Wir haben in einer ca 45m² großen 2-Zimmerwohnung einen Raumthermostat der eine seperate Gastherme steuert, aber ich verstehe nicht wie der funktioniert.
Wenn ich den Thermostat auf 24° sowie Tagbetrieb stelle und alle Heizungen voll aufdrehe, dann wird es in einem Raum max. 15° und im anderem max 19° warm.
(Auch wenn ich die Heizkörper nur auf 3,5 (etwa 24° ? ) stelle wird es nicht wärmer. )
Nur wenn ich den Raumthermostat auf maximal stelle (30°) dann bekomme ich 21° im einem und 18° im anderem Raum.
Meine Sorge ist jetzt, dass, weil der thermostat immer auf 30° steht, soviel Gas verbrannt wird, als ob wir auf 30° heizen würden.
Die Therme läuft nämlich auch wenn die Heizkörper eiskalt sind.
Wir haben bereits kontrolliert, dass genügend Wasserdruck im System ist und dass sich keine Luft in den Heizkörper befindet.
Weiss jemand Rat?
und wichtiger noch, weiss jemand ob wir massiv Gas verbrennen ohne Sinn?
Hallo,
es hört sich so an, dass es sich bei Deinem Raumthermostat um eins der älteren Dinger handelt, die nur aus einem einstellbaren Bimetallschalter bestehen. Wenn es beim Drehen ein leises Klicken gibt, habe ich recht mit dieser Vermutung.
Das Ding ist vor urdenklichen Zeiten, als es noch keine Thermostatventile gab, zur Regelung der Raumtemperatur in genau dem Raum verwendet worden, in dem es angebracht ist. Das ist in aller Regel der Hauptaufenthaltsraum. Geschaltet wird damit normalerweise eine Umwälzpumpe und/oder die Heizung selber. Und zwar ganz einfach ein oder aus, je nachdem, ob die Temperatur im Raum größer oder kleiner als der eingestellte Wert ist (wobei es eine kleine Hysterese gibt). Alle anderen an die Heizung angeschlossenen Räume müssen zusehen, wo sie bleiben - die werden nur durch Auf- und Zudrehen der dort befindlichen Heizkörper ‚geregelt‘.
Heutzutage sind diese Schalter eigentlich komplett überflüssig. Das einzige, was man noch damit anfangen kann, ist eine begrenzt wirksame Nachtabsenkung.
Bei Dir ist das Ding zum einen offensichtlich nicht mehr in Ordnung (sonst würde es an zwei Punkten in der Nähe der Raumtemperatur schalten und nicht viel zu weit oben auf seiner Skala. Und zum zweiten ist es (wie oben erwähnt) eigentlich überflüssig, weil die Raumtemperatur durch die Thermostatventile geregelt werden soll. Und deren Einstellung ist dementsprechend entscheidend - wenn sie zu niedrig stehen, kann das Raumthermostat gegen die Kälte auch nichts ausrichten. Umgekehrt kann aber natürlich auch das Thermostatventil nichts machen, wenn das Raumthermostat ‚warm genug‘ feststellt und die Heizung abschaltet. Es handelt sich also um eine logische ‚Und-Schaltung‘, beide Regler müssen Wärmebedarf melden, damit die Heizkörper warm werden.
Gas kann übrigens nicht sinnlos verbraucht werden, denn die Wärme der Verbrennung muss ja irgendwo hin. Infolgedessen würde der Boiler gar nicht anspringen, wenn keine Wärme abgenommen wird - er würde sonst in kürzester Zeit überhitzen. Was Du also in dieser Richtung beobachtet hast, wird ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen mit Bedarf an Warmwasser gewesen sein oder ähnliches.
Ich würde Dir empfehlen, das Raumthermostat einfach auf Maximum zu stellen und nur noch die Thermostatventile an den Heizkörpern zu verwenden. Dies gilt allerdings nur dann, wenn es das Klicken beim Drehen gibt…
Gruß
loderunner
Heutzutage sind diese Schalter eigentlich komplett
überflüssig. Das einzige, was man noch damit anfangen kann,
ist eine begrenzt wirksame Nachtabsenkung.
Woher „weiß“ denn die Therme, dass sie zu heizen und zu pumpen hat?
