Rating:Messung der Ertragskraft bei Standard&Poor

Ich habe folgendes gerade in einem Buch gelesen:
Die Ertragskraft spiegelt sich in Gewinnmargen und zu erzielenden Renditen wieder, die für Kapitalbindung und Investorenattraktivitöt erforderlich sind. S&amp:stuck_out_tongue_winking_eye: verwendet dabei eine Reihe von Finanzkennzahlen, die um erfolgsbeeinflussende Maßnahmen der Bilanzpolitik bereinigt werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der letzten fünf Geschäftsjahre. Für die Frage der Sicherung des Ertragswachstums werden Planzahlen vin zwei bis drei Jahren herangezogen. Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören die Umsatzrentabilität, die Eingenkapitalrentabilität, die Gesamtkapitalrentabilität, der Diversifizierungsgrad sowie bilanzpolitische Auswirkungen

Die verwendeten Finanzkennzahlen scheinen öffentlich zugängig zu sein. Zumindest erweckt der Autor den Eindruck. Ich frage mich nur, wo die stehen bw. welche das sind. Hab beim googln nichts gefunden. Weiß jemand mehr?

Grüße

Hallo,

Die verwendeten Finanzkennzahlen scheinen öffentlich zugängig
zu sein. Zumindest erweckt der Autor den Eindruck. Ich frage
mich nur, wo die stehen bw. welche das sind.

meinst Du so etwas:
http://aldebaran.devinci.fr/~braoueze/rating_ratios.pdf

Hab beim googln
nichts gefunden.

http://www.google.de/search?q=standard+poors+rating+…

Gruß,
Christian

Hallo,

Die verwendeten Finanzkennzahlen scheinen öffentlich zugängig
zu sein. Zumindest erweckt der Autor den Eindruck. Ich frage
mich nur, wo die stehen bw. welche das sind. Hab beim googln
nichts gefunden. Weiß jemand mehr?

  1. Hier solltest Du Dich auch einmal umsehen:

http://www2.standardandpoors.com/servlet/Satellite?p…

  1. Nochmehr als auf den Seiten der Rating Agenturen dürftest Du aber in Fachaufsätzen finden, die in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Wenn Du studierst, dann ist Dir der Zugang dazu an einer vernünftigen Uni sicher möglich.

Die Zeitschriften:

„Der Betrieb“
„Betriebswirtschaftliche Forschnung und Praxis (BFuP)“
„Die Wirtschaftsprüfung“
„Betriebs-Berater (BB)“
„Zeitschrift für Betriebswirtschaft (ZfB)“
„Schmalenbach Business Review (SbR)“

Das sind ausschließlich deutschsprachige Quellen - bis auf SbR. Angelsäsische Veröffentlichungen gibt es noch öfter. Allerdings werden zu Forschungszwecken in Deutschland momentan eher deutsche Aufsätze herangezogen.
Rating Agenturen sind seit ThyssenKrupp stark ins Visier der Kritiker gerutscht. Vielfach wird seitens der Wissenschaft unterstellt, die drei Großen Agenturen - vor allem S+P- würden zu sehr amerikanische Interessen vertreten und demnach Einfluss auf die Kapitalmärkte nehmen (wollen).

Viele Grüße
TraderS

Danke für die Antwort, hat mir schonmal weitergeholfen (gilt auch für die von exc).
Aber sag mal, was war denn mit Thyssen und Ratingagenturen?

Danke für die Antwort, hat mir schonmal weitergeholfen (gilt
auch für die von exc).
Aber sag mal, was war denn mit Thyssen und Ratingagenturen?

Im Feb. 2003 hat S+P sein Vorgehen bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen geändert. Das hatte dann zur Folge. Danach wurden die Pensionsrückstellungen neuerdings vollständig dem FK zugeordnet, was dann eine erhöhte FK-Quote zur Folge hatte. Man sah eine erhöhte Insolvenzwahrscheinlichkeit (da ThyssenKrupp sehr hohe Pensionsrückstellungen hatte) und somit kam es zu einem Downgrade. Thyssen Krupp verlor sein Investmentgrade (besagt, dass noch ausreichend Bonität da ist). Die Anleihen von TK wurden damit Junk Bonds, also die schlechteste Kategorie. Hatte natürlich auch massive Einflüsse auf den Kurs der Anleihe. Allerdings hat sich S+P ein halbes Jahr später dann doch selbst widersprichen, also TK in Fragen der Bewertung mit einem positiven Ausblick für zukünftige Bewertungen belegt wurde. War alles schon recht merkwürdig. Man sagt übrigens, dass das Vorgehen von Moody’s in solchen Angelegenheiten realistischer ist.

