'Raw' Dateien von SLR Kamera richtig verarbeiten ?

Hallo.

ich bin Laie und habe folgendes Problem:

Ich habe eine Nikon D60 und bekomme die besten Farbergebnisse, wenn ich die Qualität auf RAW stelle und dann mit dem Programm Photoline 32 diese *.NEF Dateien ohne aktiviertes Farbmanagement öffne. Dann sind die Farben so gut wie auf dem Punkt. Nur die Helligkeit ist deutlich dunkler, als wenn ich das Dateienprofil mit auslese, wie bei Capture NX2 z.bsp., also die ganzen Kameraeinstellungen mit einlade.
Ist voll blöd, daß man das im Cap NX2 nicht abschalten kann, zumindest passiert nichts, wenn ich alle Einstellungen in die Richtung vornehme, die da sind.

Ich habe letztens einen Artikel über den Unterschied von Adobe RGB und sRGB gelesen, sehr umfangreich und informativ, dort stand unter anderem, das die RAW Einstellung sowas wie die Bildrohdaten sind.
Die Farben sind wunderbar, nur hätte ich gerne mehr Licht in den Aufnahmen. Nachbearbeiten ist schwierig, das wird meistens zu viel oder nicht wirklich gut, nicht glaubwürdig.
Ich arbeite zum Nachbearbeiten mit Photoline 32 oder Artweaver oder Capture NX2. Aber wenn das Foto 1A ist, brauche ich nur dezente Korrekturen vornehmen, dafür brauche ich nur ein ganz kleines Proggi.
Aber RAW/*.NEF muss es lesen können und Farbmanagement unterstützen.

Aufgenommen werden die Bilder mit Adobe RGB unter manueller Einstellung.
Die Automatik nimmt ja meistens mit sRGB auf, ist mir zu kitschig.
Vor Kurzem hatte ich noch „JPEG Fine“ als Qualität eingestellt, mit Adobe RGB aufgenommen und dann einfach konvertiert ins sRGB, Farben waren schon besser, aber immer noch Welten entfernt von den RAW Aufnahmen. Ich weiß auch, daß dieser Farbunterschied mit den Kontrasten etc. bei den unterschiedlichen Farbraumeinstellungen nichts mit dem Farbraum zu tun hat, sondern vielmehr mit der kameraspezifischen Automatik, was die halt noch so damit anstellt, voll blöd. sRGB reicht völlig, ich möchte nur eben die originalen Farben haben und nicht den Automatikstempel da drüber. Mein Monitor ist nach Fotolaboraufnahmen eingestellt. Das Kameradisplay ist ein bisschen roter, was aber kein Problem ist.

Wie gesagt, alles super, nur noch mehr Licht in die Aufnahmen, oder mache ich was falsch ?

Wenn ich die Belichtungszeit höher einstelle, komme ich recht schnell an den Punkt, wo es zuviel ist, aber andere Bereiche sind noch zu dunkel, hmm.
ISO immer 100, da stelle ich lieber die Belichtungszeit hoch, sieht besser aus und bringt die gleichen Ergebnisse. Alles andere auf Auto, ausser Farbraum auf Adobe.

Vielen Dank für Tipps.

Mit freundlichen Grüßen
Steffen R.

Hallo Steffen,
die Fragen zu der Verarbeitung kann ich nur schwer beantworten, da ich mit Adobe Photoshop bzw. KameraRAW arbeite. Da bieten sich umfangreiche Möglichkeiten. Die anderen Programme kenne ich leider nicht so wirklich.
Dein Problem mit dem Farbraum ist aber - wenn ich es richtig verstehe - falsch gedacht. Die Aufnahme in RAW ist ja ohne irgendein Farbprofil. Ohnehin ist die Farbcodierung bei RAW ja durch die 12 (oder waren es bei der Kamera 14 bit) viel umfangreicher. sRGB oder AdobeRGB machen das Bild ja nicht farbenreicher oder so. Du kannst es vielmehr als „wie viele Zwischenstufen gibt es für die Farben“ verstehen. Die verschiedenen Wirkungen kommen - so wie ich Dich jetzt verstanden habe - davon, dass Du einen in den anderen Farbraum konvertierst und dabei die Werte anders interpretiert (bzw. sattere Farben) werden. Diesen Effekt kannst Du aber vermutlich besser über die Farbsättigung usw. im Rawconverter haben.
Gleiches gilt auch für das Problem der Helligkeiten. Viele RAWConverter haben settings für die kameras. Meine alte D80 ist in CameraRAW beispielsweise immer etwas heller und Kontrastreicher eingestellt. Aber diese Einstellungen kannst Du sicher auch ändern.
Wenn die Helligkeitsanpassung ansich nichts bringt, könntest Du es ja mal über Gradationskurven probieren. Vermutlich gibt es da auch solche Möglichkeiten.
Ich hoffe, ich konnte helfen. Die Frage ist für mich ein wenig zu unspezifisch.
Alle Gute,
Tobias

