ein Bekannter meinerseits hat Mitte 2002 einen Ratenkredit über €16000 mit einem Zinssatz abgeschlossen, bei dem mir fast die Spucke wegblieb, als ich den Vertrag gelesen habe. Der Nominalzinssatz beträgt ca. 13% und anfänglich effektiv ca. 15%. Da der Bekannte derzeit Liquiditätsprobleme hat, die eine Verringerung der Rate um €100 schon abfedern könnten stellt sich mir die Frage, ob ihm vielleicht mit einer Umschuldung geholfen wäre. Daraufhin habe ich gestern mal online diverse Anbieter von Ratenkrediten verglichen und habe dabei Effektiv-Sätze von unter 8% gesehen, die bei entsprechender Laufzeit das gesteckte Ziel (€ 100 Entlastung) bringen könnten. Nun meine Frage(n):
Wie einfach ist es, einen Ratenkredit unter der Laufzeit zu kündigen?
Der Bekannte hat seinerzeit (wahrscheinlich aufgrund fehlender Sicherheiten) gleich noch eine Alo-Versicherung sowie ein Berufsunfähigkeit mit aufgebrummt bekommen. Ich nehme an (so wie ich das aus dem Vertrag erkennen konnte…) wurde das einfach als Einmalbetrag mit auf den Kreditbetrag aufgeschlagen. Was meint ihr, würde eine andere Bank diese Versicherungen als Sicherheiten nehmen und wie einfach ist es, den Kredit von einer anderen Bank ablösen zu lassen, wenn man keine weiteren Sicherheiten bieten kann?
Ich bin euch auf jeden Fall mal schon für Eure Ratschläge dankbar!
die erste Geschichte hört sich unseriös an und jetzt heißt es sehr gut aufpassen und nicht noch tiefer in etwas reinzugreifen, was braun, feucht und warm ist. Am besten gleich mal den Weg zu einer Schuldnerberatung einschlagen und sehen, wo da der Sand im Getriebe steckt, und dann mit einem seriösen Finanzpartner überlegen, ob es mit einer Umschuldung tatsächlich eine Verbesserung geben kann. Üblicherweise ist dies in solchen Fällen aber nicht der Fall, denn ohne Sicherheiten und wegen Rückzahlungsproblemen wird man kaum einen seriösen neuen Finanzierer finden. Finden wird man dafür aber im Internet massenhaft Umschulder, die für teuer Geld dich noch tiefer reinreissen.
Hatte gerade neulich so einen Fall, wo ich einfach auch nur noch die Waffen strecken konnte, da der Mandant erst kam, als alles zu spät war. In dem Fall wäre eine Privatinsolvenz problemlos möglich gewesen, statt dessen fiel er auch einen Umschulder herein, der ihm kräftig Gebühren abnahm (leider nicht ausreichend um dies als sittenwidrig zu bezeichnen) und dann aber nur einen Teil umschuldete, wobei das Haus seiner Eltern als Sicherheit herhalten musste. Konsequenz: Immer noch zwei Kredite, wobei einer eigentlich ja gekündigt und fällig ist, keine Möglichkeit zur Privatinsolvenz mehr, da jetzt ja das Haus der Eltern haften würde, und eine TEUR mehr Schulden als vorher. Sorry, aber da kann man sich ja nur noch begraben, denn eine Rückabwicklung ist natürlich nicht möglich, schließlich sind die ursprünglichen Kredite gekündigt und der eine auch noch abgewickelt. Und eine Verpflichtung für eine Bank wieder einen neuen Vertrag mit einem schlechten Schuldner zu schließen, gibt es natürlich auch nicht.
