Raum Zeit Lichtgeschwindigkeit

Hallo,

ich befasse mich gerade mit der Relativitätstheorie.

Folgendes Beispiel (kennt ihr sicher):

Zwei Beobachter messen die geschwindigkeit des Lichts. Der eine bewegt sich mit zB. 100.000 km/s auf das Licht zu, der andere ruht. Beide kommen zum selben Ergebniss, 300.000 km/s.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum es so ist.
Wenn ich jetzt zB einen Zug, der mit 100 km/h fährt, mit 30 km/h entgegenfahre, kommt es mir so vor, als habe er eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Wenn ich mit mit 30 km/h in Fahrtrichtung des Zuges bewege, und er überholt mich, dann kommt es mir so vor, als fährt der Zug 70 km/h. Wenn ich stehe und der Zug fährt neben mir vorbei, dann messe ich 100 km/h.

Warum gilt das nicht für das Licht???
Wie kann ich mir das am besten vorstellen?

Wenn ich und mein Freund gleiche Uhren haben, die genau gleich laufen, und ich steige in ein Raumschiff und fliege 1 Stunde mit Lichtgeschwindigkeit während mein Freund auf der Erde bleibt, dann dürfte ja bei mir im Raumschiff die Zeit stehen gebleiben sein.

Warum aber bleibt die Zeit stehen? Warum läuft sie nicht genau so weiter, wie bei meinem Freund auf der Erde?

Wie kann ich mir am besten die 4-Dimmensionale Raum-Zeit vorstellen. Das mit dem 3 räumlichen Dimmensionen ist ja klar, aber wie sieht das mit der Zeit aus? Sie soll ja fix eingebunden sein. Das verstehe ich leider noch nicht.

Ich zerbreche mir schon eine Weile den Kopf darüber.

Bitte um Hilfe, will nicht, dass mein Kopf explodiert.

Danke im Vorraus

Hallo!

Tja, wenn das alles so einfach wäre…

Einstein hat mal gesagt, Bildung sei die Summe aller Vorurteile, die man bis zum 18. Lebensjahr erwirbt. Ein solches Vorurteil ist die Idee, dass Raum und Zeit eine universelle, also vom Betrachter unabhängige Bedeutung hätten.

Wenn es einem gelingt, sich von dieser Vorstellung zu trennen, dann ist das gesamte Gebäude der speziellen Relativitätstheorie in sich sehr logisch, aber es gibt kein Patentrezept dafür, wie man dieses intuitive (aber leider falsche) Wissen ablegen kann.

Mir haben Minkowski-Diagramme sehr beim Verständnis geholfen. D. h. man beschränkt sich auf ein Universum, in dem es nur eine räumliche Dimension gibt: vor oder zurück. Dann verläuft die Zeit sozusagen senkrecht dazu. Jeder Punkt in dieser zweidimensionalen Raumzeit verkörpert ein Ereignis. Sagen wir der Koordinatenursprung ist ein Bahnsteig um 24 Uhr Bahnhofszeit. Das Gleis stellt die x-Achse dar. die t-Achse läuft senkrecht dazu. Durch diesen Bahnhof fährt ein Zug. Ein Betrachter im Zug hat sein eigenes Koordinatensystem. Für ihn ist der Koordinatenursprung die Lokomotive um 24 Uhr Bordzeit. Wenn ich nun in dem Minkowski-Diagramm alle Punkte des Bahnhofs verbinde, wo sich die Lokomitive zu verschiedenen Zeiten befindet, erhalte ich die t’-Achse für den Lokführer, die gegenüber der t-Achse von mir leicht geneigt ist. Verbinde ich alle Ereignisse, die für den Lokführer gleichzeitig stattfinden mit einer Geraden, dann habe ich außerdem die x’-Achse. Was der Intuition nun widerspricht: die x-Achse und die x’-Achse fallen nicht zusammen; zu deutsch: Was ich für gleichzeitig halte, ist für den Lokführer nicht gleichzeitig. Warum ist das so? Stellen wir uns vor, dass am Anfang und am Ende des Bahnsteigs ein Blitzlicht steht, das genau um 24 Uhr Bahnhofszeit aufleuchtet. Dann erblickt der Lokführer natürlich das Licht zuerst, auf das er zufährt. Für ihn erfolgt das Aufleuchten also gar nicht zeitgleich. (Nach der klassischen Galileischen Physik würde der Lokführer schließen, dass sich das Licht von Lampe A schneller ausbreitet, als das Licht von Lampe B. Das widerspricht aber der Elektrodynamik un den Versuchen von Michelson und Morley: Licht breitet sich für jeden Beobachter mit der gleichen Geschwindigkeit aus.)

