RC Tiefpass als Oberschwingungsfilter?

Hi!
Hab mal eine „blöde“ Frage:
Warum kann man nicht einfach die Oberschwingungen im Versorgungsnetz mittels eines einfachen RC Tiefpasses eleminieren. D.h. ich steck einfach einen RC Tiefpass, der alle Spg mit Frequenzen über 50Hz abschneidet, vor mein el. Gerät in die Steckdose. Mir ist schon klar, dass das in der Praxis nicht so einfach ist, aber warum??

lg

Hallo Fragewurm,

Warum kann man nicht einfach die Oberschwingungen im
Versorgungsnetz mittels eines einfachen RC Tiefpasses
eleminieren. D.h. ich steck einfach einen RC Tiefpass, der
alle Spg mit Frequenzen über 50Hz abschneidet, vor mein el.
Gerät in die Steckdose.

Wird doch gemacht!

Allerdings „schneidet“ ein Tiefpass nicht einfach ab, sondern dämpft mit 6dB/Oktave.

Ein LC-Tiefpass hat eine höhere Dämpung.

Schaltungstechnisch nennt man das ganze, bei dieser verwendeung, dann Netz- oder Eingangsfilter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Netzfilter

MfG Peter(TOO)

ja klar, aber irgdwelche Schwierigkeiten muss das ganze doch machen, sonst könnte man ja vor jede Netzgespeiste el. Schaltung so einen Tiefpass hinbauen und fertig. Man hätte keine Oberschwingungen mehr.
Ich könnt auch, wie du sagst, einfach ein paar LC-Kreise vorschalten, die jeweils beim vielfachen der Netzfrequenz einen KS bilden. Dann leiten diese die Oberschwingungsströme wieder ins Netz. Aber irgendeinen Haken muss das ganze ja haben, sodass man nicht wahllos überall Netzfilter vorschaltet.

lg

Hi,

ja klar, aber irgdwelche Schwierigkeiten muss das ganze doch
machen,
Aber irgendeinen Haken muss das ganze ja
haben, sodass man nicht wahllos überall Netzfilter
vorschaltet.

-es kostet Geld
-es kostet Gewicht
-es kostet Platz
-es kostet Verlusste
-es kostet Enwicklungsarbeit

also macht man es nur wenn man es braucht und nicht wahllos zB in Leuchten. Und wenn man es braucht wird es auch gemacht.

VG,
J~

Hallo Fragewurm,

ja klar, aber irgdwelche Schwierigkeiten muss das ganze doch
machen, sonst könnte man ja vor jede Netzgespeiste el.
Schaltung so einen Tiefpass hinbauen und fertig. Man hätte
keine Oberschwingungen mehr.

Ausser den Kosten, und evtl. Platz, gibt es keine Probleme.

Zangsweise enthält jedes Schaltnetzteil einen Netzfilter, anders sind die Normen nicht einzuhalten.

Darunter fallen Geräte wie PC-Netzteile, viele Steckernetzteile, Fernseher, Receiver, HiFI-Anlagen, Dimmer …

In der Signalverarbeitung ist es sowieso üblich, im Telefon befinden sich seit über 50 Jahren solche Filter.
Auch die gute alte Centronics-Schnittstele hatte RC-Filter an den Eingängen. Und in modernen MicroControllern befinden sich oft 100te solcher Filter.
Da gibt es auch Stecker mit eingebauten Filtern.

Hier ein paar Infos zum Thema:
http://www.schaffner.com/components/en/_pdf/various_…
http://www.sibalco.ch/images/stories/docs/emv/EMV_00…
http://www.sibalco.ch/images/stories/docs/emv/EMV-04…

MfG Peter(TOO)

ok, danke für die Antworten!

Ja, wenn es eh praktisch überall eingebaut wird, um in der Norm zu bleiben, warum wollen die Geschäfte einen dann immer Netzleisten mit Filtern andrehen? Ist das nur Geldmacherei, oder ist da wirklich was dahinter?
Ich mein im Siedlungsgebiet ist der nichtlineare Anteil im Netz ja fast vernachlässigbar klein (im Gegensatz im Industriegebiet, wo die „richtigen“ Maschinen wirklich Filter benötigen), oder?
Außerdem: Bewirkt man, im privaten Hausbereich , mit Netzfiltern nicht eher Verluste? Wenn ich nicht genau weiß, welche Obwellen vorhanden sind und ich „irgendwelche“ herausfilter, dann können ja auf Grund der ganzen C und L Spannungsüberhöhungen auftreten?
Stimmt das so, oder ist das ein Blödsinn?

Hallo,

Ja, wenn es eh praktisch überall eingebaut wird, um in der
Norm zu bleiben, warum wollen die Geschäfte einen dann immer
Netzleisten mit Filtern andrehen? Ist das nur Geldmacherei,
oder ist da wirklich was dahinter?

Erstmal genau das.
Zum anderen werden so die ganzen Billigteile, die die Normen nur auf dem Papier einhalten, auf Kosten der Kunden nachgerüstet.

Ich mein im Siedlungsgebiet ist der nichtlineare Anteil im
Netz ja fast vernachlässigbar klein (im Gegensatz im
Industriegebiet, wo die „richtigen“ Maschinen wirklich Filter
benötigen), oder?

Nein. Du glaubst gar nicht, was alte Computernetzteile und auch alle Netzteile mit normalem Trafo so mit dem Netz anstellen. Überleg zum Beispiel mal, wie das Netz verbogen wird, weil der Elko nach dem Netzgleichrichter nur dann Strom aufnimmt, wenn die Spannung aus dem Trafo größer ist als die am Elko. Nur während der Spitzen der Sinusschwingung wird der Strom entnommen. Das ist ja grad der Grund für die Einführung der neueren Schaltnetzteilnorm, Stichwort PFC=Power Factor Control.
Aber auch jeder billige Fön benutzt eine Einweggleichrichtung zur einfachen Halbierung der Leistungsaufnahme und belastet das Netz dabei unsymmetrisch.
Dazu kommt jede Phasenanschnittsteuerung in den haufenweise verbauten Dimmern und leistungsgeregelten Staubsaugern.

Außerdem: Bewirkt man, im privaten Hausbereich , mit
Netzfiltern nicht eher Verluste?

Die Netzfilter bestehen vor allem aus Kondensatoren und Induktivitäten. Im Optimalfall werden die Störungen nur Abgeblockt, notfalls zum Schutzleiter hin abgeleitet. Weil die Störungen aber wesentlich kleiner sind als der 50Hz-Sinus, sind die Verluste sehr gering.

Wenn ich nicht genau weiß,
welche Obwellen vorhanden sind und ich „irgendwelche“
herausfilter, dann können ja auf Grund der ganzen C und L
Spannungsüberhöhungen auftreten?

Nein. Es wird hier nicht mit irgendwelchen Resonanzfiltern nach Oberwellen gejagt, sondern nur mittels Tiefpass alles breitbandig gedämpft, was weit genug oberhalb der 50Hz liegt.
Gruß
loderunner

Hallo,

wenn du das wirklich wörtlich meinst, also z.B. 100 Hz unterdrücken, dann landest du in der Grössenordnung einer eigenen Trafostation. Die für ein Filter nötige Spule ist nämlich bei dieser Belastung nicht wesentlich kleiner als ein entsprechender Trafo, der übrigens auch eine Tiefpasswirkung hat. Also fang schon mal an, die Fundamente dafür zu betonieren.

Gruss Reinhard

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