Wenn Du absolut keinen Unterschied siehst, dann benötigst Du auch kein RAW.
Es gibt Anwendungen, wo man es aber sieht, z.B. ist Wiesengrün mit JPEG eher verschmiert oder verlaufendes Himmelsblau ist leicht stufig, besonders wenn man den Kontrast oder die Sättigung noch ein wenig erhöht. Und es ist von der Ausgabegröße abhängig - bei 13x18cm wird noch nichts zu bemerken sein, bei 30x45cm aber schon.
Ich habe auf allen Kameras (Canon 5D, 30D, G6) die RAW-Einstellung. Ich benutze sie aber fast nie. Wenn ich vorher weiß, dass ich ein Motiv sehr groß wiedergeben werde bzw. wenn ich ahne, dass an Kontrast und Sättigung gedreht werden muss, mache ich ein RAW zusammen mit dem JPEG.
Ein RAW ist sozusagen ein digitales Negativ, aus dem man im RAW-Konverter oder im Photoshop-Plugin noch alles machen kann. Die RAW-Aufnahme ist ungeschärft, macht keine Komprimierung wie JPEG, die Farbtemperatur kann nachher gewählt/abgestimmt werden … Es ist eine Roh-Datei.
JPEG komprimiert die Daten, d.h. es rechnet je nach Einstellung mehr oder weniger ähnliche Farben auf eine zusammen und schafft damit aus Einzelpixeln größere Flächen, die sehr viel datensparender sind. Aber das verursacht halt Löcher in der ansonsten lückenlosen Tonwertreihe.
Interessanterweise ist ein RAW aber deutlich kleiner als ein TIFF, das auch verlustfrei speichert - hat es früher in manchen Kameras gegeben, war aber wirklich groß (8 Mio. Pixel mal die drei Farben Rot, Grün und Blau heißt 24 MB Speicherplatz auf der Karte. Ein RAW hat so um die 8 MB, ein JPEG in bester Qualität zwischen 2 und 4 MB. Wenn mit JPEG z.B. ein Wald mit unruhigen, vielen kleinen Mustern, Zweigen, Blättern, Ästen usw. fotografiert wird, ist die Datei eher größer, d.h. es kann nicht so viel zusammengefasst werden. Bei großen, glatten Flächen wie Himmel usw. gelingt eine bessere Komprimierung - die Datei ist deutlich kleiner. Deshalb sind JPEG-Dateien unterschiedlich groß …
Profis fotografieren überwiegend im RAW-Modus, besonders wenn es auf großen, exakten Tonwertreichtum ankommt. Presse- oder Sportfotografen machen auch einiges in JPEG, weil die Serienaufnahmen in JPEG schneller gehen. Amateure kommen meist mit JPEG zurecht …
Gruß, Artefakt