ich hätte mal eine theoretische Frage an die Experten: Gibt es Richtwerte, ob und wieviel Nikotin und Alkohol während einer Schwangerschaft schädlich ist? Dies ist eine rein theoretische Frage, ich bin nicht schwanger, also bitte keine Belehrungen! Konkret gehts bei mir nur um eine Diskussion unter Freunden, jeder hat hier schon mal was anderes gehört.
Zu Nikotin z.B.: dass alle Statistiken, die sich mit Raucherbabies befassen, nur Mütter erfassen, die über 5 Zigaretten am Tag geraucht haben; alle die 1 - 4 Zigaretten rauchen, sollen als nicht rauchende Mütter gelten. Ist da was dran? Mir ist schon klar, dass es umso schädlicher ist, je mehr man raucht, aber kann man sagen, dass eine Schwangere, die täglich 1-2 Zigaretten raucht, ihrem Kind nicht messbar schadet? Oder ist schon eine Zigarette zu viel?
Zum Alkohol habe ich schon von Hebammen gehört, die Schwangeren zu einem Glas Sekt für den Kreislauf raten. Ist das O.K? Wäre z.B. 0,25 - 0,5 l Bier oder ein Glas Sekt/Wein am Tag noch o.k. oder ist auch hier jeder Tropfen ein Risiko.
Oder hängt es damit zusammen, in welchem Drittel der Schwangerschaft man sich befindet?
Hallo Birgit,
in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft gilt „Alles oder
Nichts“,
d.h. wenn man da zu excessiv lebt, wird es höchstwahrscheinlich zu
einer Fehlgeburt führen - wenn nicht, dann ist mit dem Baby
hoffentlich alles ok und man sollte SOFORT den Lebensstil ändern.
Zigaretten während der Schwangerschaft sind gefährlich, auch zum Ende
hin in den letzten Wochen. Und zwar nicht nur direkt für das Kind,
sondern auch für die Plazenta, die die Schadstoffe filtert und
schneller altert, wenn die Mutter raucht (auch passivrauchen ist
gefährlich). Dies kann zu einer Unterversorgung für das Kind führen
und auch zu einer Frühgeburt, da die Plazente nicht so lange „lebt
und arbeitet“ wie sie sollte. Eine Schwangere, die auch nur 4
Zigaretten am Tag raucht, wird gegen Ende der Schwangerschaft eine
weisse, frühzeitig gealterte Plazenta haben und es kann zum
Sauerstoffmangel beim Ungeborenen Kind kommen. Vielleicht wäre 1
Zigarette in der Woche noch vertretbar (obwohl mir bestimmt hier
viele widersprechen werden).
Das mit dem Gläschen Sekt habe ich auch gehört - zum Ende der
Schwangersschaft, bzw. wenn der Termin bereits überschritten ist,
kann man sich wohl ein Gläschen Rotwein oder Sekt gönnen (aber nur
eins!!!).
Wenn die Mutter stillt und es absolut nicht lassen kann zu rauchen
oder ein Glas Sekt trinken möchte, dann sollte sie das direkt NACH
dem Stillen tun und nicht kurz davor, da dann alle Schadstoffe noch
in der Milch stecken.
Wenn man das möchte das sein Säugling gleich nach dem es Mutter Erde entdeckt an Enzugserscheinungen (Nikotin,Alkohol) leidet nur dann kann man es machen.
Also Finger weg und auf diese Genussmittel verzichten.
Ein kleiner Text noch vom googlen:
Rauchen in der Schwangerschaft:
Obwohl die Säuglinge von rauchenden Müttern für gewöhnlich schwächer und kleiner zur Welt kommen, stellen 40% dieser Frauen während einer Schwangerschaft den Konsum von Tabak nicht ein.
Als Folge davon werden diese Kinder anfälliger für Allergien und Krankheiten, da ihr Immunsystem lebenslang gestört ist.
In einer aktuellen Untersuchung von Professor Töllner (Leiter der gynäkologischen Abteilung des Klinikums Fulda) konnten erstmals direkt im Fötus krebserregende Substanzen nachgewiesen werden („Deutsches Ärzteblatt 96“, Heft 33 , 20.August 1999).
Auch das Risiko, ein geistig behindertes Kind zur Welt zu bringen, ist bei rauchenden Müttern erheblich höher.
Hallo,
ich glaube, ihr versteht mich miss (bis auf chili vielleicht). Mir ist durchaus bewusst, dass Rauchen und Trinken während der schwangerschaft höchst unverantwortlich und gefährlich und wenn auch leider nicht strafbar, so doch sträflich ist. Mir gehts aber darum zu wissen, ob es sozusagen eine Bagatellgrenze gibt.
