Liebe www.ler
Seit ein paar Tagen stehe ich förmlich auf dem Schlauch, sprich: Mir fehlen gute, treffende, stichhaltige Argumente, um einen „Freund“ bei seinen rassistischen Äusserungen zum „denken oder vorher überlegen“ zu animieren. Auch er ist wie ich selbst ein italienisches Emigrantenkind, dass in der Schweiz aufgewachsen ist und hier alle Vorzüge dieses Landes geniessen durfte und heute hier im Wohlstand, seine reisserischen und rassistischen Sprüche gegen allerlei Leute herumposaunt. Gastarbeiter die heute hier leben, hauptsächlich Leute aus Ex-Jugoslawien, sind seiner pauschalen Verurteilungen ausgeliefert. Ich selber bin ein Leben lang wegen meiner Herkunft nie ernsthaft verbal angegriffen worden, bin nur auf tolerante Menschen gestossen und hatte noch nie irgendeinen Nachteil, sei es beruflich oder sonst wo anders. Daher zeuge ich allen Schweizern mit denen ich es bisher zu tun hatte, meinen Respekt. All meine Versuche, meinen „Freund“ daran zu erinnern, dass ohne die Toleranz und das Wohlwollen das er erfahren durfte, er nicht da sei wo er heute ist, stösst auf Granit.
Natürlich sehe ich einen Zusammenhang zwischen Ignoranz und Rassismus, aber gerade da ist doch das Hauptproblem! Wie bringe ich es auf „einfache“ Weise fertig, ihm zu erklären, dass wir alle von dieser Erde stammen und er nichts Besseres und nichts Schlechteres ist, als alle anderen? Habt ihr Ideen, gute Parabeln oder Sprüche?
Eigentlich könnte ich ihm aus dem Weg gehen, das wäre aber zu bequem, zudem liegt mir auch was an dieser Beziehung, schliesslich kennen wir uns schon seit klein an.
Da gibts nur ein Mittel ( falls er wirklich nicht typisch-mitteleuropäisch, sondern wie eben ein echter Südeuropäer ausschaut ): Ein dreiwöchiger Erlebnisaufenthalt in einem Ostdeutschen Plattenbauviertel. Anempfohlen sei Magdeburg - Olvenstedt, Rostock - Lichtenhagen, sowie sämtliche Kreisstädte im Mecklenburg - Vorpommern.
HM
PS: Hinweis gem. IrSatSarZynInhKzGes ( Ironie- Satire-, Sarkasmus-, Zynismusinhaltskennzeichnungsgesetz ): Dieser Beitrag wurde unter Verwendung vorgenannter Stile erstellt.
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Ist doch schön, dass er schon so integriert ist, dass er sich als Schweizer fühlt. Lass ihm seinen Stolz und seinen Wunsch nach Abgrenzung von den anderen … ich finde es gut.
Paolo ist Schweizer und kann daher mit dem Begriff „Y-Tours“
nichts anfangen ( eventuell … !) .
Ich, heute ganz in blond, auch nicht. Klärst du mich auf?
da Du löblicherweise den Zivildienst vorgezogen hast, sei DIr diese Unkenntniss verziehen
Y-Tours wird verballhornt die Bundeswehr genannt (wegen der Autokennzeichen, die alle mit ‚Y‘ beginnen) und da es die inzwischen auch in fremde Länder zieht …
In der Schweiz gibt es ein Bundesheer, aber ich bin mir fast sicher, das Y als Autokennzeichen dort nicht verwendet wird und somit der GAg ins Leere läuft.
wenn solche Haltungen verfestigt sind, dann ist auf der argumentativen Ebene kaum etwas zu machen.
In der Schweiz gibt es eine sehr gute Antirassismus-Arbeit, die in vielen Regionen aktiv ist. Vielleicht findest Du dort was zu Deiner Unterstützung und vielleicht liegt Deinem Freund so viel an der Beziehung mit Dir, daß er mit Dir zusammen einen Workshop besucht.