Hallo,
Ja, wenn es eh praktisch überall eingebaut wird, um in der
Norm zu bleiben, warum wollen die Geschäfte einen dann immer
Netzleisten mit Filtern andrehen? Ist das nur Geldmacherei,
oder ist da wirklich was dahinter?
Erstmal genau das.
Zum anderen werden so die ganzen Billigteile, die die Normen nur auf dem Papier einhalten, auf Kosten der Kunden nachgerüstet.
Ich mein im Siedlungsgebiet ist der nichtlineare Anteil im
Netz ja fast vernachlässigbar klein (im Gegensatz im
Industriegebiet, wo die „richtigen“ Maschinen wirklich Filter
benötigen), oder?
Nein. Du glaubst gar nicht, was alte Computernetzteile und auch alle Netzteile mit normalem Trafo so mit dem Netz anstellen. Überleg zum Beispiel mal, wie das Netz verbogen wird, weil der Elko nach dem Netzgleichrichter nur dann Strom aufnimmt, wenn die Spannung aus dem Trafo größer ist als die am Elko. Nur während der Spitzen der Sinusschwingung wird der Strom entnommen. Das ist ja grad der Grund für die Einführung der neueren Schaltnetzteilnorm, Stichwort PFC=Power Factor Control.
Aber auch jeder billige Fön benutzt eine Einweggleichrichtung zur einfachen Halbierung der Leistungsaufnahme und belastet das Netz dabei unsymmetrisch.
Dazu kommt jede Phasenanschnittsteuerung in den haufenweise verbauten Dimmern und leistungsgeregelten Staubsaugern.
Außerdem: Bewirkt man, im privaten Hausbereich , mit
Netzfiltern nicht eher Verluste?
Die Netzfilter bestehen vor allem aus Kondensatoren und Induktivitäten. Im Optimalfall werden die Störungen nur Abgeblockt, notfalls zum Schutzleiter hin abgeleitet. Weil die Störungen aber wesentlich kleiner sind als der 50Hz-Sinus, sind die Verluste sehr gering.
Wenn ich nicht genau weiß,
welche Obwellen vorhanden sind und ich „irgendwelche“
herausfilter, dann können ja auf Grund der ganzen C und L
Spannungsüberhöhungen auftreten?
Nein. Es wird hier nicht mit irgendwelchen Resonanzfiltern nach Oberwellen gejagt, sondern nur mittels Tiefpass alles breitbandig gedämpft, was weit genug oberhalb der 50Hz liegt.
Gruß
loderunner