Weil es angesprochen wurde. Meine Frage:
Was machen die eigentlich?
- Zeitunglesen, sich Bilanzveröffentlichungen bestellen und ihre Intuition spielen lassen, oder
- überfallartig Papiere und PCs konfiszieren und auswerten, oder
- irgendwas so dazwischen.
- Haben AGs eine Pflicht, bestimmte Dokumente an Rating-Agenturen offenzulegen, in der BRD, in den USA?
LG
Gitta
Guten Tag Gitta,
Sie haben bereits einen Teil der Antworten vorweggenommen.
Genau so läuft das. Bilanzen, Geschäftsberichte, Zeitung etc.
Natürlich auf hohem Niveau. Das Niveau ist dermaßen hoch, dass man als
Außenstehender den Boden unter den Füßen verliert.
Und dann kommt natürlich noch das futuristische Element hinzu.
Menschen aller Zeiten haben sich bei der Einschätzung ihrer
eigenen Zukunft immer darauf verlassen, was kundige Männer und Frauen
aus dem Vogelflug, den Innereien von Ochsen oder der Anordnung von
Holzstäbchen nach dem Fall herausgelesen haben. So ist das auch heute noch. Vielleicht weniger unter Zuhilfenahme von Geflügel oder Großvieh.
Dafür wird geraten. Und das Geratene anhand von uneinsehbaren
bzw. willkürlichen Kategorien und Mustern mit vermeintlicher
und auch wirklicher Wissenschaftlichkeit vermengt. So dass am Ende
das Geratene zum Gerateten mutiert. Das funktioniert immer. Und alle
sind zufrieden.
Gruß
Günther
die scheinen nur in die Glaskugel zu gucken, die raten jemand mit Triple A, der 4 Wochen später pleite ist und schieben das dann auf eine defekte Glaskugel 
Wallflower
Hallo,
Was machen die eigentlich?
Zugegeben, in Zeiten wie diesen ist die Frage durchaus berechtigt. Rating-Agenturen standen aber bereits lange vor der FM-Krise in der Kritik. Anknüpfungspunkt war dabei regelmäßig die oligopolistische Marktstruktur. Es gibt also nur wenige Rating-Agenturen (RA), aber viele „Nachfrager“ (nach deren Informationen).
Die RA werden in der Mehrheit der Fälle nach Erteilung eines Auftrags tätig und sind privatrechtlicher Natur. Hier besteht auch ein zentrales Glaubwürdigkeitsproblem.
Sie werten dann in der Tat sämtliche verfügbaren Informationen finanzieller und auch nicht finanzieller Art aus. Dabei können Sie oftmals auch direkt auf die Unternehmensdaten zurückgreifen. Dies insb. vor dem Hintergrund, als das ein „gutes Rating“ auch Marketingmittel sein kann. So lassen sich Unternehmen „raten“, um ein Zeichen zu setzen. Dann werden der Agentur natürlich informationen zur Verfügung gestellt. Die Frage ist nur, wie der dann stattfindene Auswertungsprozess durch die Agentur vor dem Hintergrund der privatrechtlich geschlossenen Vereinbarung sowie dem nicht minder ausfallendem Honorar zu bewerten ist. Gerade im Falle der Subprime-Papiere die ja auch als „sicher“ bewertet wurden, ist diese Frage zulässig.
Letztlich war es immer schon so, dass sich die Agenturen nicht in ihre Bewertungsmethoden schauen lassen. Es wird in diese Richtung nur sehr sehr wenig bekannt gemacht. Wie man jetzt zu einer bestimmten Aussage kommt, worauf sie basiert, das bleibt in aller Regel ein Geheimnis der RA.
VG
Sebastian