Viele Grüße
TraderS

Hallo,

Im Feb. 2003 hat S+P sein Vorgehen bei der Bewertung von
Pensionsrückstellungen geändert. Das hatte dann zur Folge.
Danach wurden die Pensionsrückstellungen neuerdings
vollständig dem FK zugeordnet, was dann eine erhöhte FK-Quote
zur Folge hatte. Man sah eine erhöhte
Insolvenzwahrscheinlichkeit (da ThyssenKrupp sehr hohe
Pensionsrückstellungen hatte) und somit kam es zu einem
Downgrade.

man sich wirklich fragen, was in den Köpfen der Analysten der Ratingagenturen vorgeht. Eigentlich müßte schon einem Studenten im zweiten Semester klar sein, daß Pensionsrückstellungen Zahlungsverpflichtungen gegenüberstehen (s. Definition v. Rückstellung).

Thyssen Krupp verlor sein Investmentgrade (besagt,
dass noch ausreichend Bonität da ist). Die Anleihen von TK
wurden damit Junk Bonds, also die schlechteste Kategorie.

Das ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Die Anleihen von TK wurden auf BB+ herabgestuft, was die erste Stufe unterhalb des Investmentgrades darstellt. Da drunter gibt es noch viele weitere Stufen, so daß TK ganz eindeutig nicht in „die schlechteste“ Kategorie eingestuft wurde. Mit Junk Bonds hat ein Rating von BB+ ganz sicher auch nichts zu tun.

Hatte natürlich auch massive Einflüsse auf den Kurs der
Anleihe.

Das habe ich etwas anders in Erinnerung. Nach einem Kursrückgang stiegen die Kurse sehr schnell wieder auf das vorherige Niveau an, u.a. weil sich die wirtschaftliche Situation von TK in den Jahren vor der Herabstufung tatsächlich sogar deutlich verbessert hatte.

Allerdings hat sich S+P ein halbes Jahr später dann
doch selbst widersprichen, also TK in Fragen der Bewertung mit
einem positiven Ausblick für zukünftige Bewertungen belegt
wurde.

Die Einstufung auf BBB- erfolgte Anfang 2005, also knapp zwei Jahre später.

Gruß,
Christian

Hallo,

Im Feb. 2003 hat S+P sein Vorgehen bei der Bewertung von
Pensionsrückstellungen geändert. Das hatte dann zur Folge.
Danach wurden die Pensionsrückstellungen neuerdings
vollständig dem FK zugeordnet, was dann eine erhöhte FK-Quote
zur Folge hatte. Man sah eine erhöhte
Insolvenzwahrscheinlichkeit (da ThyssenKrupp sehr hohe
Pensionsrückstellungen hatte) und somit kam es zu einem
Downgrade.

man sich wirklich fragen, was in den Köpfen der Analysten der
Ratingagenturen vorgeht. Eigentlich müßte schon einem
Studenten im zweiten Semester klar sein, daß
Pensionsrückstellungen Zahlungsverpflichtungen gegenüberstehen
(s. Definition v. Rückstellung).

Tja, diesen Analysten gab aber (vor 02/2003) vielleicht folgendes zu Denken:

Nimmt man einen Kredit auf, der unstrittig als FK bezeichnet werden kann, fließen finanzielle Mittel von außen in das Unternehmen. Die „FK-Aufnahme“ durch Pensionsrückstellungen finanziert sich aus dem Unternehmen heraus. Es fließt nichts von außen hinzu. Daher auch als „Innen-Fremd-Finanzierung“ bezeichnet.

