Rauchen - egal wie viel?

Hallo!

Ich habe ab und an gehört und gelesen, dass das Risiko eine typische Raucherkrankheit zu erleiden, so gut wie unabhängig von der Menge der konsumierten Zigaretten ist. Ich bin medizinischer Laie und mir erscheint das nicht logisch. Jemand wie ich, der dreimal die Woche abends eine Zigarette raucht, macht sich doch weniger kaputt als ein Kettenraucher, oder?
Kann mir jemand o. g. Aussage erklären?

Schöne Grüße
Andrea

Hallo Talüü,

medizinisch gesehen ist Nikotin Gift für den Körper, egal ob es in kleinsten Mengen (z. B. 3 Zigarreten in der WOche) oder in dauerhaften Zustand (Kettenraucher > 20 Zigartten pro Tag) zugeführt wird. Deshalb können typischer Raucherkrankheiten eben unabhängig von der Menge des eingenommenen Nikotins auftreten. Sicherlich ist es möglich das solche Krankheiten bei einem der viel raucht schneller auftreten können als bei einem wenig Raucher. Gift ist Gift… Die Menge macht in diesem Fall leider keinen Unterschied!

Hallo,

man muss ja nicht immer glauben, was man mal ab und an so gehört hat. Ich jedenfalls kann mir auch nicht erklären, warum die schädigende Wirkung von Zigarettenrauch nicht mit der Dosis und Dauer der Aussetzung ansteigen sollte.

Gruß,
Lurchi

Hallo

vorweg: ich weiß auch nicht, was „ungesünder“ ist: regelmäßig und viel Rauchen oder nur gelegentlich.

Aber ich kann mir vorstellen, dass gelegentliches Rauchen nicht unbedingt weniger schädlich sein muss als starkes Rauchen:

Es kann Sättigungseffekte der Schädigung geben. Eine Zigarette kann reichen, die gesamte Lunge zu vergiften, so dass alle Zellen in den Alarmzustand schalten. Es kann dan in einem Teil der Zellen zur Apoptose führen, in anderen entstehen Mutationen. Es ist vorstellbar, dass die Zellen einige Tage brauchen, um wieder aus diesem Alarmzustand herauszukommen. Mehr Zigaretten ändern daran nichts mehr. Die Folgen sind in beiden Fällen ein ähnlich erhöhtes Risiko für Krebs, Fibrose und v.a. COPD.

Bei starkem Rauchen könnte es auch stärkere Anpassungsreaktionen des Körpers geben, welche den stärker schädigenden Effekt teilweise kompensieren.

Der Schädigungsverlauf könnte bei starken und gelegentlichen Rauchern ein anderer sein. Gelegenheitsraucher könnten viele Zellen immer wieder leicht schädigen, die aber überleben und so ein höheres Krebsrisiko bergen. Starke Raucher teeren sich hingegen Lungenbereiche gleich komplett zu, das Lungenepithel stibt eher ab, bevor es entartet. Das kann das Risiko für COPD erhöhen.

Insgesamt sind die Reaktionen der Lunge auf das Rauchen sehr komplex. Die Zellen der Lunge reagieren aktiv, Blutgefäße und Bronchien werden regelrecht umgebaut. Und gerade weil die Lunge aktiv mitspielt, geht die Gleichung „Viel schadet viel“ bzw. „Wenig schadet auch nur wenig“ nicht unbedingt so einfach auf, wie sie klingt.

Das sind aber alles nur Gedankenspiele von mir, um zu zeigen, dass die Aussage

dass das Risiko eine
typische Raucherkrankheit zu erleiden, so gut wie unabhängig
von der Menge der konsumierten Zigaretten ist.

nicht von vornherein falsch sein muss.

VG
Jochen

Hallo Jo!
Danke für die Antwort!

Es kann Sättigungseffekte der Schädigung geben. Eine Zigarette
kann reichen, die gesamte Lunge zu vergiften, so dass alle
Zellen in den Alarmzustand schalten. Es kann dan in einem Teil
der Zellen zur Apoptose führen, in anderen entstehen
Mutationen. Es ist vorstellbar, dass die Zellen einige Tage
brauchen, um wieder aus diesem Alarmzustand herauszukommen.
Mehr Zigaretten ändern daran nichts mehr. Die Folgen sind in
beiden Fällen ein ähnlich erhöhtes Risiko für Krebs, Fibrose
und v.a. COPD.

Ja, so was ähnliches hätte ich mir auch zusammen gereimt.
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass in der Broschüre was davon stand, dass für das statistische Risiko eher ausschlaggebend ist, in welchem Alter mit dem Tabakkonsum begonnen wurde und wie lange dieser schon andauert.

Ich hielt meine drei Zigaretten pro Woche für relativ unproblematisch, aber das laß ich mal lieber…

Schöne Grüße
Andrea

Hallo Andrea,

Ich hielt meine drei Zigaretten pro Woche für relativ
unproblematisch, aber das laß ich mal lieber…

Dann genieße die rauchfreie Zeit und die neue Unabhängigkeit! Und gönne dir für die gesparten 4-5€ im Monat ab und an einen guten Rotwein oder ein anderes Leckerli :smile:

Schöne Grüße
Jochen

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hallo,
kannmit Daten nicht aufwarten, die Erfahrung von inzwischen Tausenden Patienten legt nahe, je mehr desto schlimmer. Also eine klare Dosis-Wirkungsbeziehung. Irgendwer hat mal ausgerechnet, dass eine Zigarette das Leben um 15 min verkürzt. Statistische Spielerei sicher, aber die Tendenz passt wohl schon.
Ist aber ein Unterschied, ob ich an einem Tag eine Schachtel rauche oder sie aufesse. Das soll tödlich sein.
pp