Hallo zusammen,
da ich mit dem Thema selbst noch nie zu tun hatte, war ich heute ziemlich überrascht über die Aussage eines Steuerberaters, der da meinte, dass Ratenzahlung vom Finanzamt nur dann gewährt würde, wenn nachweislich sämtliche Kreditmöglichkeiten ausgeschöpft und jegliche liquiden Mittel bereits eingesetzt worden wären.
Ich habe bislang eigentlich eher von einer recht großzügigen Handhabung des Themas gehört und entsprechendes auch Mandanten mitgegeben, wenn es um Teilzahlungen großer Beträge in ordentlicher Ratenhöhe und geringe Ratenzahl ging (also z.B. € 10.000,-- in zehn Raten a € 1.000,-- oder sogar fünf Raten a € 2.000,–). Negative Rückmeldungen habe ich von Mandanten dazu nie bekommen.
Ich stelle mir das gerade insbesondere bei Freiberuflern und Selbständigen mit teilweise extrem variablen monatlichen Verdienst vor, wenn da jemand gerade € 10.000,-- kassiert hat, und davon erwartungsgemäß die nächsten drei oder vier Monate leben muss, bis wieder eine größere Summe reinkommt, wenn er die dann, da gerade vorhanden, sofort und in einer Summe zahlen soll. Kann ja wohl nicht ganz im Sinne der Volkswirtschaft sein, wenn der dann die nächsten drei Monate zum Sozialamt rennen und in der Zeit Auto stillegen und Lebensversicherung beitragsfrei stellen müsste. Wenn klar ist, dass die Knete kommt, und zwar kurzfristig, die ggf. überraschend hohe Summe aber das Maß dessen übersteigt, was man so an freien Reserven hat, kann man doch niemand zum temporären Sozialfall machen. Trotz geregeltem Leben kann es ja schließlich mal sein, dass zusätzliche Kredite z.B. angesichts laufender Immobilienfinanzierung, … nicht in Frage kommen.
Wie gesagt, wir reden hier nicht davon, dass jemand einfach gerne Dinge trotz Finanzierungsmöglichkeiten im normalen Rahmen auf den Sanktnimmerleinstag schieben will.
Gruß vom Wiz