Das Ergebnis: Jedes Ereignis ist gekennzeichnet durch seinen Ort und seine Zeit. Die genauen Koordinaten hängen von der Lage der Koordinatenachsen ab (auf deutsch: vom Betrachter). Daraus lassen sich schon alle Teile der Relativitätstheorie ableiten: Lorentz-Kontraktion, Zeitdilatation, das Zwillings-Paradoxon, die Lorentz-Transformation, das Raumzeit-Intervall, die Begriffe „Vergangenheit“, „Zukunft“, „Gegenwart“ und „Anderswo“ bis hin zur Masse-Energie-Äquivalenz.

Um es konkreter auf Deine Frage zu formulieren: Es gibt keine Ursache für die merkwürdigen Phänomene der Relativitätstheorie. Dass wir sie als „merkwürdig“ empfinden, liegt an unserem falschen intuitiven Verständnis von Raum und Zeit.

(Mach Dir keine Sorgen: Keiner, wahrscheinlich nicht einmal Einstein selbst, fand es von vorneherein besonders naheliegend so zu denken. Aber man gewöhnt sich daran)

Michael

P.S.: Wenn Du der Beschreibung des Minkowski-Diagramms gefolgt bist, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass die Neigung der t’-Achse nichts anderes ist, als das Weg-Zeit-Diagramm der Lokomotive. Die Neigung ist um so größer, je größer die Geschwindigkeit der Lok ist. Viel weniger intuitiv nachvollziehbar ist die Neigung der x’-Achse. Das liegt an der Wahl der Maßstäbe für x und t. Im Minkowski-Diagramm ist die t-Achse in Sekunden geeicht (wie gewohnt), aber die x-Achse in Lichtsekunden. Eine Lichtsekunde ist 300.000.000 m lang. Die Lok müsste schon extrem schnell sein, dass man im Minkowski-Diagramm ihre t’-Achse tatsächlich von der t-Achse unterscheiden könnte!

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum es so ist.

das „warum“ ist in diesem fall uninteressant. es ist einfach so.

Wie kann ich mir das am besten vorstellen?

ganz einfach: stell dir vor, daß das licht, egal wie schnell du dich auch bewegst, immer mit der gleichen geschwindigkeit bei dir ankommt. tadaa, problem gelöst.

tatsächlich ist es so, daß die RT von diesem postulat ausgeht. die frage ist nicht, wieso das so ist oder wie das funktionieren kann, sondern man nimmt es einfach an, und daraus folgen dann sehr interessante dinge. und du tust dir nur deswegen schwer, es dir vorzustellen, weil du die erfahrung noch nie gemacht hast. aber mußt du mal auf die heiße herdplatte gegriffen haben, um es dir vorstellen zu können?

Hallo,

fülle mal bitte Deine ViKa aus.
Es ist ziehmlich mühselig jemandem eine Antwort zu komplzierten
phys. Gesetzmäßigkeiten zu geben, von dem man rein gar nix weiß
und dessen Bildungsvoraussetzungen völlig unbekannt sind.

Warum suchst Du die Antworten nicht erstmal in Internet.
Abhandlungen zur Rel.-Theorie gibt es sehr viele.

ich befasse mich gerade mit der Relativitätstheorie.

In welchen Zusammenhang? Interessierter Schüler 6Kl. oder
Physikstudent 1. Semester oder Facharbeiter vom Bau?

Folgendes Beispiel (kennt ihr sicher):
Zwei Beobachter messen die geschwindigkeit des Lichts. Der
eine bewegt sich mit zB. 100.000 km/s auf das Licht zu, der
andere ruht. Beide kommen zum selben Ergebniss, 300.000 km/s.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum es so ist.

Vorstellen, mit der für uns eingängigen klassischen Physik,
kann man das auch nicht so gut. Es liegt einfach außerhalb
unseres alltäglichen Erfahrungswissens.

