Rauchmelder - funkvernetzt

Hallo,

nachdem sich unsere Bauarbeiten nun dem Ende zuneigen, kann ich mich mal mit dem Thema Rauchmelder beschäftigen.

Zu den Gegebenheiten: insgesamt 4 Etagen mit folgender Nutzung:

  1. Etage: Keller, Waschküche, Heizung, Garage
  2. Etage: Wohnung 1 - Wohnzimmer mit Holzofen, offener Küchen- / Wohnbereich, Flur, Bad, Schlaf- sowie Büro/Gästezimmer
  3. Etage: Wohnung 2 - aber nur Wohnzimmer mit Holzofen, offener Küchen- / Wohnbereich, Gästezimmer, Büro, Toilette, offener Flur in die
  4. Etage: der Rest von Wohnung 2 - Schlafzimmer, Bad, Hobbyraum sowie ein 2. Wohnzimmer mit Pelletofen.
    Die Etagen 1-3 sind durch ein Treppenhaus mit Wohnungseingangstüren verbunden.

Sicherlich macht es in der Konstellation Sinn funkvernetze Rauchmelder zu verwenden zumal auch gerne spät abends die Waschmaschine angestellt wird.

Wie und wo verteilt man die Rauchmelder am besten? Muss in jedes Zimmer ein Rauchmelder? Braucht man für die offenen Küchen- / Wohnbereiche besondere Melder?

Ganz grob könnte ich mir folgende Verteilung vorstellen:

  • Waschküche
  • Wohnzimmer Wohnung 1
  • Schlafzimmer Wohnung 1
  • Wohnzimmer Wohnung 2
  • Wohnzimmer 2 Wohnung 2
  • Schlafzimmer Wohnung 2
  • Treppenhaus

Es handelt sich um Holzbalkendecken, ausgenommen die Decke zwischen Keller und Wohnung 1, diese ist gegossen. Macht das den Rauchmeldern Probleme?

Und falls es noch ausschlaggebend ist: Eigentum, Mehrgenerationenhaus.

Gruss,
Little.

Hallo!

Was sagt die Vorschrift (und der gesunde Menschenverstand) ?

Je Aufenthaltsraum 1 Melder. Und je Etage mind. 1 Melder im Flur.

Jeder Melder kann nur einen gewissen Bereich erfassen(Anleitung), deshalb brauchen große Räume 2 oder noch mehr Melder. Lange schmale Räume natürlich auch.
Normal ist mittig im Raum der richtige Platz, sollten dort Lampen sein, dann mind. halben Meter abrücken.
Grund :  Lampe kann Rauch vom Melder abschirmen, Spätauslösung.

In Küchen sollte man keinen Rauchmelder verwenden, sie neigen dort wegen der Kochdünste zu Fehlalarm. Ebenso im Bad.  Es gäbe dort als Alternative Brandmelder, die auf bestimmte Temperaturänderung reagieren. Muss nicht sein.  Man setzt Melder in den Flur vor solchen Räumen.

Vorschrift sagt aber nichts dazu. Es sind auch keine Räume in denen sich Menschen dauernd aufhalten. Den Schutz übernehmen dort Flurmelder.

Holzbalkendecken an sich haben hier keine Bedeutung.  Es sei denn es sind sichtbare Balken, also die Decke ist nicht eben und die Balken teilen die Decke in Felder ein.

Dann muss man den Melder entweder weit entfernt von Balken anbringen oder man montiert AUF einem Balken. Je höher die Balken desto eher muss man den Melder aus dem Deckenfeld herausheben.

Grund: Balken schirmen Rauch vom Melder ab, wenn der nicht senkrecht aufsteigt sondern sich seitlich dem Melder nähert. Spät-/Nichtauslösung wäre die Folge.

Sonderfall Dachschräge bzw. Dachspitze im ausgebauten DG, hier muss der Melder je nach Winkel deutlich abgesenkt aus Spitze montiert werden, 50 cm mind. 

Grund: Rauch kommt nicht in die Spitze !  Dort bildet sich ein rauchfreier Raum.

Funkmelder:

gute Sache, nur im Neubau hätte man schlicht die bessere Variante wählen sollen und ein Kabelnetz von Melderplatz zu Melderplatz verlegen lassen. Denn man kann geeignete Melder auch mit einer 2-Draht-Leitung untereinander koppeln. Vorteil: keine Funkprobleme, längere Lebensdauer der Batterien.

Im Keller ?
Sicher, es bringt Frühwarnzeit, wenn ein Melder im Hauswirtschaftsraum anspricht, weil Trockner brennt.
Bei der Alternative nur Treppenhausmelder ist Rauch bereits im Treppenraum bevor die Schläfer geweckt werden. Möglich, man kann Treppen schon nicht mehr nutzen zur Flucht.

