Ratiograstim, 48 Mio. I.E. / 0,8 ml

Hallo Onkologen bzw. Sachkundige in diesem Bereich,

im Rahmen einer Chemo (Mammakarzinom) einer Bekannten musste ich heute eine Sprize Ratiograstim setzen (sie selbst will’s nicht machen). Das ist mir leider misslungen, die scheiß Kappe ist zwar abgegangen, aber die Spritze ist mir aus der Hand gefallen und die Nadel hat den Bodenteppich berührt. Somit- mein Gedanke- war die Spritze unbrauchbar, und ich habe sie entsorgt.
Dann habe ich bei der onkologischen Praxis angerufen, die hatten erst mal keine Zeit, wussten aber (tolle Info) sofort, dass die Spritzen teuer sind.
Aha. Ich im Netz nachgeschaut und siehe da: 945 Euro für 5 Spritzen, also 200 Euro in den Sand gesetzt (mein Problem?!).
Mir so gesehen auch erst mal scheißegal.
Ich habe ihr eine andere aus der Packung gesetzt, leider - und damit zu meiner Frage- habe ich nicht mehr drauf geachtet, dass die Spritze eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank soll und habe es ihr kalt gegeben. Ist das von Belang?
Um baldige Antwort wird gebeten!

Es grüßt

Wilfried

Hallo Wilfried,

dass die Spritze eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank soll und habe es ihr kalt gegeben. Ist das von Belang?

Wer hat dies denn gesagt?

Im Waschzettel kann ich keinen Hinweis daraufhin ersehen.

http://www.pharmazie.com/graphic/A/46/0-91346.pdf

Lediglich die Kühlkette bei der Lagerung sollte nicht unterbrochen werden!

Wenn Du Dir trotzallem unsicher bist, ruf doch direkt beim Hersteller an, da bekommst Du sicherlich am schnellsten eine fachliche Antwort.

LG M.

Hi,
die Spritze sollte man deshalb aus dem Kühlschrank nehmen weil die Injektion von kalter Flüssigkeit bei einem etwas empfindlicheren Menschen weh tun kann.

Wenn ihr euch nicht so sicher fühlt was die Verabreichung der Spritze angeht - entweder damit zum Hausarzt gehen oder der Onkologe verschreibt die Verabreichung der Spritze durch eine Pflegefachkraft der Sozialstation.

Viele Grüße und alles Gute

Susanne

Hallo Sue,

danke für dein Posting.

die Spritze sollte man deshalb aus dem Kühlschrank nehmen weil
die Injektion von kalter Flüssigkeit bei einem etwas
empfindlicheren Menschen weh tun kann.

Okay, ist also so gesehen alles gut gegangen. Tags darauf hatten wir das verdammte Problem, dass mir die Spritze auf den Teppich gefallen ist. Ich dachte, dass damit die Spritze unbrauchbar ist, ist es ja eine Einwegspritze.
Wir haben die Spritze entsorgt, es gab ein Theater mit der onk. Praxis, weil wir uns eine „neue Nadel“ hätten besorgen müssen.

Wenn ihr euch nicht so sicher fühlt was die Verabreichung der
Spritze angeht - entweder damit zum Hausarzt gehen oder der
Onkologe verschreibt die Verabreichung der Spritze durch eine
Pflegefachkraft der Sozialstation.

Das wäre wohl von Anfang an das Richtige gewesen, scheint mir.

Viele Grüße und alles Gute

Danke!

Es grüßt

Wilfried

Hi,
die Mitarbeiter in der onkologischen Praxis brauchen gar kein Geschrei machen.
Offensichtlich haben sie euch die Vorgehensweise beim Spritzen nicht richtig erklärt - dazu gehört nämlich auch, dass man darüber spricht was alles nicht klappen kann und wie man sich dann verhält.
Eine Idee wäre es vielleicht auch noch sich mal ganz grundsätzlich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden.

http://www.frauenselbsthilfe.de
http://www.mamazone.de

Hier bekommt man viele Informationen die bei Arztgesprächen einfach untergehen oder Klinik und Praxis schlichtweg auch nicht bekannt sind.

Viele Grüße
Susanne

[MOD]Links klickbar gemacht

Hallo Sue,

danke für deine freundlichen Worte.

die Mitarbeiter in der onkologischen Praxis brauchen gar kein
Geschrei machen.
Offensichtlich haben sie euch die Vorgehensweise beim Spritzen
nicht richtig erklärt - dazu gehört nämlich auch, dass man
darüber spricht was alles nicht klappen kann und wie man sich
dann verhält.

Ja, man kommt sich schon etwas merkwürdig vor. Und: Ja, ich denke, die Aufklärung in der onkologischen Praxis war alles andere als ausreichend. So habe ich denn selbst - glaube ich zumindest erst mal- herausgefunden, dass es schlicht und ergreifend überhaupt nicht möglich ist, die „Nadel zu wechseln“ von einer Ratiograstim- Spritze. Ich habe zumindest - nach Gebrauch natürlich- selbst mit einer Kombizange und Aufbieten von ziemlich viel Kraft es nicht fertiggebracht, die Nadel aus der Spritze (immerhin ja auch als Einwegspritze deklariert) zu entfernen. Die scheint mir fest mit dem umgebenden Glas verbunden zu sein.
Vielleicht muss man das Ding mit einer speziellen Gerätschaft herausdrehen? Das will und kann ich nicht beurteilen.
Nur: Wenn das Ding auf den Boden fällt, will ich’s nicht mehr der Bekannten in den Bauch rammen. So viel sagt mir wohl doch richtigerweise mein medizinisches Laienverständnis. Na ja, egal, die Praxis, nachdem sie genug Schuldzuweisungen betrieben hat, hat uns dann - zu gnädig- eine neue Spritze angeboten. Es war zwar nicht ganz die gleiche Dosis (30 Mio statt 48 Mio), aber was soll’s. Für den Kassenpatienten immer nur das Beste :wink:.

Eine Idee wäre es vielleicht auch noch sich mal ganz
grundsätzlich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden.

http://www.frauenselbsthilfe.de
http://www.mamazone.de

Gute Idee, danke für die Links.

Hier bekommt man viele Informationen die bei Arztgesprächen
einfach untergehen oder Klinik und Praxis schlichtweg auch
nicht bekannt sind.

Ich hatte auch schon dran gedacht, mit einem MP3- Stick diese „Arztgespräche“ aufzuzeichnen, nicht primär, um den Arzt an die Karre fahren zu können, sondern vor allem deswegen, damit man es sich nochmal in Ruhe zu Hause anhören kann und- na ja, auch dies- evt. dann mit Sicherheit auch sagen kann: Nein, darüber ist kein Wort gefallen. Fraglich ist dann natürlich, ob der Arzt sich gefallen lassen muss, dass man dererlei Aufnahmen macht. Ich fürchte, dass man das zwar machen kann, aber nur dann, wenn man die Schnauze drüber hält. Der beste Arzt ist doch noch immer der, den man nicht braucht.

Es grüßt

Wilfried