Rating
Hallo,
allgemein soll ein Rating aussagen, wie wahrscheinlich ein Ausfall einer Forderung ggü. diesem Unternehmen ist. Es gibt bei den meisten größeren Unternehmen auch verschiedene Ratings, zum Beispiel nach Fristigkeit (lang-, kurzfristig, Art der Forderung (Anleihe, Commercial Paper) etc.
Die Ratingagentur betrachtet dabei einerseits harte Faktoren, d.h. Cash-Flow, Ertragskraft, Verschuldung, Qualität der Forderungen, aber auch sog. „weiche“ Faktoren, wie z.B. Marktstellung, Ausbildungsstand der Mitarbeiter, Bekanntheit der Marken usw. Außerdem fließen Branchendaten/-erkenntnisse ein, d.h. voraussichtliches Wachstum der Märkte, auf denen sich das Unternehmen bewegt, Zukunftsorientierung der Branche usw.
Bei Banken hat der o.g. Punkt der Forderungsqualität eine wesentliche Bedeutung, was nichts anderes heißt, als daß man sich anschaut, wie groß die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen ist. Ohne mit Einzelheiten langweilen zu wollen, ermittelt man dann eine kumulierte Kreditausfallwahrscheinlichkeit über den Gesamtbestand an Krediten.
Und wenn ich nicht Fehlinformationen aufgesessen bin, ist nicht zuletzt dies ein Grund dafür, warum das Rating der Comba abgestuft wurde. Allerdings - und da bin ich mir ganz sicher - werden die Ratings vieler anderer Banken dieses Jahr folgen.
Die Konsequenz davon hat Ivo schon genannt: Die Commerzbank wird zukünftig einen höheren Risikoaufschlag zahlen müssen, wenn sie sich Geld leiht (leider wird dies kaum bedeuten, daß die Guthabenzinsen für Privatkunden steigen werden). Eine derartige Abstufung bedeutet einen Risikoaufschlag von 0,15-0,25 %. Dieser Aufschlag wird v.a. von Anleihegläubigern verlangt, da es ja um das Rating für langfristige Verpflichtungen geht.
Gruß
Christian