Aber die Tür Treppenhaus/Keller sollte selbstschließend und rauchdicht sein. Ein Melder im dahinterliegenden Kellerflur reicht als Frühwarnung aus. Garagentür z. Keller ist sowieso eine vorgeschriebene T-30 Tür.

MfG
duck313

Hi Duck,

erstmal danke für deine ausführliche Antwort, ich sehe aber das wohl noch einige Erklärungen fehlen.

Was sagt die Vorschrift (und der gesunde Menschenverstand) ?

Was mir der gesunde Menschenverstand zur Verteilung sagt, hatte ich aufgeführt.

Je Aufenthaltsraum 1 Melder. Und je Etage mind. 1 Melder im Flur.

Und wie definiert sich Aufenthaltsraum? Im Gästezimmer ist man ja nicht dauerhaft, im Wohnzimmer / Küche dagegen schon öfters.

In Küchen sollte man keinen Rauchmelder verwenden, sie neigen dort wegen der Kochdünste zu Fehlalarm.

In beiden Wohnungen sind Küche / Wohnzimmer offen verbunden. Die Räume sind allerdings so groß, daß man beim kochen nicht alles einnebelt. Die Aufteilung ist wie folgt grob skizziert: https://imageshack.com/i/p7Rir3amj
Was kann ich da wohl benutzen?

Holzbalkendecken an sich haben hier keine Bedeutung.  Es sei denn es sind sichtbare Balken, also die Decke ist nicht eben und die Balken teilen die Decke in Felder ein.

Doch, Funk geht besser durch Holzbalken als Beton :wink: Mehr wollte ich damit nicht sagen.

Sonderfall Dachschräge bzw. Dachspitze im ausgebauten DG, hier muss der Melder je nach Winkel deutlich abgesenkt aus Spitze montiert werden, 50 cm mind. 

Gibt es nicht, Spitzboden ist winzig und nicht ausgebaut und dank Krüppelwalm mit Gauben ist im DG nur minimal Dachschräge und immer auf rund 4 m Breite eine gerade Decke.

Funkmelder:
gute Sache, nur im Neubau hätte man schlicht die bessere Variante wählen sollen und ein Kabelnetz von Melderplatz zu Melderplatz verlegen lassen. Denn man kann geeignete Melder auch mit einer 2-Draht-Leitung untereinander koppeln. Vorteil:keine Funkprobleme, längere Lebensdauer der Batterien.

Ich schrieb nix von Neubau, wir haben UMgebaut. Und da wäre ein Kabelnetz nur mit wirklich großem Mehraufwand drin gewesen
Gibt es Empfehlungen?

Im Keller? Sicher, es bringt Frühwarnzeit, wenn ein Melder im Hauswirtschaftsraum anspricht, weil Trockner brennt. Bei der Alternative nur Treppenhausmelder ist Rauch bereits im Treppenraum bevor die Schläfer geweckt werden. Möglich, man kann Treppen schon nicht mehr nutzen zur Flucht.

Wäre nicht so dramatisch, dank Grundstück in einem ehem. Steinbruch sind ebenerdige Fluchtwege vom Keller bis ins Dachgeschoss vorhanden :wink: Trotzdem würde ich in den Keller einen Rauchmelder setzen.

Gruss,
Little.

Hallo!

Aufenthaltsraum sind alle Räume, in denen man sich nicht nur zeitweise aufhält. Natürlich sind insbesondere Räume, in denen man schläft mit Meldern auszustatten.

Und ein Gästezimmer ist ein solcher Raum. Selbst wenn es oft leer steht.

Der Begriff stammt aus den Vorschriften zur Rauchmelderpflicht.

Nach der Skizze von Wohn/Essen/Küche würde ich mir die Küche in Höhe der Trennwand abgetrennt denken. Dann wird man wegen Form und Größe des Restraumes sicherlich 2 Melder brauchen. Überwachungsradius siehe Anleitung des Melders.

Wenn es in Küche kokelt, löst auch mal der nächstgelegene Melder in Essecke aus.
Er ist aber weit genug weg um nicht falsch auszulösen.

Letzter Test von Rauchmeldern der Stiftung Warentest war aus 1/2013.

Dort waren exemplarisch nur 2 Funkmelder dabei. Gut ein Modell für ca. 86 € von Hekatron „Genius Hx m. Funkmodul Basis.“ Nutzungsdauer mit Langzeitbatterie 10 Jahre.

Also ca. 9 € / Jahr und Gerät. Das ist i.d.R. gut 3 x so viel wie bei preiswerten, aber guten Einzelmeldern mit Langzeitbatterie.

Muss man sich überlegen, ob man alles mit Funkmeldern macht.

MfG
duck313