Raus aus der Rente

Hallo,

sicher haben einige andere den Focus-Artikel auch gelesen:

Gründe eine AG, mach dich zum Mitglied des Vorstandes, und schon bist du nicht mehr RV-versicherungspflichtig. Auch wenn man hauptberuflich abhängig beschäftigt ist(das war die Kurzfassung).

Jetzt würde mich mal interessieren ob diese Nummer hier schon irgendjemand gemacht hat; wenn ja, wie und was ist zu beachten.

Danke

Andreas

wer zuviel Geld hat, kann das machen
Hallo,

das haben wohl schon einige gemacht, denen wünsche ich viel Spaß mit ihrem verlorenen Geld. Wie ich darauf komme, zeigt folgendes Szenario, bei dem nur Punkt 5 ein theoretischer (aber warscheinlich) ist.

  1. derzeit ist es möglich und legal, eine AG zu gründen, dort Vorstand zu werden und damit aus deer Rentenkasse auszusteigen.
  2. das kostet ungefähr 6000 EUR + 12500 EUR, die man als Einlage benötigt. letztere sind also noch da, die ersten 6000 sind verloren.
  3. Allein um die 6000 wieder reinzubekommen, muss man fast 2 Jahre befreit sein von der Rentenversicherung, da hat man aber noch kein Geld angelegt, um eine private Rentenversicherung zu besparen.
  4. weiß auch die Politik um diese Lücke und wird sie schnell schließen.
  5. sind dann diejenigen welchen die 6000 EUR los, aber ab Januar 2004, wenns langsam geht ab Januar 2005 wieder Versicherungspflichtig

…tolles Geschäft :wink:))

Gruß,Micha

Hallo!

Also ich kann von so einem Schritt nur abraten. Da setzt man zuviel Geld in den Sand. Denn eines ist ganz klar: Dieses Schlupfloch wird so schnell wie möglich geschlossen werden. Dann bist du wieder versicherungspflichtig, übrigens auch wenn du schon so eine „Missbrauchs-AG“ hast und zusätzlich hast du massig Geld umsonst ausgegeben.

Natürlich will ich hier keine Werbung für die gesetzl. RV machen, auch wenn ich dort arbeite, aber ich halte es für falsch, sich auf diese Weise aus der Verantwortung zu stehlen. Im Endeffekt geht das Ganze zu Lasten derer, die sowieso schon kein Geld haben und sich so etwas nicht leisten können.

Viele Grüße
Flo

Hallo Andreas,
warum so kompliziert und warum willst Du dich so vielen Risiken aussetzen. Eichel oder besser „Tante Ulla“ versperrt in den nächsten Jahren aber mit Sicherheit diesen Weg, aus der LVA oder BfA sich zu verabschieden. Werde doch einfach Mitglied in einem berufsständischen Versorgungswerk. Kein Problem, wenn Du Arzt, Tierarzt, Zahnarzt, RA, StB, Notar oder vergleichbares bist. Egal ob Du selbständig oder angestellt bist. Das ist legal und wird es auch bleiben (s.o.). Das zahlst Du nur für Dich ein.

Also los

Bernd

Hallo Andreas,

bis auf die von Dir genannte Möglichkeit,kenne ich nur eine Möglichkeit bei der mitarbeitende Familienangehörige durch entsprechende Gestaltung des Arbeitsvertrages aus der GRV raus kommen. Bei dieser Möglichkeit können sogar bereits gezahlte Rentenversicherungsbeiträge zurückerstattet werden. Hier kamen bereits sechsstellige Beträge zur Rückerstattung.
Ziemlich komplizierte Angelegenheit, die von Steuerberatern und Rechtsanwälten begleitet wird.

Ich besuche Ende November ein Seminar zu diesem Thema. Vorher möchte ich hier keine weitere Stellung dazu nehmen, um kein dummes Zeugs von mir zu geben.

Gruß Ralf

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Hallo Flo,

du sprichst ein Thema an, welches viele nicht mehr verstehen „Solidargemeinschaft der Renten und Krankenkassen“

Ist es den Menschen zu verdenken sich über Möglichkeiten, sind Sie auch noch so abstrakt, Gedanken zu machen, um für sich selber das beste zu suchen?? Wir sind mittlerweile soweit, das jeder nur an sich denkt und an seine Lage. Der andere ist ihm sche… egal. Tut er das nicht, kann er mit Nachteilen rechnen (So wird es vermittelt!).

Das System (Versorgung) ist so, wie wir es heute kennen, nicht mehr zu tragen (man sollte die Gründe bekämpfen!!) und die ersten vorsichtigen Änderungen sind ja schon gemacht. Es ist ein erster Schritt und mehr nicht!

Die Menschen sehen das und wollen natürlich versuchen ihr „Schäfchen“ in trockene zu bringen. Das die LVA’s und BfA s aber noch weitere Leistungen bringen, das sehen die wenigsten und wollen es auch nicht sehen. Es ist ja besser mit allen anderen zu stöhnen, als sich auch mal positiv über etwas zu äußern.

Sollten diese zusätzlichen Leistungen nicht mehr erbracht werden oder gekürzt werden können, wird die Unzufriedenheit noch zunehmen und es werden dann immer mehr versuchen aus der gesetzlichen Rente auszusteigen. Und das werden auch nur die können, die einen entsprechenden Job haben, alle anderen müssen sich halt „solidarisch“ zeigen.

Gruß
Martin

Hallo Martin!