Bei einem Kreidt ist es oftmals dann auch so, dass laufende Zahlungsverpflichtungen entstehen, während die Pensionsrückstellung über viele Jahrzehnte (bei den Anwartschaften) zu keiner Auszahlung führt. Dadurch wird ja gerade der Steuervorteil (die Steuerstundung) zementiert.

Jetzt haben wir schon 2 Aspekte, die einen 1:1 FK-Vergleich fragwürdig erscheinen lassen.

Pensionsrückstellungen werden in Steuer- und Handelsbilanz zwecks Bewertung einheitlich mit 6% diskontiert. „Normales FK“ hingegen wird oftmals entweder deutlich geringer oder deutlich höher abgezinst - eben auf Grund der marktgerechten Kalkulationszinssätze. Punkt 3.

Punkt 4. Die „Gläubiger“ einer Pensionsverpflichtung sind nicht berechtigt, vorher etwas aus dem Konstrukt zu verlangen. Damit werden die Ansprüche auf ein Minimum gesenkt und lassen die Mittel zur freien Verfügung der Unternehmen. Auch können die Angestellten durch die Tatsache, dass sie dem Unternehmen „einen Kredit“ gewähren keinen EInfluss auf die Geschäftspolitik oder Konditionenpolitik nehmen.

Man sieht also, wenn man mal etwas genauer hinsieht und sich nicht nur auf „alte“ Definitionen verlässt, dass es da durch aus unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt und sich ein weiteres „Nachdenken“ lohnt.

Pensionsrückstellungen sind FK, fragt sich nur ob sie zu 100% diesem zugerechnet werden sollten oder vielmehr drüfen.

Thyssen Krupp verlor sein Investmentgrade (besagt,
dass noch ausreichend Bonität da ist). Die Anleihen von TK
wurden damit Junk Bonds, also die schlechteste Kategorie.

Das ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Die Anleihen von TK
wurden auf BB+ herabgestuft, was die erste Stufe unterhalb des
Investmentgrades darstellt. Da drunter gibt es noch viele
weitere Stufen, so daß TK ganz eindeutig nicht in „die
schlechteste“ Kategorie eingestuft wurde. Mit Junk Bonds hat
ein Rating von BB+ ganz sicher auch nichts zu tun.

Das Rating für Unternehmensanleihen von TK wurde am 21.03.2003 um zwei (!) Stufen herabgesetzt und somit erhielten die Anleihen den Junk Bond Status. So auch im Gutachten von Prof. Gerke im Auftrag der TKAG nachzulesen. Dadurch hat der Fall ja erst diese hohen Wellen geschlagen. Du meinst sicher die Unternehmen Linde und Lufthansa, die davon ebenfalls betroffen waren, die aber anders als TK nicht um zwei sondern nur um eine (!) Stufe nach unten „geratet“ wurden.

Hatte natürlich auch massive Einflüsse auf den Kurs der
Anleihe.

Das habe ich etwas anders in Erinnerung. Nach einem
Kursrückgang stiegen die Kurse sehr schnell wieder auf das
vorherige Niveau an, u.a. weil sich die wirtschaftliche
Situation von TK in den Jahren vor der Herabstufung
tatsächlich sogar deutlich verbessert hatte.

Am 21.02.03 ist der Tageskurs der Anleihe von TK 6% unter dem Wert des Vortrages gewesen. Zeitweise waren es am Tag der Veröffentlichung 8%. Bis Ende März hat sich daran auch nicht viel geändert. Du musst bitte genau lesen, ich habe nicht von einem festen Zeitraum gesprochen, sondern von den Auswirkungen auf den Kurs durch die Bekanntgabe. Denn nichts anderes kann man aus meinem Satz schließen.

