Rattengitft gegen Hunde

Hallo,

uns ist heute zu Ohren gekommen, dass auf einer typischen Hunde-Runde Rattengift verstreut wurde.

Eine Gans, die als Haustier im Garten gehalten wurde, ist diesem Zeug bereits zum Opfer gefallen. Wie kann man verhindern, dass der Hund so etwas aufnimmt? Wenn es dennoch passiert, woran merkt man es? Kann man etwas tun?

Haben sowas noch nie erlebt, sind daher ziemlich ratlos. Aber es ist eben unsere Runde…

LG und vielen Dank-.

Hallo Claudia,

wenn Du nicht siehst, wie Dein Hund Rattengift frisst, merkst Du Symptome erst, wenns schon arg spät ist, das ist eben so entwickelt, weil Ratten das Zeugs nicht aufnehmen würden, wenn sie einen Rattenkumpel beim Fressen krepieren sehen würden.

Rattengifte sind soweit ich weiß entweder Blutgerinnungshemmer oder Nervengifte. Symptome: typisch sind Blutungen, auch aus kleinen Wunden oder am Zahnfleisch, Blut im Urin/Kot. Außerdem kommt vor: starkes Hecheln, Schleimhäute werden blass, vermehrtes Speicheln. Eventuell auch Mattigkeit bis zum Kollaps, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

was tun, wenn der Hund draußen was dubioses frisst? aus dem Maul nehmen, im Zweifelsfall in eine Tüte packen und dem Tierarzt zeigen. Ansonsten trainieren, damit der Hund draußen erst gar nichts aufnimmt.

was tun, wenn der Hund Rattengift gefressen hat? Sofort zum TA, wenn vorhanden Rattengiftverpackung mitnehmen. Der wird den Hund wahrscheinlich erbrechen lassen, damit das, was noch im Magen ist, schonmal aus dem Hund rauskommt. Wenn die Aufnahme des Giftes schon so lange her ist, dass der Hund tatsächlich anfängt zu bluten, gibts - wenn ich mich richtig erinnere - ähnlich wie beim Menschen in der Situation Vitamin K. Aber das wissen die Profis bestimmt besser.

Zum Schluss noch das selber Erlebte: meine Hündin Maya brach eines Tages aus dem Grundstück aus, auf dem wir damals gewohnt haben, und stand 5 Minuten später mit etwas, was so aussah wie ein eingepackter Schokoriegel, vor dem Gartentor. Ich dachte „ok, erstmal reinlassen, hier drin kann ichs ihr leichter abnehmen als draußen.“ Tor auf, Hund rein, Hund ans andere Ende des Gartens gerannt (ziemlich weit), Riegel aufgerissen, Riegel verspeist. Dachte ich „ok, heute erledigen: 1. Zaun kontrollieren, wo sie das Loch gefunden hat 2. besser trainieren 3. mal nachkucken, obs ein Milka- oder ein Marsriegel war.“ Mit dem letzten Punkt hab ich angefangen, und die Plastikverpackung verriet mir, dass es nicht Schokolade sondern Rattengift war, was sie da verspeist hat, und zwar 50g. Ich hab meine Tierklinik verständigt, hab den Hund und die Verpackung mitgenommen, der Arzt hat Maya zum Erbrechen gebracht, was ich in einer Tüte eingesammelt hab, daraus hat er das noch erkennbare Gift rausgesammelt und gewogen, um zu sehen, wieviel wirklich weiter in den Organismus gelangt ist. Das war glücklicherweise nicht allzuviel. Dann sollte ich Maya noch 1g Kohle/kg Körpergewicht füttern, um Reste zu binden, sprich 25g Kohle. Das ist ne ganze Menge, geht aber in Vanillejoghurt… Sie hat keine weiteren Symptome gezeigt und konnte erstaunlicherweise trotz der Kohle ganz normal Kot absetzen.

Liebe Grüße und im Zweifelsfall Hund an der Leine lassen in dem Gebiet!
Anna

Anfänglich sind die Symptome einer Vergiftung mit Rattengift ähnlich denen eines normalen Magen-Darm-Infekts: Erbrechen, Durchfall, Abgeschlagenheit, daher kann es passieren, dass ein Tierarzt nicht sofort die Diagnose „Vergiftung“ stellt. Sofern der Halter nicht bereits weiß, dass Gift aufgenommen wurde. Erschwerend kommt die zeitliche Differenz zwischen der Aufnahme des Giftes und ersten Symptomen hinzu.
Charakteristisch für eine Vergiftung im Gegensatz zu einem Infekt ist allerdings ein Abfall der Körpertemperatur.
Daher sollte man diese bei einem eher ungewöhnlichen Verlauf eines anfänglich als Infekt diagnostizierten Krankheitsbildes besonders im Auge behalten.
Im Falle einer Vergiftung ist zudem mit massiv erhöhten Leberwerten zu rechnen.
Wie bereits ebenfalls erwähnt, sollte dann sofort Vitamin K1 gegeben werden, in hoher Dosierung.

Vermeiden, dass ein Hund vergiftete Köder aufnimmt, kann man eigentlich nur, wenn man ihm beibringt, rein gar nichts vom Boden auf zu nehmen. Aber selbst wenn das unter Aufsicht klappt - eine Garantie, dass er sich auch in unbeobachteten Momenten daran hält, gibt es nicht.