Erstmal muß man zur Kenntnis nehmen, daß dieses Postulat von
der Konstanz der Lichtgeschw. messtechnisch vielfach bestätigt
wurde.
Auch die einfache Formel E = m * c² kann immer wieder
bestätigt werden.
Viel kann dann durch Formeln abgeleitet werden.
-> z.B. Lorentz-Transformation
http://de.wikipedia.org/wiki/Lorentztransformation

Wenn ich jetzt zB einen Zug, der mit 100 km/h fährt, mit 30
km/h entgegenfahre, kommt es mir so vor, als habe er eine
Geschwindigkeit von 130 km/h. Wenn ich mit mit 30 km/h in
Fahrtrichtung des Zuges bewege, und er überholt mich, dann
kommt es mir so vor, als fährt der Zug 70 km/h. Wenn ich stehe
und der Zug fährt neben mir vorbei, dann messe ich 100 km/h.
Warum gilt das nicht für das Licht???

Das mußt Du „Gott fragen“.

Da wird ein weiterer Begriff der Rel-Theorie eingeführt.
-> „Bezugssystem“
http://de.wikipedia.org/wiki/Spezielle_Relativit%C3%…

Wie kann ich mir das am besten vorstellen?

Durch Aneignen der mathematischen Modelle, die die Zusammenhänge
in relativistischen Dimensionen darstellen.
Die Modelle der klassischen Physik sind da einfach nicht mehr
gültig.

Gruß Uwi

Hallo Duke,

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum es so ist.

c ist konstant, dann muß etwas anderes variabel sein - und das ist in diesem Fall die Zeit und der Raum.

Wenn ich jetzt zB einen Zug, der mit 100 km/h fährt, mit 30
km/h entgegenfahre, kommt es mir so vor, als habe er eine
Geschwindigkeit von 130 km/h. Wenn ich mit mit 30 km/h in
Fahrtrichtung des Zuges bewege, und er überholt mich, dann
kommt es mir so vor, als fährt der Zug 70 km/h. Wenn ich stehe
und der Zug fährt neben mir vorbei, dann messe ich 100 km/h.

Warum gilt das nicht für das Licht???
Wie kann ich mir das am besten vorstellen?

Die Geschwindigkeit des Lichts ist eine Konstante.
Warum das so ist, kann ich Dir nicht sagen, wahrscheinlich aber auch niemand sonst.
Da dem nun mal so ist, mußte geschaut werden, welche Konsequenzen daraus gezogen werden müssen.
Du merkst natürlich nichts, wenn Du nur deine gleichschnelle Umgebung betrachtest. Nur wenn Du ein System betrachtestt, das relativ zu Dir eine andere Geschwindigkeit hat, merkst Du etwas.
Du selber kannst nicht entscheiden, ob Du Dich bewegst und wenn ja wie schnell, oder ob Du ruhst.

Gandalf

Hallo,

ich befasse mich gerade mit der Relativitätstheorie.

Folgendes Beispiel (kennt ihr sicher):

Zwei Beobachter messen die geschwindigkeit des Lichts. Der
eine bewegt sich mit zB. 100.000 km/s auf das Licht zu, der
andere ruht. Beide kommen zum selben Ergebniss, 300.000 km/s.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum es so ist.

Hallo
Tja also, es gibt , ich nenne es mal „Besonderheiten“ bei der Lichtausbreitung.
Die Lichtwelle benötigt kein Medium, in denen sich Ihre Schwingung ausbreitet. Die Energieaufnahme-und abgabe für die Wellenbedingungen geschieht sehr transportabel durch das Dieelektrikum des Vakuums und durch Magnetfelder. Es gibt keine stehende Eigenschaften, auf denen die Welle „reitet“, und zu denen man sich relativ bewegen könnte, wodurch dann eine Geschwindigkeitsänderung des Lichtes herbeigeführt werden könnte.

Bei einer Schallwelle würde man einen Geschwindigkeitsunterschied feststellen, je nachdem, ob die Luft bewegt ist oder nicht. Die Schallwelle ist eben von der Luft abhängig.

Ignorierst Du einmal die Geschwindigkeit des Lichtsenders und denkst dir einfach, das Licht kommt aus einem Loch aus einem Kasten, den Du mit Dir führst (eine Blende), wirst Du keinen Unterschied feststellen, so als ob die Lichtquelle gleich vor dem Kasten mitgeführt würde.
Der einzige Unterschied wäre die Frequenzverschiebung bei gleichartiger Lichtquelle.

Ein kurzer Laserlichtimpuls ist da wie eine schnelle „Stange“.
Kommt die Lichtquelle auf einen zu, kommt sie einem kürzer aber hochfrequenter vor, bewegt sich die Lichtquelle von einem fort, länger und niederfrequenter.
Könnte man mit Überlichtgeschwindigkeit der „Lichtstange“ hinterhereilen, würde die Lichtquelle sogar aus entgegengesetzter Richtung erscheinen.

MfG
Matthias