Erwerbsgärtner nehmen zusätzlich Atemschutzmasken. Aus gutem Grund.
Nun
habe ich eine 50qm Fläche mit schöner und lockerer Erde. Die
Steine muss ich noch entfernen und die Fläche ebnen.
da ich nicht weiß, welche Art Mutterboden bei Dir vorliegt grundsätzlich: Rasen kommt ursprünglich aus Steppen. Dort ist der Boden mager = Du tust dem neuen Rasen mit ordentlich Sand etwas Gutes.
Noch etwas zu den Beikräutern:
War es zum Beispiel Weißklee und/oder Löwenzahn, ist Dein Boden gut bis zu gut gedüngt.
Google mal „Zeigerpflanzen“.
Es mag nicht jedes wilde Pflänzchen den gleichen Boden. Je nachdem, was unerwünscht bei Dir auftauchst, kannst Du ablesen, welchen Boden Du hast (und ob vielleicht eine gute Portion Kalk ausreicht, um Beikräuter mindestens für die laufende Saison zu vergrämen)
Nun habe ich gelesen, dass man für die Aussaat einen
speziellen Aussaat-Dünger verwenden sollte.
… sagen die Hersteller von speziellem Aussaat-Dünger.
Natürlich kommt Rasen mit Aussaatdünger üppig. Ziel ist jedoch, dass er tief einwurzelt, um notfalls auch eine Trockenzeit zu überstehen (bei Rasenwurzeln ist das mit der Tiefe ohnehin sehr begrenzt)
Wenn Rasensämlinge nun direkt an der Oberfläche Dünger finden - wozu soll sich die junge Pflanze anstrengen und tiefer nach Nahrung bohren?
Tut sie nicht.
Solcher Rasen ist Düngerdauerpatient
Ich hab jedoch
einen ganz normalen Rasendünger zu Hause. Darf ich den auch
verwenden?
siehe meine Ausführungen oben
Ich täte es nicht. Ein normaler Rasen (der auch mal das eine oder andere Beipflänzchen haben darf, gegen Massenbefall kann man ja vorgehen), lebt sehr gut, wenn man beim Mähen keinen Grasfangkorb verwendet, sondern das Schnittgut 1-2 Tage abtrocknen lässt, bevor man es abrecht. Dadurch bleibt nämlich immer genug Gras liegen, das den Rasen auf ganz natürliche Weise düngt.
btw - nach dem Sähen nicht vergessen, die ganze Fläche zu walzen. Der Samen braucht guten Oberflächenkontakt und dass Du bei der augenblicklichen Wetterlage morgens und abends mindestens eine Stunde beregnen musst, ist auch klar.
Ausserdem würde ich den Dünger aus Zeitgründen gerne
zeitgleich mit dem Saatgut ausstreuen. Ist das in Ordnung bzw.
ist das wenigsten eine zweitbeste Lösung?
nein, das ist gar keine Lösung.
Sagen wir mal so: Ein junges Grashälmchen hat haarfeine Wurzeln. Da passt Wasser und ein paar Nährsalze durch, aber Wasser und massiv Nährsalze ist wie ein Schluck Meerwasser für Dich. Du als Mensch spuckst, weil Du das eklig findest (im Endeffekt spuckst Du, weil Dein Stammhirn sagt: Vorsicht, Nierschaden möglich!). Junggras ist nicht so intelligent programmiert.
Das kann sich der zu starken Nährstofflösung nicht verweigern und verbrennt.
viele grüße
Geli