Rat- und Hilflos

Guten Morgen,

nehmen wir mal an ein AN arbeitet in Wechselschicht incl Sonn und Feiertage…und stellt fest das sie innerhalb der letzten 4 Monate nur ein einziges freies Wochenende hatte und nun bei dem Dienstplan für Monat April festsstellen muss das diesmal zwar ein WE gewährt wurde ABER!! sämtliche Ostertage arbeiten muss , obwohl schon an sämtlichen Weihnachtstagen und Silvester und Neujahr zum Dienst eingetragen war…sowie ausgerechnet in der letzten April woche wo der AN umzieht , sie für die Nachtschicht eingeteilt wurde so das nichtmal an eine pünktliche Schlüsselübergabe zu denken ist, obwohl der Betriebsleiter mündlich zugesichert hatte das nach 4 Monaten endlich mal ein Nachtschichtfreier Monat ansteht.
Dem AN fällt das Arbeiten immer schwerer zumal die häusliche situation sich dramatisch verschlechtert hat durch die ständige Nacht und WE Arbeit.
Ein Versuch mit dem Chef zu reden ging insofern daneben, als das der AN nur gesagt bekam, wir haben eben nicht genug Personal …nur ist die AN die einzige die so einen unsozialen Dienst auferlegt bekommt.
Wie soll sie sich verhalten???
Rat und schlaflosen Gruß
Angela

Hallo Angela,

bitte nimm mir meine Worte nicht übel, das ist überhaupt nicht bös gemeint. Aber mir kommt’s vor, als ob wir hier einen AN haben, der still und stumm vor sich „hinleidet“ und einen Arbeitgeber, der heilfroh ist, dass er dem die unbeliebten Dienste ohne grossen Widerstand „aufs Auge drücken“ kann. Sprich, da fehlt von beiden Seiten etwas Kommunikation. Wenn ich also der AN wäre, würde ich folgendes tun:

  • eine Übersichtsliste über die „unbeliebten“ Dienste (Wochenenden, Feiertage, Nächte) der letzten Zeit (sagen wir seit Weihnachten) schreiben
  • dann einen Termin mit dem Chef (der für den AN bzw. die Einteilung der Dienste zuständig ist - gegebenenfalls auch 2 Leute, wenn das nicht einer allein ist) ausmachen. Und zwar „förmlich“ mit Raumreservierung (möglichst der Raum, wo man nicht vom Gang aus reinschauen kann) und ca. eine Stunde Zeit.
  • diesen Termin auch ca. ne Woche vorher ankündigen und einen sinnigen
    Titel „Diensteinteilung Angela“ oder sowas halt geben
  • am Wochenende vorher dem Partner/Katze/Teddybär/Schlafzimmerspiegel laut Dein Anliegen schildern. Notfalls so oft, bis Du meinst, dass der AN nun die richtigen Worte gefunden hat
  • alles tun, dass der AN in der Nacht vor dem grossen Treffen gut schläft. Damit meine ich ausdrücklich nicht Schlafmittel sondern Dinge wie heisses Bad, Spaziergang, Tee etc. Was halt so in der Vergangenheit schonmal geholfen hat :wink:
  • in der Besprechung dann so sachlich wie möglich bleiben also nicht „Ihr seid ja sooo gemein“ (auch wenn das vielleicht stimmt *fg*) sondern mehr „ich fühle mich bei der Einteilung der Dienste ungerecht behandelt, weil… *auf Dienstplan deuten*“ Nienienie sagen „Der Müller hat heuer noch KEIN EINZIGES Wochenende geschafft“ - die Dienstpläne anderer Kollegen haben den AN in dem Fall nicht zu interessieren. Lieber sowas wie „ich wünsche mir, dass…“ oder „im Hinblick auf meinen Umzug vom… bis… würde ich bitten, dass…“ oder auch „für die Zukunft möchte ich…“ notfalls noch „was kann ICH tun, um…??“ Denn gerade jetzt ist ja eine „gute“ Zeit für sowas, da ja doch recht viele Feiertage und verlängerte Wochenenden anstehen. Vielleicht kann unser AN ja diesbezüglich was rausschlagen?

*wink* und viel Erfolg

Petzi

Hallo petzi,

alles schon versucht vor etwa 3 wochen…bis auf die Aussage das das alles nur ein zufall ist und nicht bemerkt wurde das die WE nicht gegeben wurden kam nix bei rum…wie man ja nun deutlich sieht

gruß
Angela

Hallo!

nehmen wir mal an ein AN arbeitet in Wechselschicht incl
Sonn und Feiertage…und stellt fest das sie innerhalb der
letzten 4 Monate nur ein einziges freies Wochenende hatte
und nun bei dem Dienstplan für Monat April festsstellen muss
das diesmal zwar ein WE gewährt wurde ABER!

Nun ja, ich kann zum Beispiel erwähnen, dass nach § 11 Arbeitszeitgesetz für jeden Sonntag, der gearbeitet wird, in den zwei Wochen danach einen Ersatzruhetag zu gewähren ist. Dabei müssen sowieso normalerweise mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei sein. Daneben muss nach § 5 zwischend en einzelnen Schichten immer eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen.
Das ein oder andere kann in einem Tarivertrag anders geregelt sein, da würde ich mal reinschauen.
Ich denke, dass die Chancen für den AN recht gut stehen, sich auf diesen Ausgleich für die Sonntagsarbeit zu berufen. Sonntagsarbeit ist sozial- und gesundheitsschädlich, das kann nicht zur Regel ohne Ausgleich werden. Die Frage ist aber immer, wer sich leistet, gegenüber seinem Arbeitgeber auf seine Rechte zu beharren - leider macht man da öfter mal schlechte Erfahrungen, wenn man dem Arbeitgeber klar macht, dass man nicht alles mit sich machen lässt…ach so, ich würde einfach auch mal mit einem eventuell vorhandenen Betriebsrat sprechen (hoffentlich gibt’s den), das ist vielleicht der beste erste Ansprechpartner.

Gruß,

Florian.

Hallo Angela,

hmm, diese Situation ist wirklich verfahren. Und leider ahne ich auch nicht, wie sehr unser Arbeitnehmer an dem Job hängt. Aber ich für meinen Teil würde ruhig nochmal zum Chef hingehen, eventuell einen zweiten Menschen (Betriebsrat, direkter Vorgesetzter oder sonstjemand der auf meiner Seite steht aber nicht gleichrangiger Kollege ist) mitnehmen. Einfach um ihm und mir gegenüber sagen zu können, dass ich „alles“ probiert habe.
Vielleicht ist ja auch der neue Dienstplan ein guter Aufhänger. „Wir hatten doch am … besprochen, dass… und nun sehe ich hier … Was für Lösungen sehen Sie?“
Und wenn das nicht hilft und Du immer unglücklicher wirst, dann hilft nur noch eines: Schreib Bewerbungen, solange bis Du was anderes hast und guten Gewissens dort kündigen kannst.

*wink*

Petzi