Hallo Steffen,

ich habe auch eine Nikon D60 und fotografiere immer in RAW, mit aktivem D-Lighting eingeschaltet.
Ich wandele die *.NEF - Fotos mit Nikon Capture NX 2.1.1 in *.JPG um und benütze dabei die Stapelverarbeitung mit selbst zusammengestellten *.set Dateien für das „Entwickeln“.
Es ist überhaupt kein Problem, in diesen *.set-Dateien ALLE Einstellungsparameter so an- oder ab-zuwählen wie man es will.
Wenn man mit Capture NX2 allerdings ein einzelnes *.NEF-Foto öffnet, wendet die Software automatisch die werkseitigen Entwickeln-Einstellungen an. Dann muß man unter „Einstellungen laden“ die gewünschte *.set-Datei wählen und anwenden lassen, und auf die Frage „Einige Einstellungen wurden bereits…, Entwicklung überspringen oder überschreiben?“ anklicken „überschreiben“.

Funzt einwandfrei.

Gruß
BT

Hallo BT,

das werde ich nochmal versuchen mit den SET Dateien, Danke.

Ich habe noch ein anderes Programm gefunden, daß die *.NEF wunderbar ohne alles lädt -> Ashampoo Photo Commander 5.
Damit brauche ich sie nur laden und als *.jpg abspeichern. Er speichert automatisch mit Nikon sRGB, fertig.
Beim CAPNX2 musste ich immer noch umständlich das Profil erst zuweisen.

Vielen Dank bis dahin. Jeder Tipp zählt.

Gruß
Steffen R.

Hallo BT nochmal,

also das Problem mit der Helligkeit hat sich erledigt, das fehlende D-Lighting war´s. Jetzt sind die Aufnahmen Sahne, 1A. Vielen Dank.

Ich habe nur Schwierigkeiten mit den Set Dateien unter NX2 v.2.1.1
Das Programm nimmt meine Einstellungen nicht.
Kannst du nochmal möglichst „wasserdicht“ :wink: beschreiben, wie du eine Set-Datei erstellst ?

Meine momentane Notlösung ist: Die *.nef Datei im Photo Commander in *.jpg konvertieren und die *.jpg im NX2 mit D-Lighting versehen.

Gruß
SR.

Hallo SR.

du musst erst irgendein *.NEF Bild mit CNX2 geöffnet haben.
Dann stellst du auf der rechten Spalte in allen Einstellungsfeldern alles so ein wie du es gerne haben möchtest.
Dann gehst du auf die Zahnrädchen rechts oberhalb der rechten Spalte und machst Einstellungen speichern.
Wichtig: In der Auflistung der Einstellunegn die gespeichert werden sollen ALLES anklicken, auch das wo du keine Einstellungen aktiviert hast, und dann speichern unter dem vorgeschlagenen Pfad (////Entwickeln). Die Einstellungsdateienn müssen dann ungefähr 20 kb groß sein, nur dann sind ALLE Einstellungen enthalten, auch die nicht aktivierten.

Gruß
BT

Hallo,

Im RAW-Format spielt das noch keine Rolle, weil man das ja beliebig im Konverter ändern kann.

Wenn Du AdobeRGBs richtig beurteilen willst, muss alles entspr. kalibriert sein. Auch der Monitor sollte entspr. sein (z.B. von Eizo, welche den AdobeRGB-Farbraum darstellen können).
Das Stichwort ist „Farbmanagment“.

AdobeRGB sollte nur verwendet werden, wenn der gesamte Workflow darauf abgestimmt ist (Kamera, Bildverabeitung, Druck).

Wenn die Bilder für’s Web sind, ist AdobeRGB fehl am Platz, weil die wenigsten Leute wissen, was Farbmanagment überhaupt ist und nicht alle Browser Farbmanagment unterstützen (IMHO kann das nur der Firefox 3).