Hallo! Ich suche einen Rat für meine Nachbarin. Sie hat einen Pflegehund aufgenommen: Malteser, 4 Jahre. Der Hund kommt aus Spanien, hat dort bei einer Oma gelebt die ihn „immer geärgert“ haben soll, sie hat ihn „aus gesundheitlichen GRünden“ dann ins Tierheim abgegeben. Von dort wurde er wegen Überfüllung nach Deutschland verbracht.
Der Hund wurde vor 5 Tagen kastriert, man hat ihn geschoren, ihm ein Beruhigungssmittel verpasst und ihn nach D geflogen. Er ist auch vorher nie an einer Leine gewesen. Am nächsten Tag kam er direkt zu meiner Nachbarin, die einen Sohn hat (9). Ich fand es nicht gut dass sie sofort sämtliche Freundinnen (teilweise mit Hunden) um sich scharte, da ich der Meinung war der Hund sollte erst mal nur die Kermfamilie und die neue Umgebung kennenlernen.
Am ersten Tag schon ergab sich folgende Situation. Eine Freundin und meine Nachbarin sassen auf dem Boden mit dem Hund. Die Freundin gab ihm Futter, meine Nachbarin sass hinter ihm. Meine Nachbarin wollte sich auf ihrem Platz umsetzen (sich auf das andere Bein setzen) und beugte sich vor (so als ob ein Hund den Kopf zum Fressen senkt). Der Hund muss es wohl im Augenwinkel gesehen haben, er drehte sich sofort um, sprang meiner Nachbarin an die Nase und biss ohne Vorwarnung zu. Er liess auch nicht los und verbiss sich regelrecht so dass sie den Hund erschrocken festhielt (damit er die Nase nicht abbeisst) bis er dann losliess und verschreckt wegrannte. Meine Nachbarin hatte Glück dass die Nase noch vorhanden ist, sie wurde im Krankenhaus genäht.
Niemand mehr kann nun noch unbelastet mit dem Tier umgehen. Man sieht dass er total verunsichert und ängstlich ist - kein Wunder. Man hat ihr angeboten, einen anderen Hund zu bekommen, doch sie meint „kann ich dem Tier nicht antun“. Sie sagt aber auch „ich habe irgendwie überhaupt keine Lust mehr auf irgendeinen Hund“. Man merkt wie sie sich fürchtet, auch der Sohn ist schreckhaft (wir alle), der Hund weiss nicht was los ist. Der Hund markiert auch die Wohnung und hebt sein Bein an der Wand. Weiterhin hat meine Nachbarin leider viel Besuch, jetzt natürlich wegen ihrer spaktakulären verschwollenen Verletzung (sie sieht aus wie Frankenstein).
Der Hund weiss gar nicht wer nun zur Familie gehört. Ich halte es für leicht bedenklich den hund zu behalten wegen des Sohnes (9), auch wenn ich verstehe wie es zum Zwischenfall kam und dass das Tier nichts dazu kann. Andererseits verstehe ich nicht, warum der Hund nicht geschnappt sondern sich gleich verbissen hat. Ich finde es auch nicht richtig, dass sie den Hund ins Bett lassen. Aber der Junge versteht meine Erklärungen (Hierarchie) nicht, oder will es nicht verstehen. Was ist Eure Meinung dazu?