Viele Grüße
TraderS

Hallo,

Bei einem Kreidt ist es oftmals dann auch so, dass laufende
Zahlungsverpflichtungen entstehen, während die
Pensionsrückstellung über viele Jahrzehnte (bei den
Anwartschaften) zu keiner Auszahlung führt.

die Pensionsverpflichtungen entstanden erstmals in wesentlichem Umfang in den 70er Jahren, wenn ich mich recht entsinne, d.h. die ersten Auszahlungen laufen seit den 90ern. Insofern gibt es durchaus laufende Verpflichtungen. Hinzu kommt, daß die üblicherweise angesetzten 6% Diskontierungszinsatz bei weitem nicht ausreichen, um über die Verzinsung der angelegten Gelder (so überhaupt geschehen) zum Beginn der Auszahlung aus dem jeweiligen Vertrag einen entsprechenden „passiven Kapitalstock“ zur Verfügung zu haben. Somit müssen jährlich nicht nur die neuen Verpflichtungen eingebucht werden, sondern auch zusätzliche Erhöhungsbeiträge - oder man muß dann eine entsprechende Unterdeckung ausweisen wie z.B. GM.

Aus diesem Grunde ist nicht die Höhe der Rückstellungen der entscheidende Faktor, sondern die notwendige Liquidität. Ob jemand nun mit 6 oder 3% diskontiert, ist für die Erttragslage interessant aber nicht für die Frage, inwiefern das Unternehmen in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen.

Wie auch immer: Plötzlich auf den Trichter zu kommen, daß Pensionsrückstellungen doch irgendwie Fremdkapitalcharakter haben, ist schon irgendwie armselig.

Pensionsrückstellungen werden in Steuer- und Handelsbilanz
zwecks Bewertung einheitlich mit 6% diskontiert.

Steuerlich möglich sind Sätze von 3 bis 6%. Immer, wenn mir mal einer begegnet, der nicht 6% sondern vielleicht nur 5,5% ansetzt, neige ich schon dazu, in Jubelschreie auszubrechen.

„Normales FK“
hingegen wird oftmals entweder deutlich geringer oder deutlich
höher abgezinst - eben auf Grund der marktgerechten
Kalkulationszinssätze.

Wer zinst denn Fremdkapital ab?

Punkt 4. Die „Gläubiger“ einer Pensionsverpflichtung sind
nicht berechtigt, vorher etwas aus dem Konstrukt zu verlangen.
Damit werden die Ansprüche auf ein Minimum gesenkt und lassen
die Mittel zur freien Verfügung der Unternehmen.

Wie gesagt: Großer Irrtum. Die Höhe der Rückstellungen sagt nichts über die Verfügbarkeit der Liquidität aus. Ob überhaupt ein entsprechender Kapitalstock aufgebaut wird, ist von der Bildung der Rückstellungen völlig unabhängig.

Pensionsrückstellungen sind FK, fragt sich nur ob sie zu 100%
diesem zugerechnet werden sollten oder vielmehr drüfen.

Unbestritten, nur hätte man darauf schon eher kommen können.

Das ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Die Anleihen von TK
wurden auf BB+ herabgestuft, was die erste Stufe unterhalb des
Investmentgrades darstellt. Da drunter gibt es noch viele
weitere Stufen, so daß TK ganz eindeutig nicht in „die
schlechteste“ Kategorie eingestuft wurde. Mit Junk Bonds hat
ein Rating von BB+ ganz sicher auch nichts zu tun.

Das Rating für Unternehmensanleihen von TK wurde am 21.03.2003
um zwei (!) Stufen herabgesetzt und somit erhielten die
Anleihen den Junk Bond Status.

Stimmt immer noch nicht. BB+ ist nicht Junk Bond-Niveau, sondern unmittelbar unter Investment Grade. FAQ:851 Junk Bonds liegen im C-Bereich und meinetwegen im einstelligen B-Bereich.

So auch im Gutachten von Prof.
Gerke im Auftrag der TKAG nachzulesen.

Das Gutachten liegt mir nicht vor, aber nur weil da jemand auftrags ThyssenKrupp behauptet, daß TK nun im Junk Bond-Bereich geratet wird, ist das noch lange nicht richtig.

Gruß,
Christian

Darf ich mal fragen, warum du be google auch den Begriff „return“ benutzt hast?

Grüße
Thorsten

Darf ich mal fragen, warum du be google auch den Begriff
„return“ benutzt hast?

Weil „return“ Bestandteil diverser Kennzahlen ist (return on equity, return on investment, return on capital etc.) und ich dadurch die Trefferzahl reduzieren wollte.

Gruß,
Christian