Soweit mir bekannt ist, stagniert das knochenwachstum ab etwa dem 22. Lebensjahr. Meine Frage hierzu: Ist es möglich, knochenzellen gezielt zum wachstum zu reanimieren auch nach dem 22.Lebensjahr, so dass auf umständliche und kostspielige op’s wie beinverlängerungen etc. künftig verzichtet werden kann ? Zellenwachstum selbst im nicht mehr wachstumsfähigen Alter müsste doch möglich sein, sonst gäbe es wohl keine knochentumoren ? Und falls dem so ist, wie lange wird es noch dauern, bis erste knochenzellen gezielt zum Wachstum gebracht werden können und beinverlängerungen ein relikt der vergangenheit sind ?
Hallo,
das Längenwachstum der Knochen stagniert deutlich früher, nämlich zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr, abhängig von der Lokalisation der einzelnen Knochen, dem Geschlecht und dem Ernährungszustand. Knochenwachstum über das 18. Lebensjahr hinaus ist selten.
Da das Wachstum an verschiedenen Knochen im Körper zu verschiedenen Zeiten aufhört (man will ja nicht, dass Nase oder Kinn genauso lange wachsen, wie der Ober- und Unterschenkel) ist klar, dass ein einzelnes Hormon das Wachstum nicht steuern kann. Es muss also eine Regulationskette geben, die für jeden Knochen genau festlegt, wann Schluss ist. Von dem Verständnis dieser Regulation sind wir noch sehr weit entfernt.
Es gibt allerdinge Krankheiten, bei denen diese Regulation gestört ist. Menschen mit diesen Krankheiten sind nicht zu beneiden (stark vorspringende Knochen im Gesicht, extrem lange Finger zusätzlich zum großen Wuchs). Eine vielleicht mögliche Behandlung mit einem speziellen Hormon für das Knochenwachstum würde also auch Nebenwirkungen haben, auf die man nicht scharf ist.
Also bleibt es vorerst bei der Knochenverlängerung.
Dr. J. Sauer
http://www.arthros.de