Ich habe die Aussage eines Frauenarztes noch im Ohr, der sagte, die ganzen Statistiken zu Raucherkindern (Asthma, Kindstod, Frühgeburt, allergierisiko …) beträfen Mütter die 5 Zigaretten oder mehr geraucht haben . Auch beim googeln habe ich, wenn überhaupt, zur Mengenangabe nur gefunden: „schon fünf Zigaretten pro Tag schaden dem Ungeborenen“. Heißt das umgekehrt, dass e i n e Zigarette am Tag unschädlich ist?
Genauso beim Trinken: Wäre es schädlich, z.B. ein Kölsch am Tag zu trinken oder schadet sogar schon eine Weinbrandbohne?
Dass die bedauernswerten Kinder von saufenden Schwangeren Missbildungen, Lernbehinderungen, Entzugserscheinungen etc. erleiden, sofern sie überhaupt überleben, ist mir dagegen durchaus klar.
Wie gesagt: Wo ist die Bagatellgrenze oder gibts die nicht??
Mir gehts aber darum zu wissen, ob es sozusagen
eine Bagatellgrenze gibt.
Heißt das
umgekehrt, dass e i n e Zigarette am Tag unschädlich ist?
Ganz einfach JA! Nehmen wir zunächst mal die erbgutschädigenden (mutagenen) Inhaltsstoffe einer Zigarette. Für diese Stoffe gibt es keine Grenzwerte ab welchem Maß sie eine Wirkung entfalten (weder beim „normalen“ Menschen, noch bei Mutter und Kind). Hier wird vom Gesundheitsschutz nur mit Risiken gerechnet. Jede Zigarette erhöht das Risiko. Kann natürlich sein, dass auch alles gut geht…
Kennt ja jeder, wenn man einen Raucher fragt hat der immer eine 90jährige Großmutter, die Kette geraucht hat und keinen Krebs bekommen hat- war letztendlich Zufall- andere sind Raucher sind eben doch dran gestorben und zwar häufiger als Nichtraucher.
Heißt auch mit einer Zigarette erhöht sich das Risiko des Kindes für eine Schädigung. Nehmen wir mal an nur minimal 0,000 001%, also 1 zu 10 Millionen. Nutzt dem Kind wenig, wenn es das eine von 10 Millionen ist, das den Schaden hat (auch wenn es total unwahrscheinlich war.
Genauso beim Trinken: Wäre es schädlich, z.B. ein Kölsch am
Tag zu trinken oder schadet sogar schon eine Weinbrandbohne?
Für Alkohol als Gift gibt es Grenzwerte, die liegen für Embryos und Föten wesentlich niedriger als für Erwachsene. Daher raten Mediziner auch dazu auf alkoholfreies Bier in größeern Mengen zu verzichten, da es immer noch einen Akoholgehalt unter 0,5% hat und das auch schon was ausmachen kann.
Zu Nikotin z.B.: dass alle Statistiken, die sich mit
Raucherbabies befassen, nur Mütter erfassen, die über 5
Zigaretten am Tag geraucht haben; alle die 1 - 4 Zigaretten
rauchen, sollen als nicht rauchende Mütter gelten. Ist da was
dran? Mir ist schon klar, dass es umso schädlicher ist, je
mehr man raucht, aber kann man sagen, dass eine Schwangere,
die täglich 1-2 Zigaretten raucht, ihrem Kind nicht messbar
schadet? Oder ist schon eine Zigarette zu viel?
Es gibt ein neueres Bewertungsschema zum Nikotin, welches das Risiko etwas genauer beschreibt -> „pack years“ nennt es sich.
Ist eine einfache Formel: (Anzahl der Packungen pro Tag) x (Raucherjahre)
Als Beispiel: a) jemand raucht 1 Packung pro Tag und das schon 10 Jahre lang -> 10 packyears
b) jemand raucht 1/4 Packung pro Tag (ca 5 Zigaretten), aber dies schon seit 40 Jahren --> auch 10 packyears.
Wie du siehst, ist das Risiko für beide gleich, auch wenn der eine nur wenig raucht!
Fazit:
Ob starker Raucher oder nur 1 Zig am Tag, ein Risiko ist immer da und auch EINE Zigarette pro Tag kann schon schädlich sein…
Daher raten Mediziner auch dazu auf alkoholfreies Bier in
größeern Mengen zu verzichten, da es immer noch einen
Akoholgehalt unter 0,5% hat und das auch schon was ausmachen
kann.
Dass alkoholfreies Bier bis zu 0,5% Alc enthalten darf ist schon merkwürdig, aber letzlich müssen wir auch Fruchtsäfte einbeziehen, die auch leicht mal diese Grenze erreichen! Die Gärung merkst Du nicht immer.