Huhu!
Mir fehlt die Zeit, ernsthaft auf alle zu antworten, darum
hier so ne allgemeine Antwort:
Mir fehlt die Zeit, ernsthaft alle Antworten zu lesen.
Ich denke nicht, das ich das Thema bagatellisiere.
Dazu kenne ich (wie gesagt) zuviele Menschen, die an SVV oder
ähnlich schockierenden Dingen leiden.
Ja, genau: L E I D E N!! Schockierend? Ansichtssache… Was ich schockierend finde, dass es so viele Betroffene gibt! Spricht für mich dafür, dass zu viele Menschen einsam sind, sich ungeliebt, ausgeschlossen fühlen, oder aus anderen Gründen sehr unglücklich sind! (und wenn es „nur“ tief im Inneren ist - und nach aussen so „normal“, aktiv, kontaktfreudig…)
Schockierend finde ich, wie ein Arzt (Hausarzt, der auch Psychotherapie betreibt!!) einer Mutter sagen kann, „es wäre schon okay, dass die 14jährige Tochter sich selbst verletzt - solang es so bleibt und nicht schlimmer wird. Machen ja eh fast alle!“
Hallo?
Schockierend finde ich, dass diese Menschen, zumindest an bestimmten Körperstellen, auf Grund der enormen und nie ganz verheilenden Vernarbungen, ihre Haut verdecken und ihnen so viel Schönes verwehrt bleibt (Strand, Schwimmbad - vom entspannten Sex gar nicht zu reden) und trotzdem behaupten, dass Selbstverletzung ganz normal ist!
Ausserdem, du schreibst ja selbst:
- das viel, viel normaler ist, als der Normalsterbliche sich
das vorstellt,
??? viel viel NORMALER, als der NORMALsterbliche? Das widerspricht sich!
Ich unterstelle nicht, dass SVV irgendwas mit Wahnsinn oder so 'nem Sch… zu tun hat. Ich kann mir nur gut vorstellen, dass Betroffene (ob die, die es tun, oder die, die es mit bekommen) das deshalb am liebsten als „normal“ anerkannt sehen wollen, weil die Ursachen soooo unwahrscheinlich individuell sind und auch schwierig zu diagnostizieren sein können. Ist ja schließlich einfacher: ab heute ist das „normal“ - einen Weg herauszufinden ist ja so schwierig…
Vielleicht wird es ja noch richtig „chic“, sich selbst zu verletzen, so wie Magersucht! Nimm es bitte nicht persönlich, aber normal ist das nicht! Auch nicht wahnsinnig oder durchgeknallt, sondern ein Zeichen von Unglücklichsein und ein verdammt ernstzunehmender Hilfeschrei!!!
Die Tatsache, dass es offenbar so viele Betroffene gibt, spricht nur dafür, dass es immer mehr und immer traurigere (Gesellschafts-)Probleme gibt.
Wer dafür ist, Probleme nicht zu lösen und dazu beizutragen, aus Bequemlichkeit irgendwann einmal in einer dunklen, depressiven Menschheit zu leben, kann das gerne als normal bezeichnen.
- es auch nichts bringt, die Leute wie rohe Eier zu
behandeln, weil sie sich dann eher ausgegrenzt fühlen - und
man sowieso nicht weiss, an welchen Stellen man vorsichtig
sein muss, das kann man nur im Gespräch erfahren,
Und genau deswegen mußte ich das jetzt auch mal so äußern!
- es eh am erholsamsten ist, wenn man über solche Themen
lacht, als wenn man direkt ernste Krisengespräche führt. Ich
bin schließlich kein Therapeut.
Ich auch nicht, aber zum Lachen ist mir dabei nicht. Wenn ich natürlich im Alltag mit einem sich selbstverletzenden Menschen zu tun habe, geht mir auch nicht der Humor verloren! Auch nicht in dessen Gesellschaft! Nur halte ich es für gefährlich, in einem Forum, in dem man um Rat fragt, zu behaupten, das es das beste wäre, darüber zu lachen! Denk mal darüber nach!
Wie geht man sensibel mit dem Thema um?
Egal wie man sich dazu stellt, kann man es falsch machen.
Darum stelle ich meist einfach sehr direkte Fragen, und wenn
mein Gegenüber nicht damit klarkommt, wird er mir das
mitteilen.
So sehe ich das auch!
Den Eindruck, den ich aus der Diskussion gewonnen habe, ist
das die meisten hier sich nicht vorstellen können, wie man in
eine Situation kommt, in der man das Tabu/die Hemmung sich
selbst zu verletzten brechen kann,
Also ich persönlich habe schon vor Jahren festgestellt, dass man nie und überhaupt niemals über Situationen urteilen sollte, in denen man selbst noch nicht gewesen ist. Man KANN gar nicht wissen, wie sich sowas anfühlt. Woher auch? Ich denke, wenn ein Betroffener um Rat oder Hilfe bittet, sollte er sich nicht an Menschen wenden, die das selbe Problem noch leben (welche, die geschafft haben, damit aufzuhören - wäre wahrscheinlich optimal. Aber da fehlt ja meist leider die vorgeschriebene fachliche Ausbildung.) Also muß man sich ja irgendwie in die Lage hereinversetzen. Da ich auch selbst in meinem Umfeld betroffen bin, habe ich sehr intensiv über das Thema nachgedacht und recherchiert. Nachvollziehen kann ich es sicherlich bei weitem nicht - will ich aber auch gar nicht! Ich bemühe mich aber, viel Verständnis aufzubringen und gleichzeitig nicht aufzugeben,den Menschen darauf aufmerksam zu machen, was er da tut! Weil mir dieser Mensch sehr viel bedeutet und ich weder zusehen kann noch will! Glaubst du, dass das leicht für mich ist? Aber ich mache dir ja auch nicht zum Vorwurf nicht zu wissen, wie das für die Mitmenschen, die helfen wollen, ist. So ist es halt nun mal im Leben! Ständig braucht man Geduld und Verständnis - sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Manchmal macht man Fehler, manche sind schwerwiegender als andere. Aber das bleibt nicht aus, solange man noch Interesse an anderen Menschen hat!
und halten Menschen, die genau das tun für sehr krank.
Krank ist natürlich ein Wort, dass sich in dieser Beziehung sehr hart anhört. Wenn man es jedoch so sieht, dass da jemand leidet (ob er dies zugibt oder nicht), und zwar so sehr, dass die seelischen Leiden bereits selbst auf den eigenen Körper projeziert werden, dann kann man durchaus sagen, dass die Seele dieses Menschen nicht gesund ist!
Berichtigt mich, wenn ich falsch liege.
Das weiß ich nicht, da mußt du schon einen Matratzen-Fachverkäufer fragen!
Viele Grüße!
Scrabz aka Philipp (aka Drache).
Viele Grüße zurück,
sorgloseSusi