Die Thermostatventile können doch aufmachen wann sie lustig sind. „Deshalb“ pumpt die Therme doch noch kein Warmwasser durch die Heizungen
Gruß
Markoliner
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich habe leider noch nicht begriffen wo es bei dem Raumthermostat klicken soll? Wenn ich an dem Temperaturregler drehe, klickt es jedenfalls nicht.
Woher „weiß“ denn die Therme, dass sie zu heizen und zu pumpen
hat?
Durch eine Pumpe, die den Druck in der Ansaugleitung und der Druckleitung feststellt und immer dann pumpt, wenn Bedarf besteht (also der Druck in der Druckleitung nicht mehr höher ist als in der Ansaugleitung).
Die Therme wiederum reagiert ganz einfach auf die Temperatur des Wassers im Boiler. Heizen, wenn zu kalt. Ganz einfach.
Gruß
loderunner
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich habe leider noch nicht begriffen wo es bei dem
Raumthermostat klicken soll?
Im Reglerkästchen. Mal das Ohr ganz dich dranhalten und langsam drehen. Das Klicken zeigt an, dass das Bimetall schaltet. Wobei der Punkt, an dem es schaltet, abhängig von der Drehrichtung am Rädchen (oder Hebel, je nach Bauform) ist.
Wie sieht das Ding denn aus? Gibt es ein Display oder nur ein Rädchen mit Skala?
Gruß
loderunner
Woher „weiß“ denn die Therme, dass sie zu heizen und zu pumpen
hat?
Durch eine Pumpe, die den Druck in der Ansaugleitung und der
Druckleitung feststellt und immer dann pumpt, wenn Bedarf
besteht (also der Druck in der Druckleitung nicht mehr höher
ist als in der Ansaugleitung).
Die Therme wiederum reagiert ganz einfach auf die Temperatur
des Wassers im Boiler. Heizen, wenn zu kalt. Ganz einfach.
Als ich in meiner früheren Wohnung die Heizung auslegen ließ wurde mir ausdrücklich gesagt, dass dort wo sich der Raumthermostat befindet nur ein Auf-Zu-Ventil sein darf. Das ist jetzt allerdings auch 25 Jahre her. Meine Therme hat damals jedenfalls nur geheizt wenn ich am Raumthermostat gedreht hatte bzw in dem Raum die eingestellte Themperatur unterschritten war.
Nebenbei, diese Diskussion entsteht scheinbar jedes Jahr neu.
Ich habe bei google mal heizung aneumann w-w-w eingegeben
Mit dem Archiv bin ich nicht zurecht gekommen.
Gruß
Kann ich vermutlich also den Raumthermostat auf 30° setzten
und die Temperatur über die Heizkörper direkt steuern?
Sehe ich zumindest so. Dein Raumthermostat scheint die Luxusversion bzw. Weiterentwicklung des von mir beschriebenen zu sein. Sie unterscheidet sich aber nur dadurch, dass zeitgesteuert (bzw. bei Bedarf auch manuell) eine Umschaltung zwischen zwei Bimetallschaltern und damit zwei Einstellpunkte für Tag und Nacht existieren. Die Funktion ist aber die gleiche.
Ich habe mein Raumthermostat komplett demontiert und dafür im Keller die Pumpe so angeschlossen, dass sie permanent durchläuft, als überall neue Thermostatventile an die Heizkörper montiert wurden.
Moderne Raumthermostate sind eigentlich eine Fernbedienung für die Heizungssteuerung, dann verhält sich das ganz anders und meine Tips sind für den Ofen
Als ich in meiner früheren Wohnung die Heizung auslegen ließ
wurde mir ausdrücklich gesagt, dass dort wo sich der
Raumthermostat befindet nur ein Auf-Zu-Ventil sein darf.
Das ändert eigentlich nichts am Problem: wenn man die Heizung abdreht, wird es kalt im Zimmer und die Heizung läuft trotzdem durch. Was in Verbindung mit Thermostatventilen an allen anderen Heizkörpern wie schon beschrieben nicht schlimm ist.
Meine Therme hat
damals jedenfalls nur geheizt wenn ich am Raumthermostat
gedreht hatte bzw in dem Raum die eingestellte Themperatur
unterschritten war.
Genau.
Nebenbei, diese Diskussion entsteht scheinbar jedes Jahr neu.
Oder noch öfter…
Mit dem Archiv bin ich nicht zurecht gekommen.
Geht mir mitunter auch so. Aber google kann ja auch hier bei www im aktuellen Forum und im Archiv suchen und finden.
Gruß
loderunner