Hallo.
Ich habe vor ewiger Zeit einmal ein Gedicht gelesen, in dem es um eine Raubkatze in einem Käfig geht und darum, wie sich das arme Tier fühlt.
Es muß sich um einen Klassiker handeln.
Ich kann mich nurnoch schemenhaft an einzelne Sätze erinnern.
z.B.
Sein Blick ist vom vorübergehen der Stäbe müde geworden…
Dann geht ein Bild hinein und hört im Herzen auf zu sein…
Wer kann mir sagen, von wem das ist und wie es heißt?
Lieber Gruß Anja
Achtung, bei dem „Panther“! Das Gedicht wird unglaublich oft falsch interpretiert, da es nicht richtig gelesen wird. Rilke ging es beim Verfassen dieses Gedichts nicht um Tiere, sondern um Menschen, die sich in der neu entwickelten, technisierten Welt nicht mehr zurecht finden. Das Tier ist nur noch eine Maschine (oft behandeltes Thema dieser Zeit), die nichts mehr spürt und mit dem man folglich auch kein Mitleid haben muss. Es geht im Gedicht insbesondere auch um die Optik. Mit der Tierliebe Rilkes hat das Gedicht nur äusserst wenig zu tun.
Gerade der Kontext ist hier ausserordentlich wichtig und ich finde es schade, wenn Gedichte so missinterpretiert werden. Also Vorsicht!
nur mal so aus Neugier: woher stammt diese Interpretation - gibt es entsprechende Selbstaussagen Rilkes? Das ist bei Gedichten die einzige Quelle, die ich als Deutungsvorgaben akzeptabel finde.
ein Freund hat in seinem Deutsch Leistungskurs ein Werk von Dürrenmatt besprochen und einige SChüler kamen zu einer Interpretation, die der des Lehrers ziemlich konträr war.
Nun wollte es der Zufall, das kurze Zeit später eine Leung des Herrn Dürrenmatt in einer Nahbarstadt war und einige Teilnehmer des Kurses und der Lehrer fuhren dorthin.
Nach der Lesung konnten sie sogar mit ihm sprechen und legten beide Interpretationen dar.
Als Herr Dürrenmatt sie ghört hatte sagte er sinngemäß:
Interssant, aber beide falsch
Von ihm stammt auch der Sinnspruch:
Wenn ich die Herren und Damen Germanisten so höre, wie sie meine Werke interpretieren und Sinn darin legen, dann bin ich immer sehr von mir beeindruckt, was ich so alles denke, wenn ich schreibe.
Semiramis!
Das Gedicht wird unglaublich oft
falsch interpretiert, da es nicht richtig gelesen wird. Rilke
ging es beim Verfassen dieses Gedichts nicht um Tiere, sondern
um Menschen, […]
Anscheinend kenne ich NUR Falschinterpretationen dieses Gedichts, das ja im Titel den Zusatz „Im Jardin des Plantes“ (und damit den Hinweis auf den dortigen realen Panther) hat.
Ich habe es bisher für eines der Ding-Gedichte gehalten und meine, diese erste Schicht der Interpretation sei die richtige und gesicherte; alles weitere ist Spekulation.
[Da könnte man ebenso im „Karussell“ (im „Jardin du Luxembourg“) ein Abbild des Lebens sehen. Aber war es so gemeint?]
Könntest Du bitte mitteilen, wo in der Rilke-Literatur die von Dir vorgebrachte Auffassung des Gedichts vertreten wird?
Mit Dank und Gruß!
Hannes
Interessant!
Hallo.
Erstmal Danke für die Angabe des Gedichtes.
Es ist tatsächlich das, was ich gesucht habe.
Zu den Interpretationen muss ich als Laie allerdings sagen:
Wenn mir ein Gedicht gefällt, dann ist es mir eigentlich ziemlich egal, was sich da jemand bei gedacht hat. Ich denke, wenn man etwas anderes meint, dann soll man das auch so schreiben!
Für mich ist es eigentlich ganz klar, daß es sich tatsächlich um den Panther dreht und nicht um einen „industrialisierten Irrläufer“.
Wenn ein Gedicht so schön geschrieben ist, daß man mit dem Tier praktisch mitfühlt und am Ende fast versuchen mag, es zu befreien, dann brauche ich da nichts reinzuinterpretieren.
Lassen wir den Panther doch einfach Panther sein…
Gruß Anja
Jetzt geht’s uns aber ein bisschen wie den Leuten, die bei Karl Valentin aufs Feuerwerk warten: „erst langsam und dann immer schneller und schneller“ …
H.