Du hast völlig Recht. Der Egoismus greift leider immer mehr um sich. Es ist ganz klar, dass wir das gesamte System umkippen und ändern müssen um wieder Vertrauen bei der Bevölkerung zu erwecken. Kein Mitarbeiter der LVA oder BfA wird diesem Argument entsprechen. Ich bin ja auch für diese Reformen, da ich mit meinen 20 Jahren voll davon betroffen bin!

Es ist aber schon wie du sagst. Man sieht immer nur das Negative. Was aber die gesetzliche Rentenversicherung bisher an Leistungen erbrachte und damit meine ich vor allem Leistungen, für die keine Beiträge gezahlt worden sind, das weiß niemand und viele wollen es auch nicht wissen.

Nur mal einige Beispiele: Kindererziehungszeiten, Beiträge bei Krankheit und Arbeitslosigkeit sogar bei Arbeitslosenhilfebezug, Beiträge für Schulausbildung, Höherbewertung der Beiträge bei Berufsausbildung und und und!

Ich glaube kaum, dass eine private Versicherung derartige Leistungen erbringt. Darüber regt sich aber komischerweise keiner auf. Ich bin nur der Meinung, man sollte jetzt nicht zu sehr polarisieren und die gesamte der Schuld der Rentenversicherung und ihren Mitarbeitern in die Schuhe schieben.

In diesem Sinne, hoffen wir auf mutige Reformen und dass es bald besser wird!

Viele Grüße
Flo

Halloo Flo,

Ich glaube kaum, dass eine private Versicherung derartige
Leistungen erbringt.

Niemals wird ein Versicherer (privat) eine Leistung erbringen, für die er nicht vorher etwas kassiert. Das system funtioniert nach diesem Verfahren und nur so kann es sein. Erst Kohle dann Versicherungsschutz. Wenn du denen ankommst mit versicherungsfremden Leistungen, nimm auf jedenfall eine kamara mit und filme das Lachgewitter!!!

Darüber regt sich aber komischerweise keiner auf.

Weil sich erstmal alle auf den angeblichen Verursachen stürzen und es ja populär ist, mit den Kollegen am Stammtisch darauf rumzuhauen.

Ich bin nur der Meinung, man sollte jetzt nicht zu
sehr polarisieren und die gesamte der Schuld der
Rentenversicherung und ihren Mitarbeitern in die Schuhe
schieben.

Genau das ist das Problem, weswegen sich in deutschland nicht alllzuviel bewegt. Die Leute sichen nach SCHULD ??? ich weiß nicht was das soll. Es wurden in der Vergangenheit diese Pubnkte eingeleitet, die für den heutigen Zustand verantwortlich sind. DAS IST GESCHICHTE!!! Ich muß nur aus den Fehlern lernen und dafür muß ich die Gründe kennen. Man meint manchmal, das den deutschen Entscheidungsträgern das Prinzip der „Ursache und Wirkung“ nicht bekannt ist.

In diesem Sinne, hoffen wir auf mutige Reformen und dass es
bald besser wird!

Es wird nicht besser, es wird anders und das sehen viele als schlechter an. Neues lernen und begreifen können anscheinend wirklich nur noch Kinder. Die haben mit nichts ein problem und suchen sich immer wieder ihren Weg.

Viele Grüße
Flo

Viele Grüße auch an deine Kollegen und versucht das eurige am Gelingen beizusteuern.

Gruß

Martin

Hallo,

erstmal danke für die rege Beteiligung an der Diskussion.

@Ralf : Deine Erkenntnisse aus dem Seminar würden mich sehr interessieren, wenn es da eine Möglichkeit gibt mir Infos zukommen zu lassen wäre hilfreich.

@help.you : Sicher wird dieses Schlupfloch bald geschlossen, es ist jedoch fraglich, ob bei dieser Änderung auch der erworbene Status betroffen sein wird. Wenn dann müssten auch andere Ausnahmefälle betroffen sein wie die von dir angesprochenen, und dass kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen (dank entsprechender Lobby-Arbeit).

‚Missbrauchs-AG‘ hmm, man könnte das ganze ja auch Ulla-AG nennen :smile:)

Ne, mal ernsthaft, war mir von vornherein klar, das ich nicht unbedingt auf ungeteilte Gegenliebe stosse. Ist auch unstrittig, dass das eine sehr egoistische Sichtweise ist, aber:

Ich habe diese Sonderregelung nicht geschaffen. Würde es in den verschiedensten Bereichen (Steuerrecht, Versicherungspflicht, usw.) nicht soviele Sondertatbestände (oder wie sich das auch immer nennt) geben, würden nicht immer mehr Bürger auf die Idee kommen, diese zu nutzen.

Ich sehe im Moment die Sache nur so, dass überall ein bisschen gewerkelt wird, sich aber niemand traut, langfristig ausgelegte Reformen durchzuführen. Alle 2 Jahre (die Frequenz wird sich wahrscheinlich verkürzen) wird eine Kleinigkeit geändert, nur soviel dass man niemand richtig weh tut, mit der Begründung : ‚Jetzt haben wir das Zeitpolster um langfristige Reformen anzugehen‘ und was kommt raus ???

Ich wäre durchaus bereit meinen Beitrag zu einem Solidarsystem zu leisten, wenn mir irgendjemand eine Perspektive aufweisen könnte. Die kann aber nicht lauten ‚Zahle heute X € und bekomme X-300 €‘.

Andreas