Und dies ist einer der fast noch seriösen Fälle, denn die ganzen Umschuldner legen es üblicherweise gar nicht auf die Vermittlung eines Kredites an, sondern wollen nur Vermittlungsgebühren, etc. verdienen, sprich sie schicken dir dann gegen Nachnahme wertlose Unterlagen, haben ganze Ketten von weiteren Unternehmen aufgebaut, die natürlich auch immer nur Geld wollen, damit es dann endlich zu einer Vermittlung kommt, usw. Habe neulich sogar einen Kollegen anzeigen müssen, der bei so einer Geschichte mitgespielt hat. Kammer und StA waren „not amused“
Gruß vom Wiz
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grundsätzlich gebe ich WIZ aus der Vorantwort recht: Es macht GRUNDSÄTZLICH keinen Sinn, Schulden mit Schulden zu tilgen! Aber, wie das im Leben immer so ist: Es gibt durchaus sinnvolle und vernünftige Ausnahmen. So macht - aus meiner Sicht - die von Deinem Freund angestrebte Umschuldung hin zu einem wesentlich günstigeren Kredit nur dann Sinn, wenn: 1.) Es sich bei dem jetzigen Kredit (diese teuer aufgenommenen 16.000,- €) tatsächlich um die einzigen Verbindlichkeiten/Kredite (auch Versandhäuser etc.!!) handelt. 2.) Der neue Kredit bei einem seriösen Kreditinstitut aufgenommen wird.
Die Kündigung des alten Kredites sollte aber nur erfolgen, wenn der neue (günstigere) Kredit bewilligt ist. Denn Dein Freund hat immer noch 14 Tage Zeit, den neu aufgenommenen Kredit zu kündigen - natürlich hat er dann auch den Kredit noch nicht in Anspruch genommen; das vermeidet eine Doppelverschuldung bzw. den Effekt von 2 Krediten und damit die totale Insolvenz.
Bei der Kündigung des alten Kredites gibt es grundsätzlich 2 Wege: 1. Einvernehmlich mit dem Kreditinstitut. 2. Die harte Tour, die aber auch ein bisschen Nerven verlangt: Den Kredit nicht mehr Bedienen, was zur Kündigung und Fälligstellung der Gesamtsumme seitens der Bank führt. Diese Gesamtsumme kann Dein Freund mit dem o. g. neuen Kredit ablösen.
Dein Freund muss aber ehrlich zu sich selbst sein, wenn da noch irgendwo andere Verbindlichkeiten zu bedienen sind, was immer es auch sei, macht diese ganze „Umschulderei“ überhaupt keinen Sinn, dann ist es Zeit für die Schuldnerberatung/das Insolvenzverfahren. Dabei darauf achten, das sich Dein Freund an eine nach der Insolvenzordnung anerkannten Beratungsstelle wendet.
Viel Glück!
Jens
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die erste Geschichte hört sich unseriös an und jetzt heißt es
sehr gut aufpassen und nicht noch tiefer in etwas
reinzugreifen, was braun, feucht und warm ist.
Hm, ich weiss net, es handelt sich bei dem Kreditgeber im ersten Fall um ein Institut aus den Top 5 der internationalen Bankenwelt…
Meinst Du, in diesem Fall wäre die Privatinsolvenz der geeignetere Weg? Ich habe mich leider (oder zum Glück) noch nicht näher mit dem Thema auseinander gesetzt und kann daher die Konsequenzen noch nicht in vollem Umfang überschauen. Kannst Du mir da vielleicht ein wenig auf die Sprünge helfen?
kann dir evtl. weiterhelfen - ich sehe die ganze sache nich so schwarz. und was hat ne alo-vers. und ´ne restschuldversicherung mit unseriös zu tun! mein rat: dein bekannter soll mit seinen unterlagen einfach mal ´ne normal niedergelassene bank aufsuchen. dort kann ich dann nur ehrlichkeit empfehlen. (ich „verkaufe“ selber in ´ner bank solche privatkredite). und dass die kosten für die versicherungen auf den krditbetrag aufgeschlagen werden ist völlig normal!
die kohle bekommt man aber bei ablösung anteilig wieder zurück! also ist eigentlich nur die bearbeitungsgebühr weg (auch ganz normal).
und sicherheiten wollen die banken auch keine - nur ein regelmäsiges gehalt (das ist aber wichtig)
helfe dir gerne noch weiter - schreib noch mal wenn du magst!
christian
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